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Grimma Erster Flächennutzungsplan für ganz Trebsen
Region Grimma Erster Flächennutzungsplan für ganz Trebsen
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00:41 20.04.2018
Trebsen aus der Vogelperspektive. Wo in der Stadt gebaut werden kann und wo sich Betriebe erweitern können, regelt der Flächennutzungsplan. Quelle: Frank Schmidt
Trebsen

Schluss mit dem Flickenteppich, erstmals verfügt Trebsen jetzt über einen Flächennutzungsplan, der für die Stadt mit all ihren Ortsteilen gilt. Auswirkungen hat er in erster Linie auf Bauwillige und Unternehmer, die Betriebe ansiedeln oder erweitern wollen.

Bislang existierte ein Flächennutzungsplan für Trebsen mit Seelingstädt, einer für Neichen und ein Entwurf für Altenhain. Sie alle haben sich nunmehr erübrigt, jetzt umfasst einer das große Ganze. „In ihm haben wir Wohnflächen in der Stadt und in allen Ortsteilen dem demografischen Wandel angepasst“, erläutert die Bauamtsleiterin Marika Haupt. Will heißen, weil die Bevölkerung schrumpft, verringern sich auch die Areale, auf denen noch Häuser errichtet werden können.

Plan ist variabel

In Stein gemeißelt ist da allerdings nichts. „Es handelt sich um eine Planabsicht der Kommune, wie sie ihr Gebiet entwickeln will. Verbindlichkeiten lassen sich daraus keine ableiten“, sagt Haupt. Das heißt, in begründeten Fällen können auch Grundstücke, die jetzt als Grünland gelten, bebaut werden. „Dafür ist allerdings die Notwendigkeit nachzuweisen, dass nur dieser Standort in Frage kommt. Der Stadtrat wird darüber entscheiden, ob die Gründe ausreichen. Sollte das der Fall sein, müsste der Flächennutzungsplan entsprechend geändert werden“, so Haupt. Im Gegenzug sei es überhaupt nicht ausgemachte Sache, dass Areale, die jetzt als Bauland eingestuft wurden, auch wirklich bebaut werden.

Platz für Wohnraum vorhanden

„Der Landesentwicklungsplan und der Regionalplan Leipzig-Westsachsen geben vor, dass wir uns nur entsprechend unseres eigenen Bedarfs entwickeln sollen, wir dürfen nicht im großen Stil Bevölkerung aus anderen Kommunen abziehen“, gibt Haupt zu bedenken. Deshalb die Beschränkung der Bauplätze, die es dennoch in einem gewissen Umfang gestatte, Zuzüglern Wohnraum zu bieten. Die 15 Einfamilienhäuser, die am Froschteich entstehen sollen, werden sicherlich nicht nur Trebsener beziehen. Ein Grund, weshalb Wurzen, als es um die Zustimmung zum Vorhaben ging, Protest äußerte.

Perspektivisch will Trebsen ein weiteres Wohngebiet am Blumenweg schaffen. „Es gibt aber auch noch andere Flächen in der Stadt, in Altenhain und Seelingstädt, die entwickelt werden können“, versichert Haupt. „In Neichen geht es hingegen eher um Lückenbebauungen und die Umwandlung von Drei- und Vierseithöfen in Wohnhäuser, um den vorhandenen Dorfcharakter nicht zu zerstören.“

Freie Gewerbeflächen stehen zur Verfügung

Freie Gewerbefläche ist aus Sicht der Stadt noch genügend vorhanden. „Weil die Autobahn nicht weit entfernt verläuft, sind wir mit Betrieben in Pauschwitz ganz gut bestückt“, schätzt Haupt ein. „Das Industriegebiet wurde beplant, so dass sich bestehende Unternehmen erweitern und neue ansiedeln können. Konkret vorgesehen ist momentan allerdings nichts.“

Stadt will Ortskern entlasten

Das Landesamt für Straßenbau und Verkehr bestand darauf, dass im Flächennutzungsplan weiterhin der Verlauf der Umgehungsstraße markiert wird, der vor langer Zeit einmal ersonnen worden war. Von Grimma kommend, sollte die Trasse nach dem Wald die jetzige B 107 nach links verlassen, an der Gartenanlage und den Gabelteichen vorbeiführen und bei Rothersdorf in die Bundesstraße zurückmünden. „Als Stadt haben wir immer noch die Absicht, den Ortskern zu entlasten“, sagt Marika Haupt. „Eine Realisierung ist aber nicht wirklich abzusehen. Und falls die Umgehung tatsächlich gebaut würde, müsste sie noch einmal völlig neu geplant werden. Dann wären mehrere Varianten der Streckenführung nach allen Umweltbelangen untereinander abzuwägen.“

Vielleicht steht aber zu dieser Zeit schon längst ein neuer Flächennutzungsplan zur Debatte. Denn so ein Dokument sollte alle zehn bis 15 Jahre frisch erstellt werden, um den jeweils aktuellen Entwicklungen gerecht zu werden.

Von Frank Pfeifer

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