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Grimma Erste Flüchtlinge beziehen „Roten Ochsen“ in Grimma
Region Grimma Erste Flüchtlinge beziehen „Roten Ochsen“ in Grimma
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18:11 22.12.2015
Glücklich, angekommen zu sein: Diese Familie aus Afghanistan gehört zu den ersten Bewohnern der neuen Asylunterkunft im „Roten Ochsen“ in Grimma-Süd. Quelle: Frank Schmidt
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Grimma

In dem als „Roter Ochse“ bekannten Bürokomplex in Grimma Süd ist Leben eingezogen. Seit Dienstag haben in der umstrittenen Flüchtlingsunterkunft 59 Asylbewerber aus Irak, Syrien und Afghanistan vorübergehend eine neue Heimat bekommen. Laut Betreiber, die Taiga Holzhaus GmbH, handelt es sich um eine „Notbelegung“, die sich zunächst auf die Hälfte der Räume im Erdgeschoss bezieht. Eine eigens dafür eingebaute Brandschutzmauer trennt den nun bewohnten Nordflügel vom Südflügel. In der Belegungsliste stehen Familien zum Teil mit Kindern und ein einzelner Mann, sagt der Heimleiter, der namentlich nicht genannt werden möchte. Er hat nach eigenem Bekunden eine dreijährige Ausbildung als „Fachkraft für Schutz und Sicherheit“ absolviert. Und dieses Qualitätsmerkmal soll sich in allen Bereichen der neuen Asylunterkunft positiv auswirken.

Die Räume sind mit Doppelstockbetten ausgestattet. Quelle: Frank Schmidt

„Das Gebäude wird an seiner kompletten Außenhaut sowie innen im öffentlichen Bereich wie Eingang, Treppe und Flur videotechnisch überwacht. Beweis dafür sind gleich mehrere montierte und installierte Monitore im Wachraum am Eingang. Die Aufnahmen werden aufgezeichnet und dem gesetzlichen Vorgaben entsprechend bis zu acht Tage archiviert, so dass bei Vorfällen darauf zurückgegriffen werden könnte. Und an der Eingangstür sind nicht zu übersehende Symbole angebracht, mit den unmissverständliche Tabus kundgetan werden. Das Mitbringen von Schuss-, Hieb- und Stichwaffen zum Beispiel oder auch das Fotografieren im Gebäude.

Ausnahme bildete ein Exklusivtermin am Vorabend des Erstbezuges, bei dem der Heimleiter durch die Räume führte. In den Unterkünften, die für drei bis maximal acht Personen komplett eingerichtet sind, stehen Doppelstockbetten, Tische und Stühle sowie pro Person ein verschließbarer Spint und ein Kühlschrank. Alles neu und aus Stahl beziehungsweise Blech beschaffen, seien die Möbelstücke aus der Türkei abgeholt worden. Auf den Schränken liegen die sogenannten „Notausstattungen, bestehend aus Bettzeug und Handtücher im Doppelpack, PVC-Geschirr, Töpfe und Pfannen sowie Bestecke.

Der erste Eindruck war, dass noch viel zu tun war, bis zur Ankunft der neuen Bewohner. Im ebenfalls separierten Teilabschnitt des ersten Stockwerkes sind die Duschen und Waschbecken noch nicht komplett installiert gewesen. Sechs Dusch- und Wascheinheiten für alle. Sprich keine Trennung für Männlein und Weiblein. „Deshalb gibt es Duschzeiten, das müsste bei der überschaubaren Belegungszahl funktionieren“, sagt der Verantwortliche. Im Keller ist ein großer Waschsalon vorgesehen, der ebenfalls auf seinen Fertigstellung wartet.

Vom Gerücht, dass am 1. Januar wichtige Medien wie Wasser und Strom abgeschaltet werden könnten, lässt sich der Heimleiter nicht irritieren. „Das zu klären ist Sachen meiner übergeordneten Stellen. Aber für diese Unterkunft liegt eine offizielle Genehmigung vor, da sehe ich keine Probleme“, ist er sich sicher. Auf dem zweiten Blick ist zu sehen, man will in Sachen Ordnung und Sicherheit nichts dem Zufall überlassen und sich erst recht nichts nachsagen lassen. Grundlage ist ein ausgearbeitetes mehrsprachiges Brandschutz- und Sicherheitskonzept. „Das bekommen die Herrschaften“, wie der Heimleiter seine Neuankömmlinge nennt, „ausgehändigt und erläutert. Unser Vorteil ist, dass unser Sicherheitspersonal mehrere Fremdsprache beherrscht auch arabische, so dass es keine Kommunikationsverluste geben wird“, versichert er.

„Machen wir uns nicht vor“, so spricht der Heimleiter ein abschließendes offenes Wort, „die Unterbringung der Flüchtlinge ist ein Geschäft. Aber uns ist sehr daran gelegen, dieses Geschäft zu Zufriedenheit aller zu erledigen.“

Von Frank Schmidt

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