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Grimma Erntebittfest in Beiersdorf
Region Grimma Erntebittfest in Beiersdorf
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00:19 01.08.2018
Ernte dort erlebbar machen, wo sie stattfindet: In Beiersdorf fand zum wiederholten Mal ein Erntebittfest statt. Quelle: Roger Dietze
Grimma/Beiersdorf

Für „normal“ sozialisierte Konsumenten ist es selbstverständlich, dass Supermärkte vom frühen Morgen bis zum späten Abend Eier, Brot, Obst, Gemüse und andere Dinge des täglichen Bedarfs bereithalten. Der Bezug zur Herkunft unserer Lebensmittel ist darüber nahezu verloren gegangen. Ihn zumindest regelmäßig ins Bewusstsein zu rufen, ist in der Kirchgemeinde Hohnstädt-Beiersdorf zu einer kleinen Tradition geworden, die den Namen Erntebittfest trägt.

Ernte dort erlebbar machen, wo sie stattfindet: In Beiersdorf fand zum wiederholten Mal ein Erntebittfest statt. Quelle: Roger Dietze

Für selbiges stellte Jens Bahrmann am Wochenende zum wiederholten Mal seinen Beiersdorfer Betrieb zur Verfügung, auf dem der Landwirt und Bäckermeister gemeinsam mit seiner Frau unter anderem die gesamte Palette an Getreidesorten, dazu Zwiebeln, Rüben und Kartoffeln anbaut. „Auf unserem und auch auf anderen Höfen war es in der Vergangenheit üblich, dass nach Abschluss der Frühjahrsbestellung und nach dem Einfahren des Heus die Familie zu einem kleinen Fest zusammenkam, und ich finde es wichtig, an diese Tradition zu erinnern“, so der 47-Jährige.

„Brot und Kartoffel sind nicht selbstverständlich“

Der diesjährige Sommer mit seiner anhaltenden Trockenheit habe schmerzlich bewusst gemacht, dass das Brot und die Kartoffel auf dem Teller keine Selbstverständlichkeit sind. „Auch wir rechnen bei der Getreideernte gemessen am vergangenen Jahr mit durchschnittlichen Einbußen von 50 Prozent, zudem wird der zweite Heuschnitt in diesem Jahr wegfallen, so dass wir beim Futter von Reserven zehren müssen und wahrscheinlich dennoch nicht umhin kommen werden, unseren Viehbestand zu schlechten Konditionen zu reduzieren“, so Jens Bahrmann, der seinen Optimismus gleichwohl nicht verloren hat. „Wer unter freiem Himmel wirtschaftet, der ist vom lieben Gott abhängig“, ist der Beiersdorfer Landwirt überzeugt.

Feldgottesdienst mit Pfarrer Markus Wendland

Und so wurde beim Erntebittfest nicht nur gemeinsam gespeist und von den kleinen Gästen die eine oder andere Runde auf dem Karussell gedreht, sondern zudem in Form eines Feldgottesdienstes um Beistand von oben gebeten. Maßgeblicher Akteur hierbei war Pfarrer Markus Wendland, der nach Abschluss seiner dreijährigen Probezeit seit dem Frühsommer 2016 die Pfarrstelle Grimma 2 innehat. Der Mitt-Dreißiger unterstützt die Aktion seiner Gemeinde ausdrücklich, weil er es für wichtig erachtet, „den Menschen die Möglichkeit zu geben, hinter die Kulissen der Lebensmittelproduktion zu blicken“.

Nur so könne man schließlich den Wert dieser Gaben sowie die dahinter steckende Arbeit ermessen, sagt der Grimmaer Gottesmann, der sich daran erinnert, dass die Idee zum ersten Erntebittfest vor einigen Jahren im Rahmen eines Grillabends anlässlich des Tages der offenen Dorfkirche geboren wurde. „Ich war sofort von ihr angetan, weil sich meinem Verständnis nach das Thema Ernte am besten dort erlebbar machen lässt, wo sie stattfindet.“

Von Roger Dietze

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