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Eisbader stürzen sich in Beucha in die Fluten

Eisbader stürzen sich in Beucha in die Fluten

Beucha. Der Körper dampft, die Haut feuert. Doch Kälte empfinden die Eisbären nach dem Abtauchen in den Beuchaer Autobahnsee keineswegs.

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Kostümiert stiegen die Eisbader in den Autobahnsee.

Quelle: Linda Dietze

. Am Silvestertag war es wieder soweit, die Polenzer Eisbader stürzten sich Punkt 14 Uhr in die Fluten, begleitet vom Applaus der bibbernden Zuschauer am Ufer. Doch zuvor wird ein Loch in die Eisschicht des Sees gehackt – quasi zur Erwärmung. Dann geht‘s los. Mit einem dreifachen „Eis frei“ verabschieden die Eisbären 2009 und begrüßen das neue Jahr. Der Teufel springt mit dem Tiger ins Wasser, das Blumenmädchen geht baden, die Polenzer Eisbären tauchen ab – mit lustigen Kostümen. Die im Trockenen Gebliebenen wärmen sich mit Glühwein. 

 Denn Gänsehaut macht bei Temperaturen um die null Grad die Runde. Manch einer friert mit den Polenzer Kälte-Liebhabern mit, für die Frostbeulen Fehlanzeige sind.Und wie war es? Die typische Frage der Zuschauer nach der nassen Erfrischung. „Vor allen Dingen nass“, sagt Chef-Eisbär Günther Friedrich, der bereits seit 33 Jahren Eis badet. „Wenn ich jetzt warm sagen würde, wär es doch gelogen“, lacht er. Doch bei einem sind sich die Kälte-Könige einig: Es war angenehm.Die Körper der Eisbader sind puterrot und dampfen – bei vier Grad Wassertemperatur völlig normal. „Das Silvesterschwimmen hat Tradition“, sagt Günther Friedrich und ergänzt: „Manche denken, wir gehen nur zum Jahreswechsel baden. Das stimmt nicht. Im Winter geht es jeden Sonntag um zehn Uhr in den See - egal ob‘s stürmt oder schneit.“ Mitmachen könne im Grunde jeder, der gesund ist, meint Friedrich, schließlich härte der frostige Gang ins Nass auch ab. Sauna-Besuche seien dabei als Vorbereitung optimal.Immer im Beuchaer Autobahnsee mit dabei ist auch Kurt Kummetat aus Döben. Er ist der älteste Aktive unter den 35 Mitgliedern, die aus mehr als zehn Ortschaften nach Beucha kommen. Mit 71 Jahren stürzt sich Eisbär Kurt nun bereits den 13. Winter ins kalte Nass. Das Geheimrezept? „Tägliches Training“, sagt Kurt Kummetat. Zu Hause im Garten stehe eine Zinkbadewanne – noch aus alten Zeiten. „In die geht es jeden Morgen vor dem Frühstück“, sagt der Döbener. „Natürlich bei eiskaltem Wasser. Ich kenne nur Kälte“, lacht der 71-Jährige. 

Linda Dietze

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