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Grimma Erleben statt Beriesieln - drei Tage Abenteuerschule in Höfgen
Region Grimma Erleben statt Beriesieln - drei Tage Abenteuerschule in Höfgen
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05:00 27.08.2010
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. Überhaupt findet der Zehnjährige Campen richtig cool – bis auf die Tatsache, dass man auch abwaschen muss. Bei der dreitägigen Abenteuerschule Teo – Tage ethischer Orientierung des evangelischen Landesjugendpfararmtes im Pfadfinderheim Höfgen lernen 124 Schüler aus Sachsen, darunter auch drei Klassen vom evangelischen Schulzentrum Großbardau und eine der Wallgrabenschule, selbst Dinge auf die Beine zu stellen.

Und das beginnt schon beim Zelte aufbauen. Gar nicht so einfach, die großen Jurten und Kohten aufzustellen. Jurten, das sind die traditionellen Zelte der Nomaden in West- und Zentralasien, Kohten die typischen Pfadfinderzelte. Weiter geht es dann mit dem Holzhacken, schließlich macht so ein Aufbau auch richtig hungrig. Nudeln mit Tomatensoße sollen über dem Feuer gekocht werden. „Das ist das Beste: Dass wir hier ständig draußen sind, am Feuer essen und mit unseren Freunden im Zelt übernachten. Außerdem müssen wir erst um 22 Uhr ins Bett", sagt der zwölfjährige Franz.

Alle Klassen sind dabei in verschiedene Gruppen eingeteilt, neben den Klassenlehrern sind stets zwei ehrenamtliche Betreuer mit dabei. „Wir haben uns Savanne genannt, weil jeder wie eine Klima- oder Vegetationszone heißen soll. Deswegen bauen wir jetzt auch eine Hängematte auf", erzählt Silva.

„Die Kinder sollen hier lernen, dass sie selbst zu vielen fähig sind. Wir wollen hier auch etwas unserer Kommerzkultur entgegensetzen. Bequemlichkeit ist nicht immer alles, Anpacken kann auch Spaß machen", so Gerd Pettrich, Mitorganisator von Teo. Zwar werde während der drei Tage das biblische Gleichnis vom verlorenen Sohn behandelt, doch stehen hier vor allem die verschiedenen Gefühle und Situationen des verlorenen Sohns im Mittelpunkt. Erlebnispädagogischen Übungen sollen helfen, sich in die Personen hineinzuversetzen und über das Erlebte zu sprechen. „Wer fühlt sich nicht auch einmal verlassen oder hat von allen die Schnauze voll?", sagt Gerd Pettrich. Mit den Spielen fällt es den Kindern meist leichter sich auszudrücken. Außerdem wollen die Veranstalter etwas zur Stärkung der sozialen Kompetenz der Teilnehmer beitragen, etwa die Fähigkeit, Gefühle anderer wahrzunehmen, Teamgeist zu fördern und über das eigene Empfinden zu sprechen. Erleben statt Berieseln könnte das Motto heißen. Denn zu erzählen gibt es nach den drei tagen genug: Floßbauen und -fahrten am Thümmlitzsee, den Bach sauber machen, gemeinsame Abende am Lagerfeuer – und das nass Spritzen beim Abwaschen. Magdalena Fröhlich

Magdalena Fröhlich

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