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Ernte im Muldental: Bauern fahren gute Gerste ein und machen Brauern Hoffnung

Agrarwirtschaft Ernte im Muldental: Bauern fahren gute Gerste ein und machen Brauern Hoffnung

Auf den Feldern läuft die Getreideernte auf Hochtouren. Inzwischen wurde die Gerste hierzulande bereits komplett vom Halm geholt. Die Landwirte im Muldental haben jetzt mit dem Drusch von Raps begonnen.

Voll beladene Traktoren steuern die Silos von Ceravis in Trebsen an, um die Ernte abzuliefern.

Quelle: Frank Schmidt

Muldental. Auf den Feldern läuft die Getreideernte auf Hochtouren. Inzwischen wurde die Gerste hierzulande bereits komplett vom Halm geholt. Die Landwirte im Muldental haben jetzt mit dem Drusch von Raps begonnen. Von einer Halbzeit in der diesjährigen Erntekampagne kann aber nicht gesprochen werden. So haben die Bauern noch die Ernte von Erbsen, Roggen und Mais sowie Durum-Hartweizen, Triticale und Weizen vor der Brust. Weizen macht traditionell den Löwenanteil des Getreideanbaues in der Region aus.

Biertrinker können hoffen: Die Gerste als ein wesentlicher Bestandteil für ein kühles Blondes ist heuer in Qualität und Quantität „erstaunlich gut“. Das bestätigt Marc Proschwitz von der Fürstenwalder Getreidelager GmbH, (FGL), zu der auch die Ceravis AG als Schwesterbetrieb mit Umschlagplatz für Erntegut in Trebsen gehört. „Das war nach einer langen Trockenperiode, die natürlich regional sehr unterschiedlich ausfiel, so nicht zu erwarten“, fügt Proschwitz hinzu. In Zahlen ausgedrückt, liegen die Erträge durchschnittlich um die 80 Dezitonnen (dt), respektive 80 Doppelzentner pro Hektar. Durchschnittlich heißt, dass es auch dreistellige Erträge gegeben habe, etwa in der Oschatzer Ecke. In Regionen wie Zeithain mit sandigen Böden seien dagegen nur zwischen 40 und 60 dt eingetütet worden. „Aber das ist für die dortigen Betriebe auch noch nicht ganz schlecht“, relativiert Proschwitz die regionalen Unterschiede. Preislich bewege man sich ebenfalls im Durchschnitt. Proschwitz, dessen Brötchengeber bundesweit agiert, wollte aus Gründen des Wettbewerbes keine regional geltenden Preise nennen, lässt aber wissen, dass sich die Gerste „seit sehr langer Zeit“ um die 130 Euro pro Tonne bewege, der Weizen um die 160 Euro pro Tonne.

Ebenfalls aus Gründen des Wettbewerbes ist Lutz Eilenberg, Chef der Machern Landwirtschaft GmbH & Co. KG, nicht bereit, Zahlen zu den Erträgen auf seinen 400 Hektar großem Gerstenschlag öffentlich zu machen. Nur soviel: „Der Ertrag ist zufriedenstellend“. Und das wiederum heiße auf konkrete Nachfrage: „Besser als im Vorjahr.“ Aktuell konzentriere man sich in den nächsten acht bis neun Tagen auf den Drusch von 900 Hektar Raps und auf etwa 1500 Hektar Weizen – Beginn Mitte nächster Woche, sofern es die Wetterlage zulasse.

Wolfgang Vogel, Landesbauernpräsident und Chef der Bauernland GmbH in Beiersdorf, ist mit dem Ergebnis bei der Gerste „entsprechend der Witterung, insbesondere mit Blick auf die Trockenperiode“ ganz zufrieden. Allerdings hält auch er sich mit konkreten Zahlen zu Erträgen zurück. Seine Mähdrescher sind aktuell im Raps, im Durum und auch schon im Weizen auf Achse.

Bauer Olaf Kupfer in Neichen ist da schon redseliger. „Wir konnten bei Gerste etwa 80 Doppelzentner einfahren, und das bei einer überdurchschnittlich guten bis sehr guten Qualität“, sagt Kupfer. Gleiches erwartet er auch vom Raps, während eine Prognose zum Weizen noch etwas zu früh und damit zu gewagt sei.

Von Frank Schmidt

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