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Grimma Eine Apotheke für 4200 Menschen
Region Grimma Eine Apotheke für 4200 Menschen
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05:00 19.07.2012
Verteilung der Apotheken im Landkreis Leipzig.
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Landkreis Leipzig

lungen des Sächsischen Apothekerverbandes und eigenen Recherchen auf 64.

Durchschnittlich teilen sich damit etwa 4200 Einwohner, ganz gleich ob jung oder alt, im Landkreis eine Apotheke. Der Durchschnitt im Freistaat liegt mit 4128 etwas niedriger, der Wert auf Bundesebene mit 3835 noch tiefer. Laut Statistikamt waren in Sachsen Ende 2011 genau 1609 Apotheker in 1002 öffentlichen Apotheken tätig. Und etlichen Inhabern ging es laut Ulrich Bethge, dem Geschäftsführer des Sächsischen Apothekenverbandes, alles andere als gut. „Etwa 25 Prozent der Besitzer haben weniger Einkommen als ein angestellter Apotheker", spricht er von einer dramatischen Situation, die durch Regelungen der Politik herbeigeführt worden seien. Die Margen bei Medikamenten seien so gering, dass die Arbeit oft keinen Spaß mehr mache. Das hindere aber keinen Inhaber daran, die Öffnungszeiten abzudecken – im Gegensatz zu anderen Einrichtungen: „Ein Apotheker macht nicht zu."

Dabei ist die Arbeit der Apotheken für die Versorgung der Bevölkerung unabdingbar. Die LVZ berichtete erst jüngst von einem Fall, bei dem ein Mann für ein dringend benötigtes und verschriebenes Arzneimittel lange Wege in Kauf nehmen musste.

„Die Apothekendichte hier ist nicht die größte", sagt Bethge, „aber eigentlich ist sie ausreichend." Ziel sei es, Entfernungen für den Kunden von über 15 Kilometern möglichst zu vermeiden. Es sei für ihn durchaus nachvollziehbar, dass jemand über zu lange Wege klage, der krank sei und ein Medikament brauche. Dass aber Tag und Nacht neben dem verschreibenden Arzt eine Apotheke geöffnet habe, sei nicht zu bewerkstelligen, zumal die Abstimmungen im Notdienst zwischen Ärzten und Apotheken auch nicht koordiniert seien. „Aber bei uns gibt es immer ein Schild, wo die nächste Apotheke mit Notdienst zu finden ist. Notfalls kann man das benötigte Mittel auch per Taxi holen lassen", so Bethge.

Dass in einem solchen Fall stets das verschriebene Präparat oder jedes Spezialmedikament zur Verfügung steht, ist laut Aussage des Verbandsgeschäftsführers nicht immer zu leisten. „Im Notfall darf aber auch ein wirkstoffgleiches Medikament ausgereicht werden." Verpflichtet seien Apotheken dazu, den üblichen Bedarf für sieben bis zehn Tage vorrätig zu haben.

Durch Versandapotheken haben die in den Orten ansässigen Betriebe seit geraumer Zeit zusätzliche Konkurrenz. Bei den verschreibungspflichtigen Medikamenten spiele das so gut wie keine Rolle, sagt Bethge. Bei den frei verkäuflichen und oft teuren, nicht für den Akutfall gedachten Mitteln sei das Problem schon größer. Oft leider auch aus medizinischer Sicht: „Abführmittel in 100-Stück-Packungen sind höchst bedenklich, da würde ein Apotheker mit Sicherheit nachfragen. Aber anonym bestellt gibt es keinen, der warnt." Zum Glück für die ortsansässigen Apotheken scheint diese Bestellform aber die Ausnahme zu sein. Der Weg zum „Apotheker des Vertrauens" ist noch der übliche, der Beruf besitzt ein positives Image. Darüber wundere er sich nicht, so Bethge: „In der Regel wird unseren Kunden auch gut geholfen."

Heinrich Lillie

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