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Entwurf erhitzt in Trebsen die Gemüter

Entwurf erhitzt in Trebsen die Gemüter

Trebsen. Mit einem Besucheransturm hatte die Verwaltung zur öffentlichen Stadtratssitzung vorgestern Abend gerechnet und deshalb den Sitzungssaal im Feuerwehrtechnischen Zentrum als Tagungsort bestimmt.

Informationen sollten gegeben werden zur Aufstellung eines Flächennutzungsplanes (FNP). Einer der Knackpunkte in dem Papier, das wurde klar, wird der Hochwasserschutz sein.

"Die Stadt bekundet mit dem Plan die Absicht, was sie in ihrem Gemeindegebiet in den nächsten 15 Jahren eventuell verwirklichen will", erklärte Marika Haupt vom Bauamt die Notwendigkeit eines FNP. Der aktuelle Bauleitplan zur städtebaulichen Entwicklung sei nach fünfjähriger Erarbeitung 1998 genehmigt worden. Am neuen Planinstrument zur Raumordnung werde seit zwei Jahren gearbeitet.

Die bereits vorliegenden Ergebnisse versuchte Christoph Bormann vom Landschaftsplanungsbüro Grimma zusammenzufassen. Aber bei allem Respekt vor dieser Leistung, machte sich besonders unter den Besuchern, jedoch auch unter den Parlamentariern Unmut über die Art der Ausführungen breit. Nicht nur, weil die Tonanlage defekt war, sondern auch, weil sich Bormann viel zu leise und nur fragmentiert äußerte. Ein unglücklicher Umstand, dem Haupt ein Ende setzte, indem sie gelegentlich einsprang, um in ganzen Sätzen das Gesagte allgemeinverständlich wiederzugeben. Letztlich übernahm sie ganz die Moderation.

So erhielten die Besucher ein Bild davon, welche Überlegungen und Fakten bereits in den Planentwurf eingeflossen sind. Es ging um die Entwicklung in Natur und Landschaft, um Kulturgüter, Infrastruktur und Demografie. Gerade mit Blick auf die rückläufige Bevölkerungsentwicklung - Trebsen verlor von 1992 bis 2012 insgesamt 413 Einwohner - mahnte Bormann davor, "Bauflächen in Größenordnungen auszuweisen." Aufhorchen ließ er mit dem Fakt, dass "alleine in Sachsen pro Tag sieben Hektar Land durch Bebauung verloren gehen." Marika Haupt führte aus, Trebsen habe sich für drei Wohngebiete entschieden, zu einer weiteren Ansiedlung von Massentierhaltungen werde es nicht kommen. In die Planabsichten seien auch Seelingstädt, Neichen und Altenhain als Ortsteile einbezogen worden, wie auch die Gemarkungen Pauschwitz, Wednig und Walzig. Die Hauptamtsleiterin betonte stets, dass es sich um "Planabsichten" handelt. "Das heißt, es kann, muss aber nicht so entstehen. Wir nehmen alle Hinweise und Einwände ernst", erklärte sie.

Prompt meldeten sich Landeigner aus Walzig zu Wort. "Ich mache mir Sorgen um die Entwidmung des Muldendammes, der damit seine ursprüngliche Funktion als Hochwasserschutzanlage verliert", sagte Lothar Eckhardt. "Im Namen aller Landeigner bis nach Pausitz und weiter flussabwärts" befürchte er den Wertverlust von "sehr fruchtbarem Ackerland". Wenn dieses ohne Zustimmung der Landeigner als Wiesen für Überflutungsgebiete ausgewiesen werde, komme das einer "Enteignung gleich.

Die Forderung, den Damm wieder hochwassersicher herzustellen, war unmissverständlich. Auch Landwirt Olaf Kupfer aus Neichen mahnte, "sich der Hoheit des Dammes bewusst zu sein, denn unsere Vorfahren haben sich dabei etwas gedacht."

Bis zum 12. März können im Rathaus schriftlich Einwände zum FNP vorgebracht werden. Indem sie diese abwägt, will sich die Stadt um einen Konsens bemühen. Frank Schmidt

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 26.02.2014
Schmidt, Frank

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