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Grimma „Es geht schon mal über die Bande“
Region Grimma „Es geht schon mal über die Bande“
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05:00 29.04.2010
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. Nach Grimma kam Unihockey dabei eher zufällig.

Mit einer Geschwindigkeit, die kaum mit den Augen zu verfolgen ist, rast der kleine Plastikball im Unihockey über den Hallenboden. Talentierte Spieler können das kleine Ding mit einer irren Geschicklichkeit in der Luft um den Hockeyschläger kreisen lassen. Doch für den Gewinn einer Meisterschaft zählt am Ende körperbetonter Einsatz und das letzte Quäntchen Glück. Jürgen Erfurth, Sportlehrer am St. Augustin Gymnasium, brachte den Trendsport von einer Tagung mit und etablierte ihn erst in der Schule, dann in Großsteinberg und in Grimma.

Daraus entwickelte sich in der Folge das erfolgreiche Wikinger-Team, aus dem regelmäßig deutschlandweite Größen heranwachsen. „Die Chance, in dieser Sportart in die Nationalmannschaft zu kommen, ist natürlich größer als zum Beispiel beim Fußball", meint Ralf Kühne, Trainer des Grimmaer Teams und gleichzeitig Präsident des Mitteldeutschen Floorballclubs (MFBC): ein Zusammenschluss der Mannschaften Löwen Leipzig, Schakale Schkeuditz, dem Damenbereich TSV Halle-Süd und den Wikingern.

Seit drei Jahren führt er nun die Wikinger von Spiel zu Spiel, aber erst dieses Jahr traten sie als Grimmaer an. „Zwar sind wir nur eine relativ junge Mannschaft, aber es war von Anfang an unser Ziel, ins Finale zu kommen", erklärt Kühne. Dieses Ziel wurde erfolgreich erreicht. Zu Beginn sah es nicht unbedingt danach aus, eine Niederlage in der Vorrunde gegen den Tabellenletzten Heidenau rüttelte die Mannschaft auf. Nachdem sie einen 0:5-Rückstand gegen Seebergen drehten, rückte man zusammen. „Wir haben gesehen, was wir leisten können, wenn alle an einem Strang ziehen", so der Trainer. Und der Rest ist Geschichte.

„Jetzt sind wir an einem Punkt, muss ich sagen, wo wir aus dem Kokon Halle heraus sind." Das dortige SG Sahga-Team sorgte lange Zeit für die Erfolge in der Region. Langsam und mühevoll sei der Prozess gewesen, nun habe sich eine eigenständige Mannschaft entwickelt, die Titel mit nach Hause bringt. Jetzt überlegt sich der MFBC, sich für den Europapokal anzumelden, für die Qualifikation brauche man jedoch noch eine Genehmigung für die Halle in Grimma oder Naunhof. Und nächstes Jahr soll dann der Titel verteidigt werden. „Das wird schwierig", sagt Ralf Kühne ein bisschen sorgenvoll. Drei Nationalspielerinnen hätten aufgehört. Es gebe zwar einige Talente im Nachwuchsbereich, jedoch werde es noch etwas dauern, bis diese erstligareif seien.

„Es sind auch noch zu wenige Erwachsene beim Verein dabei", so Trainer Kühne. Den Wettkampf- und Trainingsbetrieb abzudecken, sei somit schwierig. „Es ist einfach nicht so wie beim Fußball, wo vom Rentner bis zum Knirps alle mitmachen." Doch mit der Nationalspieler-Perspektive wie bei Susann Schiller oder Kühnes eigener Tochter Sophie ist es vielleicht nur eine Frage der Zeit, bis wieder interessierter Nachwuchs zu Höherem heranwächst. Jeden Freitag ab 18.30 Uhr kann beim Training in der Seumehalle geschnuppert werden.

Thomas Düll

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