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Einer von wenigen Waldbränden: Ursache für Feuer im Colditzer Forst ungeklärt

Einer von wenigen Waldbränden: Ursache für Feuer im Colditzer Forst ungeklärt

Der Waldbrand nahe des Weißen Steins im Colditzer Forst, der Ende Juli zwei Hektar Kiefern und Erlen erfasste, gehört zu den seltenen Ereignissen - nicht nur in der Region, sondern in Sachsens Wäldern insgesamt.

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Bodenfeuer: Die Folgen des Waldbrandes im Colditzer Forst Ende Juli sind gegenwärtig noch nicht abschließend zu beurteilen, auch die Ursache steht noch nicht fest.

Quelle: privat

Colditz/Bad Lausick. Lediglich 2,3 Hektar Landes-, Privat- oder Kommunalwald fielen im ganzen vergangenen Jahr bei 28 Bränden im Freistaat Flammen zum Opfer.

"In unserer Region lag der letzte Waldbrand, der diesen Namen verdient, viele Jahre zurück", sagt Wolfgang Kühns, kommissarischer Leiter des Forstbezirkes Leipzig und mehr als drei Jahrzehnte im Geschäft, viele Jahre davon als Leiter des Forstamtes Grimma. Auf 15 000 Euro schätzt er grob den jetzt im Colditzer Forst entstandenen Schaden. "Wir hoffen, dass die dreijährigen Erlen, wenn sie auf den Stock gesetzt, also geschnitten werden, wieder austreiben", sagt er. Anderenfalls müsse man den knappen Hektar erneut aufforsten oder setze auf die Kraft der Naturverjüngung: "Im nächsten Frühjahr wissen wir mehr. Dann haben wir verschiedene Optionen." Ob das Bodenfeuer die mehr als 40 Jahre alten Kiefern nebenan ernsthaft schädigte, sehe man letztlich auch erst in ein, zwei Jahren.

Was zu dem Brand im Revier Waldmühle nahe des Weißen Steins führte, wisse er noch nicht, sagt Kühns. Die Ermittlungen zur Brandursache lägen bei der Polizei. Man ermittele in alle Richtungen, hieße es auf LVZ-Nachfrage bei der Kriminalpolizei in Grimma. Nicht ausgeschlossen, dass Fahrlässigkeit von Waldbesuchern im Spiel gewesen ist. "Die meisten verhalten sich im Wald sehr umsichtig. Aber es gibt auch jene, die sich selbst nach einer Belehrung nicht an die Regeln halten", so der amtierende Forstamtsleiter. Das betreffe etwa das Rauchen im Wald, auch wenn es auf dem befestigten Wegen oder auf den ausgewiesenen Parkplätzen geschehe. "Selbst bei der höchsten Waldbrand-Warnstufe triffst du Leute, die rauchen und die sich uneinsichtig zeigen." Problematisch sei zudem das Zuparken von Wegen und Rainen - nicht nur, weil im Falle des Falls Feuerwehren und Rettungskräfte nicht ungehindert in den Wald kämen. Heiße Katalysatoren der Autos könnten leicht auch trockenes Gras entzünden, so Kühns.

Neu geordnet, gelten seit Jahresbeginn einheitliche Waldbrand-Warnstufen 1 bis 5 und ein Index, der das Gefahrenpotenzial beschreibt. Anders als etwa die Dahlener und die Dübener Heide, die die höchste Klassifikation A haben, ist dem Colditzer Forst und dem Kohrener Land das C zugeordnet. Etwas brenzliger ist die Situation in den Neuaufforstungen und Kippenwäldern im Leipziger Südraum mit B. "Wir haben im Colditzer Forst heute eine ganz andere Bodenvegetation als vor 30, 40 Jahren", sagt Wolfgang Kühns. Grund: der Waldumbau weg von Nadel-Monokulturen hin zu Mischwäldern. Die Zündungs- und Ausbreitungsgefahr sei viel geringer geworden. Deshalb habe es in den vergangenen Jahrzehnten keine so erheblichen Brände mehr gegeben, wie sie etwa in den sechziger Jahren noch an der Tagesordnung gewesen seien. Nicht zuletzt auch, weil das sowjetische Militär damals die Wälder intensiv und wenig rücksichtsvoll für Manöver nutzte.

Dennoch dürfe man das Thema Waldbrände nicht auf die leichte Schulter nehmen, sagt Kühns: "Was manche unterschätzen: Gerade im Februar, März, April ist die Brandgefahr besonders groß." Viel trockenes Gras, Streu und Wind seien dann die Stoffe, aus denen schnell ein Brand entstehen könne.

Die tagesaktuellen Gefahrenstufen stehen im Internet unter www.sachsenforst.de.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 21.08.2014
Ekkehard Schulreich

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