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Grimma Erster Naunhofer Teddy-Cup ohne Beteiligung der städtischen Kindertagesstätten
Region Grimma Erster Naunhofer Teddy-Cup ohne Beteiligung der städtischen Kindertagesstätten
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12:23 27.04.2017
Beim Teddy-Cup sind Schnelligkeit und Geschicklichkeit gefragt.  Quelle: Andreas Döring
Naunhof

 Auf den ersten Blick wirkte der Naunhofer Teddy-Cup am Dienstagmorgen in der Parthelandhalle genauso wie in den elf Jahren zuvor. Und doch war er anders. Erstmals blieben der Sportveranstaltung alle kommunalen Kindertagesstätten der Stadt fern. Für die Organisatoren unverständlich.

„Wir sind von der Entscheidung enttäuscht“, sagte René Schober, Jugendkoordinator des Kreissportbundes. „Schade, dass eine Initiative aus der Mitte der Gesellschaft nicht unterstützt wird. Es gibt schon nur so wenige Sportveranstaltungen für Kinder, und die Teilnahme hier hat ihnen immer große Freude bereitet.“ Nicht zuletzt würden hinter dem Teddy-Cup zumeist ehrenamtliche Helfer stecken, die mit viel Leidenschaft dabei sind.

Alle Jahre wieder, in diesem ohne Beteiligung der städtischen Kitas: Der Teddy-Cup in der Naunhofer Parthelandhalle. Erwärmung soll bekanntlich der Grundstein für sportliche Erfolge sein.

Auf die Frage ans Rathaus, warum sich die fünf Kitas, die sich nicht in freier Trägerschaft befinden, heraushielten, antwortete Bürgermeister-Sekretärin Angelika Schulz, anlässlich der 750-Jahr-Feier Fuchshains veranstalte die dortige Kita „Weltentdecker“ mit den anderen städtischen Tageseinrichtungen am 1. Juni ein Sportfest. Dies erfordere intensive Vorbereitungen. „Um eine Belastung für Kinder, Eltern und Erzieher zu vermeiden, haben sich die städtischen Kindertageseinrichtungen entschlossen, dieses Jahr nicht am Teddy-Cup teilzunehmen“, so Schulz.

Diesen Grund bezeichnete Schober als „nicht nachvollziehbar“. Und der Präsident des Aktivsportvereins Saxonia, Michael Schramm, der alle zwölf Auflagen des Teddy-Cups maßgeblich vorbereitete, meint: „Ich habe den Eindruck, dass hier eine Verbindung mit meiner Tätigkeit als Stadtrat besteht.“ Im vergangenen Jahr war der Chef der Naunhofer CDU im Tarifstreit alles andere als auf einer Linie mit der Stadtverwaltung. Außerdem unterstützte seine Partei einen Vorschlag anderer Abgeordneter, die prüfen lassen wollten, ob die städtischen Kitas in eine freie Trägerschaft überführt werden könnten.

2016 habe er, so Schramm, zum Teddy-Cup und vier Wochen später mit 300 Kindern zur Siegerehrung vor der verschlossenen Parthelandhalle gestanden, weil der Hausmeister nicht über die angemeldete Veranstaltung informiert gewesen sei. „Und dieses Jahr haben wir einen Pressetext zum Teddy-Cup ans Rathaus geschickt mit der Bitte, ihn im Amtsblatt zu veröffentlichen. Doch mir wurde mitgeteilt, dass sich die Datei nicht öffnen ließ, so dass er nicht erscheinen konnte“, berichtet Schramm. „Dabei handelte es sich um den selben Dokumententyp, wie wir ihn seit zwei Jahren schicken.“

Der Sportler findet es traurig, dass sich die Stadt immer weiter aus dem Teddy-Cup zurückziehe. Dem widerspricht Angelika Schulz vom Rathaus, immerhin würde die Stadt die Parthelandhalle kostenlos zur Verfügung stellen. Doch auch das sieht Schramm anders. „Laut Gebührensatzung ist die Nutzung frei, weil es sich um eine Veranstaltung für Kinder handelt“, argumentiert er. Außerdem sei für den betreffenden Zeitraum das Freie Gymnasium zum Zwecke des Schulsports eingemietet gewesen, „das uns die Halle nicht nur für unsere Veranstaltung überließ, sondern deren achte Klasse dankenswerterweise auch als Helfer mitwirkte.“

Kerstin Teichert vom Tennisclub Rot-Weiß Naunhof, die aus Riesa die Idee eines Teddy-Cups nach Naunhof importiert hatte, sagt: „Ich finde das alles schade, denn die Veranstaltung ist gut für Kinder.“ Diese bekamen von dem ganzen Hickhack nichts mit. Alle drei Naunhofer Kitas unter freier Trägerschaft sowie die Tagesstätten aus Parthenstein und Belgershain brachten 125 Mädchen und Jungen zusammen. Angefeuert von Maskottchen Flizzy absolvierten sie 13 Stationen, an denen sie unter anderem das sächsische Kindersportabzeichen ablegten oder bei Trainer Uwe Schneider vom BSC Victoria erste Handballschritte lernten.

„Es geht hier nicht um Leistung, sondern wir wollen den Kindertagesstätten einen Anreiz geben, sich mehr sportlich zu betätigen“, erläutert Schober. „Dieses Konzept wollen wir auf den gesamten Landkreis ausweiten. Deshalb suchen wir Vereine, die einen Teddy-Cup in ihrer jeweiligen Region auf die Beine stellen.“

Von Frank Pfeifer

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