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Grimma „Entführungen“ in Grimma geplant
Region Grimma „Entführungen“ in Grimma geplant
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05:00 14.05.2010
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Im Vorfeld des für den 12. Juni geplanten Letta-Konzerts der Jungen Gemeinde in Döben, arbeitet die Kirchgemeinde Döben-Höfgen fieberhaft an den Vorbereitungen zu einem so genannten Flashmob. Um „ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass Menschen in ihrer Not nicht alleine gelassen" werden dürfen, so Pfarrer Arno Leye, plane man gemeinsam mit Schülern des Improvisations-Theaters des Gymnasiums St. Augustin eine Kunstaktion. Dabei werden Anfang Juni an mehreren Tagen und Orten sichtbare Entführungen in Form eines Straßentheaters inszeniert. Blitzschnell soll dabei eine Gruppe von Jugendlichen, alle einheitlich gekleidet, an einem öffentlichen Ort auftauchen, ein „unschuldiges Opfer" wegführen und in einer dunklen Limousine „entführen".

Flankiert wird die Aktion durch eine dicht stehende Gruppe, den „schweigenden Wald", so Leye. Dieser steht symbolisch für die schweigende Öffentlichkeit und wird, nachdem die Limousine weggefahren ist, Spruchblätter entrollen, auf denen zu lesen ist: „Hier ist nichts. Hier war nichts. Bitte weitergehen." Im Anschluss soll der Wald" sich auflösen, auf die Umstehenden zugehen und sie mit dem Gesehenen konfrontieren, Anstecker verteilen.

„Ich finde es einfach furchtbar, wenn Menschen aus der Gesellschaft herausgerissen werden", sagt Pfarrer Arno Leye über die immer noch in Gewahrsam von Entführern befindlichen Hentschels. „Das sollte man nicht schweigend hinnehmen." Die fünfköpfige Familie aus der Nähe von Bautzen verschwand bereits am 12. Juni des Vorjahres. Zwar arbeiten die zuständigen Stellen mit Nachdruck an ihrer Freilassung, jedoch will die Kirchgemeinde um Pfarrer Leye mit dieser Aktion „ein wichtiges Zeichen für die Angehörigen setzen", mit denen dieses Projekt abgestimmt wurde. Auch die Anstrengungen der zuständigen Behörden sollen damit anerkannt werden. „Das ist ein Ausdruck für die nicht so einfache Arbeit des Krisenstabs", erklärt der Pfarrer. Tatkräftige Unterstützung erhält der Pfarrer von Sophie Ducke und Jule Gebhardt, die die Aktion derzeit vorbereiten, und auch Stephanie Dobiel vom Schülertheater wirkt kräftig mit.

Die „Entführungspläne" wurden bei der Vorstellung im Stadtrat laut Arno Leye „wohlwollend aufgenommen". Er hoffe darauf, dass er mit aktiver Mitarbeit rechnen könne, sobald die Aktion konkreter wird. Unterstützung gebe es schon von mehreren bekannten Persönlichkeiten, jedoch könne über diese wie auch genaue Zeiten oder Orte der geplanten Blitzüberfälle nicht gesprochen werden. Der Überraschungseffekt solle gewahrt werden, sagt Leye. Verängstigen wolle man aber natürlich niemanden.

Thomas Düll

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