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Grimma Erneut Vogelgrippe-Fall im Landkreis: Trebsen wird Sperrbezirk
Region Grimma Erneut Vogelgrippe-Fall im Landkreis: Trebsen wird Sperrbezirk
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17:08 07.02.2017
Mit ersten Beprobungen in Nutztierbeständen bereiten Mitarbeiter des Veterinäramtes das Trebsener Risikogebiet vor. Quelle: Frank Schmidt
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Trebsen

Der Stadt Trebsen und den umliegenden Orten drohen noch heute die Ausweisung als Risikogebiet für die Vogelgrippe. Nachdem Ende vergangener Woche ein Bussard im Schlosspark tot aufgefunden und zur Beprobung eingeschickt wurde, diagnostizierte die Landesuntersuchungsanstalt für Veterinärwesen mit Sitz in Leipzig Wiederitzsch den für Geflügel hoch ansteckenden Virus H5N1, sprich die Vogelpest. Gleichwohl die amtliche Bestätigung quasi als B-Probe vom Friedrich-Loeffler-Institut, dem Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit als einziges bundesdeutsches Referenzlabor noch aussteht, haben die Vorbereitungen begonnen, Trebsen als Sperrbezirk auszuweisen. Dafür wird ein Radius von drei Kilometern rund um den Fundort angenommen. Gleichzeitig besteht ein Beobachtungsgebiet mit einem zehn Kilometer weiten Radius.

Von glücklichen Hühnern, Enten und Gänsen spricht der Volksmund im Wissen, dass dieses Federvieh unter optimalen Bedingungen Freigang und Auslauf hat. Doch die gegenwärtige Entwicklung trübt das Glück der Tiere, aber auch der Tierhalter. Die Vogelpest weitet sich aus. Hat es zunächst mehr die Randgebiete des Landkreises betroffen, ist der für Geflügel hoch ansteckende Virus H5N1 nun auch in Trebsen und damit mitten im Muldental respektive Landkreis aufgetreten. Was für den Tierarzt Norman Ständer im Lebensmittelüberwachungs- und Veterinäramt des Landkreises (LÜVA) nicht so spektakulär sei, da es sachsenweit Ausbrüche von Vogelpest gab und noch immer gibt, die natürlich durch den Radius der Sperrgebiete auch den Landkreis Leipzig touchieren. „Es ist ein neuer Fall auf Landkreisebene“, konstatiert Ständer sachlich nüchtern und verweist auf die bekannten restriktiven Maßnahmen.

Und die werden unverzüglich umgesetzt. Bereits am Dienstag waren Mitarbeiter der LÜVA im betroffenen Gebiet unterwegs, um die Tierbestände von Nutztierhaltern klinisch zu testen, sprich augenscheinlich zu begutachten, um Auffälligkeiten festzustellen, und um Tupferproben zu nehmen. Zudem wurden Merkzettel mit Verhaltensregeln ausgereicht, um die potenziell bestehende Gefahr einer Ausbreitung der Vogelpest auf Nutztierbestände zu minimieren, noch besser zu verhindern. Über all diese Schutzmaßnahmen steht eine strenge Stallpflicht für Federvieh. Zuwiderhandlungen werden mit empfindlichen Geldstrafen geahndet, warnt das Veterinäramt eindringlich.

Im Vergleich zum Vogelgrippeausbruch im Jahr 2006 sei beunruhigend, so räumt Ständer ein, dass der Virus H5N1 aktuell in der Wildvogelpopulation so stark verbreitet sei, wie es vom Ausmaß her in den Jahren zuvor nicht vorkam. „Ein Ende ist daher nur schwer absehbar“, lässt der Veterinär aufhorchen. „Wir haben es mit einem anderen Erreger als 2006 zu tun. Bis jetzt gibt es aber keine Hinweise darauf, dass er humanpathogen ist, also auch den Menschen befallen kann, obwohl solche Viren die Eigenschaft haben, sich zu verändern“, weiß Ständer und mahnt zur Einhaltung aller Vorsichtsmaßnahmen, dann bestehe für uns Menschen keine Gefahr.

Von Frank Schmidt

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