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Grimma Nordlandfestival in Trebsen wartet mit zahlreichen Attraktionen auf
Region Grimma Nordlandfestival in Trebsen wartet mit zahlreichen Attraktionen auf
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11:36 13.02.2017
Es geht um Leben oder Tod - Wikinger präsentieren sich auf dem ersten Nordlandfestival in Trebsen kämpferisch. Quelle: Fotos: Frank Schmidt
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Trebsen

Weltberühmte Musikhäuser nehmen Millionen in die Hand für eine perfekte Akustik. Der Sächsischen Bläserphilharmonie dagegen genügten die rauen, unverputzten Ziegel- und Bruchsteinmauern im Festsaal auf Schloss Trebsen, um ein außergewöhnliches Klangerlebnis zu schaffen, mit dem am Freitag das erste Nordlandfestival musikalisch eröffnet wurde. Unter Leitung von Gernot Schulz wurden Melodien von Jean Sibelius, Edvard Grieg und Rolf Rudin als „Nordlandimpressionen“ zu Gehör gebracht.

Was jedoch in diesem Raum nach sehr langer Zwangspause nur mit Ausnahmegenehmigung stattfinden konnte, schürte den Unmut mancher Besucher. „Brandschutz ist wichtig, aber überzogene Auflagen durch unflexible Behörden“, so war die Kritik als O-Ton im Festsaal zu vernehmen, „machen Kunst und Kultur im ländlichen Raum kaputt.“ Umso größer war die Freude über eine „überwältigende Resonanz“, die bei Petra Löscher, schwedische Honorarkonsulin für Sachsen und Sachsen-Anhalt, auf ungeteilte Zustimmung stieß. „Ich hoffe sehr“, sagte die Diplomatin zur Eröffnung, „dieses Nordlandfestival findet einen festen Platz im Kulturkalender.“

Am Programm, das der Förderverein Rittergut als Veranstalter bot, sollte es nicht fehlen. Ein halbes Dutzend Bands musizierten für doppelt so viele Konzerte auf zwei Bühnen, Feuershow, skandinavische Tänze, Workshops zum Bau von Blockhütten, angeheizte finnische Sauna nicht nur zum Angucken, Puppentheater, nordländische Handwerkskunst, Wolfsausstellung, Rentierschau und kulinarische Spezialitäten aus dem Norden – nicht nur Freunde von Skandinavien, Alaska und Russland sind voll auf ihre Kosten gekommen.

Schloss und Schlosspark in Trebsen waren eine authentische Kulisse für das erste Nordlandfestival. Traditionen nordischer Kulturen wurden hier lebendig.

Manche Fans waren an ihrer Kleidung zu erkennen. „Na klar, wir haben extra unsere irgendwann und irgendwo mal gekauften Pullover mit Norwegermuster aus dem Schrank geholt“, erklärten die Familien Wittig und Baunack aus Bad Lausick ihr Outfit. Wie sie zog es viele Besucher in den Schlosspark, wo der Mitteldeutsche Schlittenhunde-Club sein Trainingslager aufgeschlagen hat. Die etwa 25 Mitglieder mit ihren 150 Huskys brachten aber keine Wettkampfambitionen mit. „Für uns ist das optimales Training“, freute es Hundeführer Robert Delor. „Wir haben drei unterschiedlich lange Trainingsrunden eingerichtet – einen, drei und sechs Kilometer. Wer durch die Muldeaue in Richtung Rothersdorf mitfahren möchte, gerne. Der Obolus dafür geht komplett an das Tierheim Schkortitz“.

Ein anderer Besuchermagnet war das Wikingerlager. Die Altnordischen zeigten sich kämpferisch und stellten so vor den Augen des neugierigen Publikums ihre Waffenkunst unter Beweis. „Die Wikinger sind aber nicht nur Rauf- und Saufbolde“, stellte deren „Anführer“, der einfach nur Kelle genannt wurde, klar. „Wikinger sind auch gewiefte Händler gewesen, die Waren aus dem hohen Norden wie Daunen und Bernstein an den Mann brachten“, sagte der 52-Jährige Hobby-Wikinger.

„Ich bin echter Fan von Skandinavien und schon sehr oft da oben gewesen. Und deshalb kann ich mir ein Urteil erlauben. Einiges regt zum Schmunzeln an, das meiste aber ist sehr authentisch. Diese Mischung ist deshalb okay und sehenswert“, lobte Alexander Rühle das erste Nordlandfestival.

Von Frank Schmidt

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