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Grimma Eltern spucken nach Friederike in die Hände
Region Grimma Eltern spucken nach Friederike in die Hände
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11:15 27.04.2018
Zwei Nachmittage lang packten Eltern und Erzieher tatkräftig und unentgeltlich mit an, um das Außengelände der städtischen Kindertagesstätte "Zwergenland" in Grimma-West zu reinigen und umzugestalten. Dabei wurden auch zahlreiche Anpflanzungen für einen noch grüneren Außenbereich vorgenommen. Quelle: Thomas Kube
Grimma

Der ein oder andere Regenschauer schreckte keinen. Etwa 50 Mütter und Väter packten am Mittwoch und Donnerstag beim Subbotnik im Außengelände der Grimmaer Kita „Zwergenland“ kräftig an, damit ihre Steppkes den Garten voller Spielmöglichkeiten wieder richtig nutzen können. Auch einige Omas und Opas stellten sich ein.

Sturm brachte Bäume zur Strecke

Das Sturmtief Friederike hatte im Januar eine Spur der Verwüstung in der Anlage hinterlassen. Drei große Pappeln und sechs weitere Bäume hielten den Urgewalten nicht stand. Einige krachten auf die drei Holzhütten, in denen bis dahin das Spielgerät lagerte. Sie waren nicht mehr zu retten. Dank der Grimmaer Firma Grüne Welt Wendt & Donner waren die Sturm gefällten Bäume und Hütten rasch beseitigt worden. Doch es blieb noch viel zu tun. Deshalb hatte der Elternrat die Idee, den üblichen Frühjahrseinsatz der Eltern auf zwei Nachmittage auszudehnen. Gesagt, getan. Schon zuvor initiierte die 14-köpfige Truppe um Stefanie Gralapp und Thomas Linke eine Spendenaktion und einen Kuchenbasar, was reichlich 800 Euro in die Kasse spülte. Über weitere Spender und Helfer würde sie sich freuen.

Jede Hand wurde gebraucht. Zwei Tage packten Eltern auf dem Gelände der Grimmaer Kita Zwergenland an, um Schäden des Sturmtiefs Friederike zu beseitigen. Es gab jede Menge zu tun.

Verlegung der Sandkästen und Reparaturen

Die Bäume fehlen auf dem Gelände. Nicht nur als grüne Lunge, sondern vor allem als Schattenspender. Und so gehörte an den beiden Subbotniktagen die Verlegung der bisher vier Sandkästen, aus denen ein großer wurde, zu den wichtigsten Aufgaben. Damit die derzeit 155 Mädchen und Jungen der städtischen Kita im Westring wieder unter einem Blätterdach buddeln können. Es galt aber auch Bänke zu streichen, kleine Reparaturen vorzunehmen, den Sand zu erneuern oder Rindenmulch einzuarbeiten. Zu den Helfern gehörte erneut Geschäftsführer Mirko Donner, der drei Leute und einen Bagger seiner Firma für den Gratis-Einsatz mitgebracht hatte. Und Pflanzen. „Wir engagieren uns hier gern“, erzählte der Unternehmer, der im Frühjahr noch einen neuen, großen Schuppen für das Spielzeug auf dem Gelände errichten wird.

Spendenaktion zur Anschaffung neuer Bäume

Das Geld der Spendenaktion fließt in die Anschaffung neuer Bäume und des Schuppens. Zunächst kommen drei neue, bereits größere Schattenspender in die Erde. „Die Kinder sollen Patenschaften übernehmen“, bringt Elternratschef Linke einen pädagogischen Gedanken ins Spiel. Die Bäume sind zu pflegen, sollen eine Heimat für Vögel sein und im Winter Meisenknödel tragen. Darüber hinaus wird Sorge getragen für einige Sonnensegel. Die Grimmaer Tischlerei von Christoph Werner setzte die 16 Säulen und will für den Arbeitsaufwand keine Rechnung, informierte Kita-Leiterin Ute Leipnitz. Die Chefin ist auch voll des Lobes über das Engagement ihres Elternrates. Der habe sich mit dahinter geklemmt, um die Sturmschäden zu beseitigen und den Subbotnik vorzubereiten.

Viele Helfer beseitigen Schäden

Unter den vielen Eltern befand sich Michael Pietsch, der in seine wetterfeste DHL-Jacke geschlüpft war. Schon nach dem Sturm im Januar hatte er sich eine Woche frei genommen, um in der Kita bei der Beseitigung der Schäden zu helfen. Und er baute Anfang des Jahres Hochbeete für die Steppkes. Zum Subbotnik bereitete er nun eine Stelle vor, auf der Beerensträucher wachsen sollen. „Das wird eine Naschecke für die Kinder“, freut er sich schon jetzt.

Das „Zwergenland“ bietet 161 Steppkes Platz, darunter sind zurzeit sieben Integrationskinder. Der Plattenbau von 1974 ist für 56 Krippen- und 105 Kindergartenplätze ausgelegt. 22 Erzieherinnen und ein Hausmeister bilden das Kita-Team, das auch eine Logopädin unter sich weiß.

Von Frank Prenzel

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