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Erneut konträre Diskussion um Bauwunsch einer jungen Familie

Erneut konträre Diskussion um Bauwunsch einer jungen Familie

Grimma. Er bahnt sich hier vielleicht an, der neue Grimmaer Knallerbsenstrauch- und Maschendrahtzaun-Streit. Eine junge Familie möchte in der Leisniger Straße 19 ein Haus bauen und in Grimma sesshaft werden.

. Eine ebenfalls noch junge Familie, die vor einigen Jahren ein Haus mit 1800 Quadratmeter Grundstück in der Nachbarschaft erworben hatte, wehrt sich mit aller Kraft und mit allen Mitteln dagegen.

 

Schon in der April-Parlamentssitzung hatten die Abgeordneten zu entscheiden, ob für die betreffende Fläche von 1400 Quadratmeter eine Ergänzungssatzung aufgestellt werden soll, damit die Bauwilligen weitere Schritte wie den Erwerb des Grundstücks unternehmen können. Für Außenstehende nicht nachvollziehbar war in jener Sitzung die mehrheitliche Ablehnung der Satzung und damit der Voraussetzung für den Hausbau (die LVZ berichtete). Auf Bitte der bauwilligen Familie und auf Grund von neuen Informationen wurde nun das Thema erneut auf die Tagesordnung der Stadtratssitzung genommen.

Sie wohne noch in Leipzig und werde in Grimma das Korkstudio ihrer Eltern übernehmen, begründet die junge Frau den Wunsch, mit ihrem Mann und den beiden Töchtern in ein neues Haus in der Muldestadt zu ziehen. Sie hätte sich mehrere Bauplätze in Grimma angesehen, doch dieses zum Verkauf stehende Grundstück, das zu einer Insolvenzmasse gehört, habe es ihnen sofort angetan. "Hier könnten wir uns wohlfühlen", sagt sie. In dieser Woche würden die Kaufformalitäten mit dem Notar geregelt.

 

Nein, das Grundstück sei nicht geeignet für eine Bebauung, hält der Eigentümer des Nachbarhauses entgegen. Führt als Argument die Waldgrenze an und die geplante vier Meter breite Zufahrt neben seinem Areal zum hinten liegenden Grundstück: "An einer Stelle gibt es da gar keinen Abstand zu unserem Grundstück." Es gebe genug andere Bauflächen in der Stadt oder alte Bausubstanz, die ertüchtigt werden könne. 

 

Stadtrat Wolfgang Bludau (Linke) sagt: "Ich habe mich jetzt kundig gemacht und damit beschäftigt. Damals hatten wir verkehrte Informationen bekommen. Im April habe ich die Ergänzungssatzung deshalb abgelehnt, jetzt stimme ich zu." Er lässt damit erahnen, dass vor der Beschlussfassung auf der April-Sitzung möglicherweise versucht wurde, die Stadträte zu beeinflussen. Oberbürgermeister Matthias Berger räumt ein, dass von beiden Seiten Polemik im Spiel war. "Es ist doch aber kein Problem, sich die Natur ein bisschen zu teilen", sagt er in Hinsicht auf die beiden sehr großen und im Grünen gelegenen Grundstücke. "Wenn heute wieder ein Nein käme, dann könnten wir ab jetzt in der Beiersdorfer Straße nur noch jedes vierte Grundstück verkaufen, weil sich sonst die Nachbarn gestört fühlen."

Fünf Stadträte, vornehmlich aus der CDU-Fraktion, stimmten wiederum gegen die Ergänzungssatzung, fünf enthielten sich der Stimme, zehn gaben ihr Ja. Damit ist zumindest das Verfahren in Gang gesetzt worden, dass eine junge Familie in Grimma ihre neue Heimat finden kann.

Silke Hoffmann

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