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Grimma Erdmannshainer beteiligen sich an weltweiter Veranstaltung
Region Grimma Erdmannshainer beteiligen sich an weltweiter Veranstaltung
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00:19 11.10.2017
Thomas Kleint, Marco Weber, Guido und Jana Kluge sowie Falk Wolf (von links) und Hund Fenris vor einem Kastendrachen, der in einer dreifachen und größeren Version sogar einen Ballonkorb mit Passagier nach oben tragen kann. Quelle: Foto: Bert Endruszeit
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Naunhof/Erdmannshain

Am Sonntag wurde überall auf der Welt der internationale Drachentag begangen. Und auch in diesem Jahr „klinkte“ sich der Erdmannshainer Heimatverein mit seiner Veranstaltung ein. „Der Himmel soll bunt sein und nicht voller Raketen“, erklärte Heimatvereinschef Geralf Just das Anliegen dieses Tages. „Die Leute sollen einfach nur nach oben schauen und Grenzen vergessen.“ Die Idee dafür sei mitten im Kalten Krieg in den USA entstanden, längst gehen an diesem Tag in etlichen Ländern tausende dieser bunten Flugobjekte in den Himmel. „In Neuseeland starten die ersten Drachen, im Stundentakt geht es rund um den Erdball weiter. Alaska kommt dann zuletzt an die Reihe.“ Es gebe auch besonders drachenbegeisterte Länder wie Japan, wo richtig viele Exemplare nach oben steigen.

Doch auch hierzulande findet dieses Hobby viele Fans. Und die sind Neuheiten gegenüber aufgeschlossen. „Ein klarer Trend sind stablose Drachen, bei denen erst der Wind die Flügel formt“, sagt Just. Stangen würden ohnehin leicht kaputt gehen, allerdings brauchen die stangenlosen Flugobjekte relativ viel Wind, um sich so richtig in Form zu pusten.

Einfacher hat es da der Erdmannshainer Jens Böhme mit seinem OKD-Drachen (Ohne Kiel Delta). „Der hat unten keinen Kiel wie ein Boot, sondern einen Luftsack, in dem sich der Wind verfangen kann.“ Diese Exemplare fliegen dann auch bei nur lauen Lüftchen.

Doch es geht auch ganz ohne Wind, dafür gibt es spezielle Wettbewerbe in großen Hallen, bei denen Wind ausdrücklich unerwünscht ist. „Jahrelang habe ich Indoor-Drachen wettkampfmäßig fliegen lassen“, erzählt der Dresdner Guido Kluge. „Doch leider ist dieses Hobby bei uns im Osten mangels bezahlbarer großer Hallen etwas eingeschlafen.“ Viele Jahre lang hätten sich die Drachenflieger auch bei der Leipziger Modellbau-Messe präsentieren können, bis dort der Platz zu knapp wurde. „Jetzt haben wir leider nur noch ein Indoor-Event in Gräfenhainichen.“ Dort kommen dann spezielle Leichtbaudrachen zum Einsatz, die Wind überhaupt nicht mögen. „Da muss der Drachenpilot immer in Bewegung bleiben.“

Drachenfliegen hält ganze Familien auf Trab. Kluges Frau Jana kümmert sich beispielsweise ums Design neuer Exemplare. „Die Ideen gehen mir nicht aus. Manchmal hat man ein Design und sucht dafür den passenden Drachen, und dann ist es auch mal umgekehrt.“ Und es müssten nicht immer enorm flugfähige Exemplare an langen Leinen sein – auch Windspiele entwirft und näht sie. „Die baumeln dann einfach nur herum.“ Längst gibt es spezielle Stoffe, die dünn und winddicht sein müssen und wenig Wasser aufnehmen dürfen. Denn geflogen wird zu jeder Jahreszeit und bei fast jedem Wetter.

Von Bert Endruszeit

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