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Grimma Erschließung der Grünstadt verzögert sich
Region Grimma Erschließung der Grünstadt verzögert sich
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13:31 14.05.2018
Auf dieser Fläche soll der erste Bauabschnitt des neuen Wohngebiets Grünstadt Naunhof entstehen. Gearbeitet wird aber nur an der Kindertagesstätte (rechts). Ansonsten ruht die Baustelle. Quelle: Foto: Frank Pfeifer
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Naunhof

Still ruht der Naunhofer Grillensee. Wo momentan ein riesiges Wohngebiet erschlossen werden sollte, dreht sich kein Rad. Die Leipziger Beton-Union GmbH (LBU) als Grundeigentümer wartet weiter darauf, dass sie alle Genehmigungen erhält. Doch das wird wohl noch eine Weile dauern.

Bürokratie, Bürokratie, Bürokratie. „Im Laufe der Zeit verändern sich ein paar Dinge auf der Welt“, umschreibt LBU-Geschäftsführer Karl-Heinz Schenk seine Situation. Will heißen, die Erschließungsplanung für den ersten, rund 42 000 Quadratmeter großen Bauabschnitt liegt zwar vor, aber es werden immer wieder neue Änderungen nötig. „Der planerische Aufwand ist immens“, so Schenk.

Leitungen müssen verändert werden

Größter Brocken momentan: Die Leitungen für die Schmutzwasserentsorgung müssen anders geführt werden, als ursprünglich gedacht. Eine Anbindung ans bestehende städtische Kanalnetz in der Melanchthonstraße oder am Pfarrlehen ist vom Tisch; jetzt soll sie an der Brandiser Straße in der Nähe von Möbel Günz erfolgen. „Das haben wir so mit dem Abwasserzweckverband Parthe abgestimmt“, erläutert der LBU-Chef. „An der Genehmigungsplanung für die dafür erforderliche Unterquerung der Bahnlinie wird gerade gearbeitet.“

Als die Straße des 9. November, die als Zubringer für das neue Wohngebiet gebaut werden musste, nach jahrelangen Planungen und Umplanungen im Juni vergangenen Jahres endlich eröffnet wurde, war Schenk noch optimistisch davon ausgegangen, in diesem Frühling mit der Erschließung der Grünstadt beginnen zu können. Er ließ das Gelände regulieren, Bewuchs entfernen und die künftigen Flurstücke vermessen. Doch baulich kommt er nun nicht weiter. „Wir beginnen erst, wenn alle Genehmigungen vorliegen“, betont er. „Dafür peile ich gegenwärtig die zweite Jahreshälfte an.“ Das heißt, frühestens ab dann werden Straßen mitsamt aller Medien, unter anderem Glasfaserkabel, angelegt.

So soll die Grünstadt Naunhof aussehen. Der erste Bauabschnitt liegt rechts vom Teich in der Mitte und nördlich der in Bau befindlichen Kindertagesstätte (rechts unten). Quelle: LBU

Die Arbeiten dürften sich laut Schenk bis ins kommende Jahr fortsetzen. Bauwillige dürften aber schon vor Abschluss der Erschließung loslegen. Aus Sicht des Naunhofer Bauamts können diese ihre Bauanträge bei der Stadt einreichen, sobald die Straßen im Wohngebiet befahrbar sind. „Wir werden sie dann zügig bearbeiten und ans Landratsamt weiterleiten, das die Genehmigungsbehörde ist“, verspricht Amtsleiter Thomas Hertel.

Viele Parzellen reserviert

Aus über 70 Parzellen mit einer Größe von 500 bis 800 Quadratmetern besteht der erste Bauabschnitt, der sich von der Straße des 9. November und der in Bau befindlichen Kindertagesstätte bis zur Straße Zum Grillensee erstreckt. Laut Schenk ist der Großteil der Grundstücke schon reserviert. Entgegen anderslautenden Gerüchten verkaufe er das Land zu den in Naunhof durchschnittlichen Bodenpreisen. Entstehen würden Einzel- und Doppelhäuser sowie im westlichen Teil Stadtvillen.

Sobald er mit dem ersten Abschnitt durch ist, will Schenk die Feinplanung für den zweiten angehen, der ab der Straße des 9. November entlang des Lärmschutzwalls am Solarpark verläuft. „Das liegt aber so weit in der Zukunft, dass ich noch nichts Verlässliches sagen kann“, erklärt er. Nur soviel: Vorgesehen ist das Gebiet für Mehrgeschosser. Auch hier gibt’s schon Interesse.“

Bebauung am Grillensee

Der dritte und letzte Abschnitt wird direkt am Grillensee liegen. Dort ist nicht nur eine Wohnbebauung möglich, auch Gastronomie- und Hotelleriebetriebe dürfen sich niederlassen. Zentrum der über zwölf Hektar großen Gesamtfläche wird ein großer Park mit Teich bilden, der den Namen Grünstadt gerecht werden lässt.

Am gleichen Standort existierte ab den 1960er-Jahren das Spannbetonwerk Naunhof. 1990 wurde es privatisiert und firmierte von da an als Leipziger Beton-Union. 1998 wurde die Produktion in dem Betrieb eingestellt, von seiner Gebäudestruktur ist kaum noch etwas übrig.

Die LBU stellt keinen Beton mehr her, sondern betreibt und entwickelt mehrere gewerbliche Standorte in Leipzig, Naunhof, Duisburg, Ostfildern und Willich.

Von Frank Pfeifer

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