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Erinnerungen an altes Gerätehaus in Hohnstädt

Erinnerungen an altes Gerätehaus in Hohnstädt

Trotz des langen, harten Winters gehen die Bauarbeiten am neuen Hohnstädter Feuerwehrgerätehaus zügig voran.Während die Arbeiten am neuen Feuerwehrgerätehaus in Hohnstädt weiter ihren Gang nehmen, gedenkt ein Mann des Vorgängergebäudes an diesem Ort.

Grimma/Hohnstädt. Während die Arbeiten am neuen Feuerwehrgerätehaus in Hohnstädt weiter ihren Gang nehmen, gedenkt ein Mann des Vorgängergebäudes an diesem Ort. Konrad Herbig war damals dabei, als vor 52 Jahren der Grundstein gelegt wurde. Das nunmehr abgerissene Hohnstädter Gerätehaus entstand damals auch mit seiner Hilfe. „Es gab damals ja nur einen kleinen Schuppen“, berichtet der nun 80-Jährige. Es hätten nicht einmal Plätze zum Hinsetzen existiert und im Winter sei es bitterkalt gewesen. „Da haben wir uns gesagt: Wir gehen ran!“

Doch ohne Hilfe wären die Pläne bald im Sande verlaufen. Nach dem Motto „Jeder hilft jedem“ erhielten die Feuerwehrleute tatkräftige Unterstützung aus der Nachbarschaft. So stellte ihnen die nahe gelegene Ziegelei Material zur Verfügung. Herbig erinnert sich: „Mit Riementragen haben wir die Ziegel direkt vom Brennen abgeholt.“ Einer der Freiwilligen arbeitete in einer LPG und so stand den rund 20 Arbeitern ein Traktor zur Verfügung, mit dem die schwere Last zur Baustelle transportiert werden konnte. Und auch der später zum Löschgruppenfahrzeug für die Feuerwehr umgebaute alte Steyer-LKW kam zum Einsatz.

Auch andere Helfer fanden sich, die meist umsonst oder gegen wenig Geld das Vorhaben unterstützten. Von einem Steinbruch erhielten sie Hohlblocksteine und Zementpulver, das sie im Anschluss selber anrührten. „Auch die Betonplatten haben wir gegossen“, sagt Konrad Herbig. „Was soll man machen?“ Zwei Maurer in der Truppe sorgten während der Bauarbeiten für professionelle Anleitung. „Bis auf das Dach haben wir alles selber hochgezogen“, so Herbig, der als 13-Jähriger noch die Bombardierung Dresdens und Leipzig vom Hohnstädter Wasserturm aus miterlebt hatte. „Beim Richtfest hatten wir nicht viel, aber mit etwas Bier und Verpflegung haben wir unseren Erfolg gefeiert.“

Nach ungefähr einem Jahr harter Handarbeit und mühsamem Stein-auf-Stein wurde das neue Gerätehaus eingeweiht. Erst zehn Jahre zuvor hatte sich die Freiwillige Feuerwehr Hohnstädt in einem Nebengelass des Wasserturms gegründet. Nun verfügten die Kameraden über ein festes Haus für das Löschfahrzeug und einen Mannschaftsraum.

Traurig mache es Herbig nicht wirklich, dass das alte Gerätehaus abgerissen werden musste, um Platz für das neue zu schaffen. „Die neuen Fahrzeuge wären ja viel zu hoch für das alte Haus“, sagt er. Und natürlich freue der ehemalige Zugführer sich über den modernen Neubau, vor allem, da es unklar gewesen sei, ob überhaupt nochmal gebaut werden sollte. „Es ist gut für die Hohnstädter Feuerwehr. Wie damals haben diesmal auch alle gemeinsam mitgeholfen.“

Die Kameraden erhalten mit Fertigstellung des Gebäudes eine neue Fahrzeughalle sowie einen Schulungsraum, ein Wehrleiterbüro, eine kleine Küche und Umkleideräume. Demnächst soll mit dem Innenausbau begonnen werden. Auch eine Erdwärmeheizung wird installiert. Herbig reibt Daumen und Zeigefinger aneinander und sagt: „Und das kostet natürlich.“

Thomas Düll

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