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Existenz der Trebsener Kulturstätte gesichert

Brandschutzertüchtigung Existenz der Trebsener Kulturstätte gesichert

Gern schauen sich die Trebsener Stadträte mit eigenen Augen an, über was sie entscheiden. So besichtigten sie beispielsweise vor einem reichlichen Jahr das im Umbau befindliche Rittergut und vor kurzem die maroden Nebengebäude der Oberschule. Nun ging es einmal nicht um eine zu bewältigende Aufgabe, sondern um eine abgeschlossene.

Bauamtsleiterin Marika Haupt (v.l.) erläutert den Abgeordneten Peter Emmrich (Linke), Dieter Grobe (SPD) und Bürgermeister Stefan Müller (CDU) die Neuerungen in der Bar.

Quelle: Andreas Döring

Trebsen. Gern schauen sich die Trebsener Stadträte mit eigenen Augen an, über was sie entscheiden. So besichtigten sie beispielsweise vor einem reichlichen Jahr das im Umbau befindliche Rittergut und vor kurzem die maroden Nebengebäude der Oberschule. Nun ging es einmal nicht um eine zu bewältigende Aufgabe, sondern um eine abgeschlossene. Abgeordnete ließen sich durch die Sport- und Kulturstätte „Johannes Wiede“ führen.

„Viel sieht man nicht, was geschehen ist“, räumte Bauamtsleiterin Marika Haupt vor den Mitgliedern des Technischen Ausschusses ein und verdeutlichte: „Die meisten Neuerungen gibt es unter der Decke und unterm Putz.“ Wie berichtet, mussten in erster Linie brandschutztechnische Auflagen umgesetzt werden, ohne sie wäre der Weiterbetrieb nicht mehr erlaubt gewesen. Seit dem Frühjahr waren die Handwerker am Wirken. Sie brauchten etwas länger als geplant, doch seit November kann das Gebäude wieder genutzt werden.

Neue Türen schließen automatisch

Etliche alte Türen mit ihren Holzgewänden sind durch neue ersetzt worden, die im Falle eines Feuers in einem Raum verhindern sollen, dass Menschen in anderen Teilen des Hauses gefährdet werden. Manche, wie die vom Flur zum Vereinszimmer, schließen sich laut Haupt bei einem Brand von selbst. Von innen her können sie aber per Klinke geöffnet werden, so dass niemand eingesperrt wird. Ein zweiter Fluchtweg fürs Gebäude ist geschaffen, dafür wurde die Außenwand der Bar durchbrochen – eine Tür führt dort zur angesetzten Stahltreppe, die am Parkplatz endet.

Die Trebsener haben das Haus schon in Beschlag genommen

Die Trebsener haben das Haus schon in Beschlag genommen. Im November feierten sie dort erstmals nach der Pause Fasching.

Quelle: Roger Dietze (Archiv)

Bisher war nur eine Rauchabzugsanlage im Saal installiert. Nun gibt es auch eine im Treppenhaus. Fenster wurden so umgerüstet, dass sie sich bei der Entwicklung von Qualm automatisch öffnen.

Die Feuerlöscher wurden tiefer gehängt, damit sie auch kleinere Menschen der Halterung entnehmen können. Alle Bereiche des Hauses sind mit Sicherheitsbeleuchtungen und Rauchmeldern ausgestattet. Die gesamte Brandschutzanlage wurde mit der Rettungsleitstelle verbunden. Täglich 24 Uhr schaltet sie sich automatisch scharf, es sei denn, jemand tut das schon vorher manuell.

Auch über eine Einbruchmeldeanlage verfügt die Kulturstätte jetzt. „Wenn sie aufgeschaltet ist, geht die Alarmierung direkt zum Wachdienst. Mit ihm befinden wir uns derzeit in Verhandlungen“, erläuterte Marika Haupt.

Sportler zufrieden

Weil wegen all der neuen Technik sowieso massiv in die Gebäudesubstanz eingegriffen und hinterher gemalert werden musste, hat die Stadt einige bauliche Veränderungen vorgenommen, die ihr in diesem Zusammenhang als sinnvoll erschienen. Beispielsweise wurde die Küche neu eingerichtet und die Durchreiche verkleinert, damit mehr Abstellplätze für Geschirr entstehen. Der Regieraum erhielt eine neue Verglasung. Der große Fliesenraum im Keller, in früheren Zeiten ein Schwimmbad, wurde durch eingezogene Mauern umgestaltet. Das freut vor allem die Kicker. Frank Groß, Trainer der B-Jugend des Sportvereins Trebsen: „Wir haben jetzt einen größeren Vereinsraum und eine bessere Elektrik. Das freut uns, und auch unsere Gäste sind zufrieden.“

Sicher bedarf das Gebäude an manchen Stellen noch der optischen Sanierung. Sie stand jetzt nicht an erster Stelle, viel mehr ging es um die Existenz der Kulturstätte insgesamt. So zeigte sich denn auch Bürgermeister Stefan Müller (CDU) zufrieden. „Ich bin froh, dass sie abgenommen ist und dem weiteren Betrieb nichts im Wege steht“, sagte er.

Vermietung läuft gut

Die Kosten sollten von Anfang an niedrig gehalten werden. Dennoch, so Müller, konnte die ursprünglich angedachte Summe von 350 000 Euro nicht gehalten werden. „Schon während des Baus 1929/30 war von den Bauplänen abgewichen worden, was erst jetzt während der Ertüchtigung bemerkt wurde. Das führte zu Mehrkosten, die nun berechnet werden“, erklärte Müller. Ein dicker Brocken war die Decke unter dem Saal. Wie sich herausstellte, bestand sie aus Holzbalken, weshalb von unten her eine Brandschutzdecke aus Gipskarton vorgeblendet werden musste.

Vollauf zufrieden mit dem Erreichten zeigte sich Rosel Wächter, die für die Vermietung der Räumlichkeiten an Schulen, Kindertagesstätten, Vereine, Organisationen und Privatpersonen zuständig ist. „Alles ist so schön geworden. Wir wünschen uns, dass es lange so erhalten bleibt und jeder Nutzer sorgfältig mit dem Mobiliar umgeht“, sagte sie. Die ersten Veranstaltungen gingen in den vergangenen Wochen über die Bühne. Für die kommenden Monate hat Wächter zahlreiche öffentliche und private Buchungen im Kalender stehen.

Von Frank Pfeifer

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