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Grimma Erste Flüchtlingsfamilien beziehen Grimmaer Notunterkunft
Region Grimma Erste Flüchtlingsfamilien beziehen Grimmaer Notunterkunft
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19:15 08.12.2015
Landrat Henry Graichen (CDU) macht sich vor Ort ein Bild von der Notunterkunft und spricht mit Schülervertretern. Quelle: Frank Schmidt
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Grimma

Eine Entscheidung ist vergangene Woche relativ kurzfristig gefallen: Die Turnhalle des Grimmaer Berufsschulzentrums in der Karl-Marx-Straße als Unterkunft für 160 Asylbewerber zu nutzen (LVZ berichtete). Folglich sollte die Einrichtung der Sportstätte zur logistischen Herausforderung werden. Wie das gemeistert wurde, darüber informierte der Landkreis Leipzig, dem die Turnhalle gehört, und der DRK Kreisverband Muldental als Hausherr auf Zeit am Dienstag.

„Und ob das eine Herausforderung war beziehungsweise noch ist. Vom Transport bis hin zum Einräumen“, machte Bettina Belkner, die DRK-Geschäftsführerin auf die angespannte Situation aufmerksam. Denn noch gab es „verdammt viel Arbeit“ für die haupt- und ehrenamtlichen Helfer, bis alles für die ersten Menschen vorgerichtet war, die Dienstagmittag ankamen. Es sind zumeist Familien aus Afghanistan, dem Irak und Syrien. 82 Kinder und Jugendliche sind unter den 160 Flüchtlingen.

Parallel zur Anmeldung der ersten etwa 30 Asylbewerber wuselte es in den insgesamt 18 Räumen, die eiligst aus Messetrennwänden hergerichtet wurden. Vorhänge ersetzen Türen in den Räumen, die jeweils etwa 40 Quadratmeter groß sind und Platz für neun Personen bieten. Zur Ausstattung gehören zumeist Doppelstockbetten. Tische und Stühle sowie Schränke fehlten noch, sollen aber nach Auskunft von Belkner nachgerüstet werden.

Auch können keinerlei elektrische Geräte betrieben werden, da Steckdosen in den Räumen nicht vorhanden sind. Die Nachtruhe wird mit dem Umlegen des Schalters für die Hallenbeleuchtung kundgetan. Einzig Notausgangsbeleuchtungen weisen den Weg raus beziehungsweise zu den Sanitärräumen. Die stehen zum einen in der Sporthalle zur Verfügung. Aber auch in vier Sanitärcontainern außerhalb der Halle. Ein fünfter Container wird mit Waschmaschinen ausgerüstet sein.

Zur Besichtigung waren auch Schülervertreter anwesend. Sie machten keinen Hehl aus ihrem Unbehagen: „Wir wollen uns nicht von Vorurteilen lenken lassen, aber wir sehen auch Probleme. Lärmbelästigung zum Beispiel, die nicht ausbleiben wird“, sagte Nicolas Lechner. „Außerdem haben viele Mädchen unserer Schule Angst vor den männlichen Asylbewerbern“, fügte der 16-jährige Schüler an. Ganz andere Ängste kommen auf, weil einige von uns helfen möchten, aber Ärger mit anderen Schülern bekommen, die absolut dagegen sind“, ließ er durchblicken.

Während Landrat Graichen von einer dreimonatigen Unterbringung ausgeht, widersprach dem Grimmas Oberbürgermeister Matthias Berger und griff die große Politik in Land und Bund an. „Wir werden uns auf eine langfristige Lösung einrichten müssen, da wir unter einem starren und bürokratischen Apparat leiden. Aber ich sage auch ganz deutlich: Wenn die Hilfe suchenden Menschen einmal hier sind, werden wir sie ordentlich behandeln.“

Von Frank Schmidt

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