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Erweiterung der Naunhofer Grundschule – viel Beton, viel Glas, viel Streit

Vergabeausschuss diskutiert Erweiterung der Naunhofer Grundschule – viel Beton, viel Glas, viel Streit

Die Zahl der Kinder in Naunhof steigt, weshalb die Kommune ihre Grundschule erweitern will. Erste Pläne liegen auf dem Tisch. Offenbar waren sie aber ohne das Wissen der Stadträte erstellt worden. Und so entwickelt sich ein neues Streitthema um eigenmächtiges Handeln im Rathaus und Zuständigkeiten.

Der Innenhof mit der Mensa (links). Sie soll einen Anbau erhalten.

Quelle: Frank Pfeifer

Naunhof. Die Zahl der Kinder in Naunhof steigt, weshalb die Kommune ihre Grundschule erweitern will. Erste Pläne liegen auf dem Tisch. Offenbar waren sie aber ohne das Wissen der Stadträte erstellt worden. Und so entwickelt sich ein neues Streitthema um eigenmächtiges Handeln im Rathaus und Zuständigkeiten.

Im Vergabeausschuss stellte Bauamtsleiter Thomas Hertel die Idee des Architekten vor. Demnach soll zwischen dem Haupthaus der Bildungsstätte an der Schulstraße und dem Altbau an der Bismarckstraße ein neues, futuristisch aussehendes Gebäude errichtet werden. Es wird auf Stelzen stehen, damit der Zugang zum Innenhof gewährleistet bleibt. Im Erdgeschoss ist ein Hausmeisterraum vorgesehen. Über ein Treppenhaus geht’s in die beiden Etagen darüber, die jeweils zwei Klassenzimmer und einen Umkleideraum beherbergen. Im dritten Stock käme ein fünfter Unterrichtsraum dazu.

„Da die bisherige Schule unter Denkmalschutz steht, schreiben die Richtlinien vor, dass Neubauten sich architektonisch deutlich von der alten Substanz abheben müssen, um nachfolgenden Generationen zu zeigen, dass etwas in verschiedenen Epochen entstand“, erklärte Hertel. So sieht der Vorschlag der S.ai Stelzel Architekten & Ingenieure GmbH Fassaden mit klaren Linien und Betonflächen vor, in die größere Fensterfronten eingearbeitet sind. Auflockernd wirken begrünte, nicht begehbare Dächer an der Bismarckstraße, die terrassenförmig angeordnet werden.

Marcus Blankenburg von der Unabhängigen Wählervereinigung (UWV) fragte nach, ob im neuen Hause an die Barrierefreiheit gedacht wurde. Das verneinte Hertel mit dem Argument, diese gäbe es ohnehin in der gesamten Schule nicht. Der Abgeordnete forderte aber: „Dann sollten wir sie wenigstens in den fünf neuen Räumen schaffen!“ Bürgermeister Volker Zocher (parteilos) versprach eine Prüfung.

Die Sporthalle von hinten

Die Sporthalle von hinten. Sie soll verlängert werden, der Schulgarten müsste dann weichen.

Quelle: Frank Pfeifer

Zwei weitere Punkte sieht die Schulerweiterung vor. Zum einen soll die Mensa einen Anbau in Richtung Innenhof erhalten. Und die Sporthalle soll nach hinten verlängert werden, dort befindet sich zurzeit der Schulgarten. Die Idee der Stadtverwaltung ist, die Beete auf die andere Seite der Schulstraße zu verlegen, und zwar auf ein Grundstück, das an den dortigen Spielplatz grenzt. Die Schulstraße selbst soll vor dem Hauptgebäude für den Verkehr gesperrt und damit der Freifläche der Bildungsstätte zugeschlagen werden. „Ob das erlaubt wird, muss noch geklärt werden“, schränkte Hertel ein.

Das Hauptgebäude

Das Hauptgebäude. Wo jetzt noch Autos fahren, könnte die Straße gesperrt und dem Außengelände der Schule zugeschlagen werden.

Quelle: Frank Pfeifer

Der Bauamtsleiter bat darum, das Architekturbüro mit der Planung zu beauftragen. Doch das rief Protest hervor. Michael Schramm (CDU) hielt es für unverständlich, dass der Architekt schon im Oktober den Auftrag von der Stadt erhalten habe und nun der Ausschuss diesen nachträglich bestätigen sollte. Hertel erwiderte: „Wir wollten ihnen etwas vorlegen, das zum Großteil Hand und Fuß hat.“ Das Büro Stelzel habe sich von drei Firmen, die sich an der Ausschreibung beteiligten, als die günstigste erwiesen.

Für Schramm aber hätte das Parlament von Anfang an gefragt werden müssen. Und Blankenburg ergänzte: „Ich bekomme hier ein fertiges Projekt vorgelegt ohne eine Entscheidungsalternative.“ Zocher versicherte zwar, die Räte könnten noch Einfluss auf die Planungen nehmen. Doch überzeugt waren diese nicht. Blankenburg: „Es ist unstrittig, dass die Grundschule mehr Platz braucht. Aber aus dem Bauch heraus kann ich mir vorstellen, dass es nicht wesentlich teurer wird, ein Seitengebäude abzureißen und an dieser Stelle ein neues, höheres zu bauen.“ Was er wolle, seien einfach mehrere Planungsvarianten und von Beginn an eine Einbindung der Abgeordneten in die Diskussion.

Stattdessen, so Blankenburg weiter, wären die Dokumente schon beim Elternstammtisch des Horts besprochen worden. „Meine Frau kam von dort nach Hause und hat mich dazu befragt. Ich konnte nichts sagen, weil ich keine Unterlagen kannte“, kritisierte er. Schramm bestätigte, auch er sei in der Stadt auf Details angesprochen worden von Leuten, die mehr wussten als er. Hertel versicherte, die Unterlagen hätten das Rathaus nicht verlassen. Aber über sie würde ebenso der Architekt verfügen, außerdem hätten die Pläne mit der Schulleitung abgesprochen werden müssen. Dieter Schenk (fraktionslos) schlug vor, das Bauamt solle künftig jeden zur Verschwiegenheit verpflichten, der dort Unterlagen einsieht.

Grundsätzliche Kritik wurde auch laut, weil die Schulerweiterung, die nach ersten Schätzungen über 2,2 Millionen Euro kosten wird, nur im Vergabeausschuss vorgestellt werden sollte. Etwas von dieser Dimension gehört in den Stadtrat, setzten CDU und UWV mit ihrer Stimmenmehrheit durch. Für die Vergabe der Planungsleistungen ist damit nun das Gesamtparlament zuständig.

Von Frank Pfeifer

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