Volltextsuche über das Angebot:

17 ° / 10 ° Regenschauer
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland RND

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Erste Flüchtlinge beziehen „Roten Ochsen“ in Grimma

Asylunterkunft Erste Flüchtlinge beziehen „Roten Ochsen“ in Grimma

Im Roten Ochsen Grimma wurden am Dienstag die ersten Flüchtlinge untergebracht. 59 Asylbewerber aus dem Irak, Syrien und Afghanistan finden in dem Bürokomplex vorübergehend eine neues Zuhause. Der Umbau des Gebäudes ist noch nicht ganz abgeschlossen.

Glücklich, angekommen zu sein: Diese Familie aus Afghanistan gehört zu den ersten Bewohnern der neuen Asylunterkunft im „Roten Ochsen“ in Grimma-Süd.

Quelle: Frank Schmidt

Grimma. In dem als „Roter Ochse“ bekannten Bürokomplex in Grimma Süd ist Leben eingezogen. Seit Dienstag haben in der umstrittenen Flüchtlingsunterkunft 59 Asylbewerber aus Irak, Syrien und Afghanistan vorübergehend eine neue Heimat bekommen. Laut Betreiber, die Taiga Holzhaus GmbH, handelt es sich um eine „Notbelegung“, die sich zunächst auf die Hälfte der Räume im Erdgeschoss bezieht. Eine eigens dafür eingebaute Brandschutzmauer trennt den nun bewohnten Nordflügel vom Südflügel. In der Belegungsliste stehen Familien zum Teil mit Kindern und ein einzelner Mann, sagt der Heimleiter, der namentlich nicht genannt werden möchte. Er hat nach eigenem Bekunden eine dreijährige Ausbildung als „Fachkraft für Schutz und Sicherheit“ absolviert. Und dieses Qualitätsmerkmal soll sich in allen Bereichen der neuen Asylunterkunft positiv auswirken.

Die Räume sind mit Doppelstockbetten ausgestattet

Die Räume sind mit Doppelstockbetten ausgestattet.

Quelle: Frank Schmidt

„Das Gebäude wird an seiner kompletten Außenhaut sowie innen im öffentlichen Bereich wie Eingang, Treppe und Flur videotechnisch überwacht. Beweis dafür sind gleich mehrere montierte und installierte Monitore im Wachraum am Eingang. Die Aufnahmen werden aufgezeichnet und dem gesetzlichen Vorgaben entsprechend bis zu acht Tage archiviert, so dass bei Vorfällen darauf zurückgegriffen werden könnte. Und an der Eingangstür sind nicht zu übersehende Symbole angebracht, mit den unmissverständliche Tabus kundgetan werden. Das Mitbringen von Schuss-, Hieb- und Stichwaffen zum Beispiel oder auch das Fotografieren im Gebäude.

Ausnahme bildete ein Exklusivtermin am Vorabend des Erstbezuges, bei dem der Heimleiter durch die Räume führte. In den Unterkünften, die für drei bis maximal acht Personen komplett eingerichtet sind, stehen Doppelstockbetten, Tische und Stühle sowie pro Person ein verschließbarer Spint und ein Kühlschrank. Alles neu und aus Stahl beziehungsweise Blech beschaffen, seien die Möbelstücke aus der Türkei abgeholt worden. Auf den Schränken liegen die sogenannten „Notausstattungen, bestehend aus Bettzeug und Handtücher im Doppelpack, PVC-Geschirr, Töpfe und Pfannen sowie Bestecke.

Der erste Eindruck war, dass noch viel zu tun war, bis zur Ankunft der neuen Bewohner. Im ebenfalls separierten Teilabschnitt des ersten Stockwerkes sind die Duschen und Waschbecken noch nicht komplett installiert gewesen. Sechs Dusch- und Wascheinheiten für alle. Sprich keine Trennung für Männlein und Weiblein. „Deshalb gibt es Duschzeiten, das müsste bei der überschaubaren Belegungszahl funktionieren“, sagt der Verantwortliche. Im Keller ist ein großer Waschsalon vorgesehen, der ebenfalls auf seinen Fertigstellung wartet.

Vom Gerücht, dass am 1. Januar wichtige Medien wie Wasser und Strom abgeschaltet werden könnten, lässt sich der Heimleiter nicht irritieren. „Das zu klären ist Sachen meiner übergeordneten Stellen. Aber für diese Unterkunft liegt eine offizielle Genehmigung vor, da sehe ich keine Probleme“, ist er sich sicher. Auf dem zweiten Blick ist zu sehen, man will in Sachen Ordnung und Sicherheit nichts dem Zufall überlassen und sich erst recht nichts nachsagen lassen. Grundlage ist ein ausgearbeitetes mehrsprachiges Brandschutz- und Sicherheitskonzept. „Das bekommen die Herrschaften“, wie der Heimleiter seine Neuankömmlinge nennt, „ausgehändigt und erläutert. Unser Vorteil ist, dass unser Sicherheitspersonal mehrere Fremdsprache beherrscht auch arabische, so dass es keine Kommunikationsverluste geben wird“, versichert er.

„Machen wir uns nicht vor“, so spricht der Heimleiter ein abschließendes offenes Wort, „die Unterbringung der Flüchtlinge ist ein Geschäft. Aber uns ist sehr daran gelegen, dieses Geschäft zu Zufriedenheit aller zu erledigen.“

Von Frank Schmidt

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Grimma

Blättern Sie in der prall gefüllten Veranstaltungsbeilage und entdecken Sie die Termine aus unserer Region. mehr

  • Sportlerwahl
    Aktionslogo Sportlerwahl Landkreis Leipzig 2016

    Kreissportbund Landkreis Leipzig, Sparkasse und Leipziger Volkszeitung suchten die besten Sportler 2016. mehr

  • Zeitung in Schulen

    Herzlich willkommen bei den Schulprojekten der Leipziger Volkszeitung und ihrer Regionalausgaben. mehr

  • Geld für Vereine der Region
    Mikrologo Angestust

    Die aktuelle Förderrunde der Aktion „Angestupst“ von LVZ und Sparkasse Leipzig ist beendet. Hier das Ergebnis! mehr

  • LVZ-Fahrradfest
    Logo LVZ-Fahrradfest

    LVZ-Fahrradfest 2016: Sehen Sie hier einen Rückblick mit vielen Fotos von allen Starts, Videos und mehr. mehr

29.03.2017 - 13:50 Uhr

Aktuelles aus der Kreisliga A West: Mölbis schlägt Kitzscher, SV Regis-Breitingen erklimmt Spitze, aber Pegau zieht wieder vorbei.

mehr
  • 24 Stunden in der Region

    Firmen und Unternehmen in der Region Leipzig stellen sich vor. mehr

  • TAW - Technische Akademie Wuppertal
    TAW  - Technische Akademie Wuppertal

    Ein Werbespecial der LVZ für die Technische Akademie Wuppertal mit Infos zum breitgefächerten Angebot. mehr

  • Zoo Leipzig
    Zoo Leipzig

    Infos und Events aus dem Zoo Leipzig sowie zahlreiche Bilder aller Vierbeiner und der geflügelten Zoobewohner. mehr

  • Asisi - Welt der Panoramen
    Panometer Leipzig: Alle Infos zum "Titanic" und den weiteren Panoramaprojekten von Yadegar Asisi

    Erfahren Sie im Special von LVZ.de alles zum Titanic-Panorama im Panometer Leipzig und den asisi-Panoramen in Dresden. mehr