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Grimma Entsetzen in Colditz - gottlose Diebe plündern in St. Raphael
Region Grimma Entsetzen in Colditz - gottlose Diebe plündern in St. Raphael
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14:14 19.05.2015
Sprachlos: Obwohl die Diebe diesen Kelch zurückgelassen haben, findet Pfarrer Andreas Leuschner keine Worte. Quelle: Frank Schmidt

he zur Gemeinde St. Paulus Waldheim-Leisnig gehört, diverse liturgische Gegenstände und Gefäße gestohlen. So musste Pfarrer Andreas Leuschner den Verlust eines als Monstranz bezeichneten Schaugeräts, einer Hostienschale für die Feier der Heiligen Messe sowie dazugehörender Hostientaler aus Kupfer, zwei Abendmahlkelchen aus Messing, des Weihwasserbeckens und des Weihrauchfasses auflisten. Während der 63-jährige Geistliche den materiellen Schaden auf acht- bis zehntausend Euro bezifferte, sei der ideelle Schaden nicht zu bemessen. Zudem ist durch Gewaltanwendung ein Sachschaden an Fenstern und Türen entstanden, den die Polizei auf etwa 1000 Euro schätzte.

Nach ersten Erkenntnissen der Polizei waren mehrere Täter am Werk, die in der Nacht zum Ostermontag zwischen 2.15 Uhr und vier Uhr in das Gotteshaus eingedrungen waren. Das - so erwies sich später - sei in der Nachbarschaft beobachtet worden. Demnach hätten sich zwei Personen zur fraglichen Zeit auf dem Gelände aufgehalten und verdächtig benommen. Allerdings habe es dem Zeugen an der notwendigen Konsequenz gefehlt, die Polizei zu benachrichtigen. Und so konnten die Täter quasi ungestört mit einem Stein ein etwa 40 mal 40 Zentimeter großes Fenster am Westteil des sternförmigen Gebäudes einschlagen und dadurch ins Gotteshaus kriechen. Die Wucht des Steinschlages war so heftig, dass dadurch drinnen auch am Altarstein eine Ecke herausgebrochen wurde. Dort bedienten sich die Diebe am ­Altarschmuck und verwüsteten dabei die Altardekoration. Da die erhoffte Ausbeute offenbar zu mager ausfiel, wurde die Tür zur Sakristei geknackt, um dort aus aufgebrochenen Schränken weitere Gegenstände zu plündern.

Erst am Vormittag des Ostermontages ist der Einbruch von Gemeindemitgliedern entdeckt und bei der Polizei zur Anzeige gebracht worden. Daraufhin fanden im Zuge erster polizeilicher Ermittlungen Zeugenbefragungen in der Umgebung statt. So auch bei einer Dame, die sich als nächtliche Augenzeugin outete. Zumindest konnte dadurch die mutmaßliche Tatzeit eingegrenzt werden.

Während diese Ermittlungsansätze keine Ergebnisse brachten, führte Kommissar Zufall die Beamten auf eine erste heiße Spur. "Erstaunlicherweise", so die Polizei, "meldete sich am Montagmittag ein Bürger auf dem Revier, der kurz nach dem Einbruch mehrere Personen sah, die Kisten aus einem weißen Pkw entluden und in die Wohnung eines Mehrfamilienhauses trugen." Und das geschah in einer Straße nahe der Evangelisch-lutherischen Stadtkirche St. Egidien, die keine 500 Meter vom Tatort entfernt liegt. Daraufhin wurde dort bei einer 33-jährigen Frau eine Wohnungsdurchsuchung angeordnet, die jedoch ohne Erfolg blieb, denn gestohlene Gegenstände aus der St. Raphael Kirche kamen nicht zum Vorschein. Damit widersprach die Polizei ersten Meldungen, dass die Beute wieder aufgetaucht sei, die Ermittlungen werden fortgesetzt.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 09.04.2015
Schmidt, Frank

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