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Grimma Evangelisches Schulzentrum Großbardau wird zum Kanzleramt
Region Grimma Evangelisches Schulzentrum Großbardau wird zum Kanzleramt
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00:30 23.03.2018
Blick ins fiktive Kanzleramt: Unter Leitung des Referenten Jan Roessel (r.) und der Lehrerin Cathleen Backhaus (l.) führen die Jugendlichen ein Planspiel zum Thema Energiewende und Netzausbau durch. Quelle: Frank Schmidt
Grimma/Großbardau

Für das Planspiel „Der Netzausbau macht Schule - Macht mit“ ist das Evangelische Schulzentrum in Grimma/Großbardau von den Schülern und Lehrern zum fiktiven Bundeskanzleramt gemacht worden. Und was dort gewissermaßen hinter verschlossenen Türen inhaltlich besprochen wurde, ist öffentlich momentan ein hochaktuelles Thema - die Energiewende und der Netzausbau.

„Dieses Projekt läuft inzwischen bundesweit an Schulen, denn wir sind der Meinung, dass dies ein wichtiges Thema ist, welches man den Menschen, vor allem jungen Menschen vermitteln muss. Deshalb wollen wir diese Zielgruppe mitnehmen und deren Sorgen aufgreifen“, sagte Jan Roessel von der Deutschen Gesellschaft, die das Planspiel auch an die Schule in Großbardau als Bildungsprojekt herangetragen hat.

Dafür, so erklärte Gemeinschaftskundelehrerin Cathleen Backhaus, haben die Oberschüler und Gymnasiasten der zehnten Klassen aktive Rollen eingenommen und sitzen sozusagen in verschiedenen Ministerien und Führungspositionen von Energiekonzernen, um in abgespeckter Form das durchzuexerzieren, was in der großen Politik auf der Agenda steht. So wolle man den Schülern vermitteln, „dass der Netzausbau mit der Energiewende zusammenhängt. Man bekommt also keine Energiewende ohne Netzausbau“, stellte Roessel klar, der auch Referent im Europäischen Informationszentrum ist.

Etwas aberwitzig an dem Projekt erscheint jedoch, dass das, was den Schülern vermittelt werden soll, in der großen Politik noch nicht angekommen scheint, zumindest der öffentlichen Wahrnehmung nach nicht. Müsste Roessel demnach dieses Planspiel nicht mal im Bundestag durchführen? Sein daraufhin erkennbar verschmitztes Lächeln ließ freilich Spielraum für jede Antwort zu. Tatsächlich aber sei man mit diesem Projekt gezielt an Schulen gegangen, „weil es ein Zukunftsthema ist, welches besonders für die Jugend von Bedeutung ist, wenn sie sich beruflich entscheiden soll und muss“, sagte Roessel. Denn im Bereich erneuerbare Energien würde es um viele Arbeitsplätze gehen, weshalb man mit dem Planspiel auch Fragen aufwerfen wolle, ob sich der eine oder andere Schüler mit Blick auf die Berufsorientierung ein Praktikum in diesem Bereich vorstellen könnte.

Wie intensiv und authentisch die Jugendlichen in ihre fiktiven Rollen schlüpften, verdeutlichte Moriz Olschowsky aus Mutzschen, alias Peter Altmaier, der ehemalige Kanzleramtsminister. Rein körperlich ist der sportiv erscheinende Moritz dem bekanntermaßen fülligen Politprofi nicht gewachsen. Doch verbal zeigte sich der 15-Jährige durchaus ebenbürtig. „Dass der Netzausbau noch nicht den gewünschten Erfolg gebracht hat, ist darauf zurückzuführen, dass in der Gesetzeslage noch viele Fragen offen sind, beispielsweise, was noch spezifischer gemacht werden soll....“. Als Altmaier hinterließ Moritz den sicheren Eindruck, weit tiefgründiger auf die Thematik eingehen zu können. Als Jugendlicher identifiziert er sich voll und ganz mit dem Projektinhalt. „Mit Blick auf die Zukunft halte ich es für ein sehr wichtiges und sinnvolles Thema“, sagte der Teenager.

Von Frank Schmidt

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