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Erster Thriller aus der Feder von Tino Hemmann aus Ammelshain

Erster Thriller aus der Feder von Tino Hemmann aus Ammelshain

Mit einem Mord im Leipziger Ortsteil Leutzsch beginnt der zweiteilige Thriller, den Tino Hemmann aus dem Naunhofer Ortsteil Ammelshain geschrieben hat. Erstmals der Öffentlichkeit vorstellen will ihn der Autor und Verleger in seiner Heimatstadt, und zwar am Freitag in Lindhardt.

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Geschafft: Beide Teile des Thrillers "Auf Wiedersehen, Bastard!" liegen vor. Am Freitag liest Autor Tino Hemman erstmals öffentlich daraus.

Quelle: Frank Pfeifer

Naunhof. Schon die ersten Sätze beschreiben eine gruslige Szene, das Dahinscheiden eines Opfers. Hemman fesselt sein Publikum, führt es jedoch zunächst in die Irre. So manchen Wirrungen wird der Leser im weiteren Verlauf ausgesetzt. Das sind zwei Bücher, an denen man dran bleiben muss.

Hemman, bekannt von fünf Krimis über Leipzig und drei Kinderbüchern, setzt in "Auf Wiedersehen, Bastard!" auf einen harten Stoff. Die Helden Sorokin und dessen blind in der umweltverschmutzten Stadt Magnitogorsk am Ural geborener Sohn Fedor flüchten im ersten Band nach Deutschland und landen in Leipzig, nachdem Fedors Mutter in einem der Metallurgiebetriebe starb. Was angeblich ein Unfall war, entpuppt sich als heimtückischer Mord. Es entwickelt sich eine Geschichte um Korruption und Machtmissbrauch, die bis in Kreml-Kreise hineinreichen.

Die fiktive Handlung aus der Feder des Autors könnte genauso möglich sein, denn er hat im Vorfeld gründliche Recherchen angestellt. "Ich war zwar noch nie in Moskau oder Magnitogorsk, aber ich habe mich intensiv mit den Städten auseinandergesetzt", sagt er. "Wo verlaufen die Straßen, wo Metro-Linien? Wie sieht - angesichts des blinden Jungen - die Heimerziehung in Russland aus? Das alles waren Fragen, denen ich nachgegangen bin." Er habe herausgefunden, dass in den 1930er-Jahren nach einem Vertrag zwischen Stalin und Hitler Deutsche die Metallurgie-Anlagen in Magnitogorsk bauten, in denen im Zweiten Weltkrieg russische Panzer gefertigt wurden. Seilschaften von Wirtschaftsfunktionären in den halbstaatlichen Unternehmen spielen im Thriller eine Rolle.

Russische Aussiedler, die in Ammelshain wohnen, und die Hemmann gut kennt, brachten ihn auf die Idee für den Stoff. Zudem hatte er etwas vom Klicksonar gehört, einer, wie er sagt, neuen Form des räumlichen Sehens für Blinde. Es faszinierte ihn so sehr, dass er diese Technik, sich ähnlich wie beim Echolot der Fledermäuse mit einem Schnalzen der Zunge zu orientieren, von seinem jungen Helden Fedor ausüben lässt.

"Schreiben ist für mich eine gewisse Erholung und ein Abschalten vom Stress", sagt der Autor, der zugleich Inhaber des Engelsdorfer Verlags ist. Mittags gönnt er sich gern zwei Stunden, in denen Telefonanrufe nicht durchgestellt werden, um sich seiner Muse hinzugeben. Hat er ein Werk geschafft, schaut es seine Lektorin, Birgit Rentz aus Itzehoe, dreimal durch, filtert Fehler in Grammatik und Logik heraus. "Sie ist die Wichtigste, denn sie nimmt meine Werke auseinander und haut sie mir notfalls um die Ohren", bemerkt er mit einem Lachen. Das Resultat, es kann sich wirklich sehen lassen.

iPremierenlesung am 27. September ab 19 Uhr in der Lindenklause in Lindhardt. Wer sich am aufgetischten russischen Büfett bedienen will, wird um Anmeldung unter Telefon 034293/47 13 13 gebeten.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 24.09.2013

Pfeifer, Frank

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