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Entwurf der Ortsumgehung für Ammelshain steht

Entwurf der Ortsumgehung für Ammelshain steht

Naunhof/Ammelshain. Die Genehmigungsplanung für die Ammelshainer Teilortsumgehung liegt vor. Damit ist ein erster Schritt geschafft, um den Naunhofer Ortsteil vom Schwerlastverkehr zu entlasten, den der Steinbruch am Klengelsberg in Altenhain verursacht.

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Von der Polenzer Straße zweigt die Teilortsumgehung ab und führt in einer ausholenden S-Kurve zur Altenhainer Straße. Grafik: Patrick Moye

Quelle: lox

. Weitere Untersuchungen sind nun nötig, um laut Bauamtsleiter Thomas Hertel möglichst im kommenden Jahr die Ausführungsplanung hinzukriegen. "Vom Gefühl her wird der Baubeginn nicht vor 2017 erfolgen", schätzt er ein.

In einer leichten S-Kurve soll sich die 1350 Meter lange Umgehung von der Polenzer zur Altenhainer Straße hinziehen. Nach langen Verhandlungen ist es nun möglich, die Bahnlinie ebenerdig zu kreuzen, denn eine Brücke wäre zu teuer geworden. Im Gegenzug wird ein Bahnübergang in Altenhain geschlossen, durch den zurzeit die Waldgrundstücke südlich des Gleises an die Außenwelt angebunden sind. Für sie wird ein neuer Feldweg angelegt, der zur Ammelshainer Ortsumgehung führt. Der Stadtrat von Trebsen, der für Altenhain zuständig ist, hat dem Vorhaben bereits zugestimmt.

Die neue Trasse bindet auf die Altenhainer Straße ein, die auf 250 Metern Länge in Richtung Trebsener Ortsteil erneuert wird. Von Ammelshain her soll die alte Straße am Abzweig zum Tauchsportgelände Haselberg gekappt und mit einem Wendehammer versehen werden. Im weiteren Verlauf wird das Asphaltband bis zur Ortsumgehung zum Fuß- und Radweg zurückgebaut.

Streitthema in Ammelshain war immer der Hochwasserschutz. Kritiker meinten, durch die neue Straße könnte sich die Situation bei starken Niederschlägen sogar verschärfen. Abhilfe soll ein Bauwerk in der Nähe der Einmündung in die Polenzer Straße schaffen, die schräg gegenüber des ehemaligen Wasserwerks vorgesehen ist.

Das Regenwasser, das per Kanal an der Ortsumgehung gesammelt werden soll, wird in ein Absetzbecken eingeleitet, in dem Reifenabtrieb, Öle, Fette und Splitt vom Wasser getrennt werden. Diese Schadstoffe werden ab und zu entsorgt. Das saubere Wasser gelangt per Überlauf in ein Sicker- und Rückhaltebecken, wo es vom Erdboden aufgenommen werden soll. Erst wenn es stärker regnet, gelangt Wasser in die Faule Parthe, und zwar über einen weiteren Überlauf, der gedrosselt ist, damit der Fluss nicht über seine Ufer tritt.

Planerisches Ziel ist es laut Hertel, vor einem Hochwasser zu schützen, das - statistisch gesehen - alle zehn Jahre auftritt, in Fachkreisen HQ 10 genannt. Dafür würde im Sicker- und Rückhaltebecken eine Speicherkapazität von 346 Kubikmetern ausreichen. Nach jetzigem Stand wird das Becken sogar 600 Kubikmeter aufnehmen, was den Bauamtsleiter zum Satz veranlasst: "Der Schutz wird also besser als HQ 10 sein." Im Rahmen der Ausführungsplanungen soll es zu weiteren Untersuchungen kommen, inwieweit der Boden an dieser Stelle versickerungsfähig ist und ob das Volumen ausreicht. "Wenn sich im Ergebnis herausstellt, dass das Becken noch größer werden muss, hat sich die Stadt schon jetzt das Recht vorbehalten, nochmals eine Stellungnahme abgeben zu können", sagt Hertel.

Weil die ersten 300 Meter der neuen Umgehung im Überschwemmungsgebiet der Faulen Parthe liegen, wird der Straßenuntergrund aus groben Steinen hergestellt. Hinzu kommen drei Rohre mit jeweils 80 Zentimetern Durchmessern. So soll die Durchlässigkeit des Straßenkörpers von einer Seite zur anderen garantiert werden. Das Wasser der Faulen Parthe soll das Regenrückhaltebecken jedoch nicht aufnehmen; im Gegenteil, es wird sogar mit einem Wall versehen, damit es hochwassersicher ist.

Bauherr der Straße und Nebenanlagen ist der Landkreis, der die Planung bezahlt. In die Finanzierung des Baus teilen sich der Freistaat (75 Prozent) und das Schotter- und Splittwerk Altenhain (25 Prozent). Dessen stellvertretender Geschäftsführer, Manfred Maucher, hofft, dass das Planfeststellungsverfahren ohne Probleme und Einsprüche von Ammelshainern läuft, damit die Straße in zwei Jahren angelegt werden kann. Von Trebsener Seite betont der Stadtrat schon jetzt, dass mit der Befürwortung der Planung keine Zustimmung zur Erweiterung des Schotterabbaus am Klengelsberg und zum Aufschluss des neuen Abbaugebiets am Alten Tausend verbunden ist.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 29.08.2015
FRANK PFEIFER

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