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FC Grimma: Flucht vor den Fluten

FC Grimma: Flucht vor den Fluten

Grimma. Als im Juni das Hochwasser kam, versank die Sportanlage des FC Grimma in den Fluten - wieder einmal. Wie schon 2002 blieb ein Schaden in Millionenhöhe zurück.

Doch jetzt scheint es die Chance zu geben, den Verein vor derartigen Gefahren in Sicherheit zu bringen. Ein neues Stadion inklusive Funktionsgebäude und Klubheim ist in den Augen des FC-Vorsitzenden Egon Pape in greifbare Nähe gerückt.

Ein Umzug des Vereins in sichere Gefilde - diese Idee ist nicht neu. Doch die damit verbundenen Kosten standen bei allen Gedankenspielen bisher als unüberwindbare Hürde im Raum. Dass Pape mit dem Vorstandsteam dennoch intensive Planungen vorangetrieben hat, hat vor allem zwei Gründe. "Zum einen liegt der Rasenplatz im Stadion etwa eineinhalb Meter tiefer als der Marktplatz", sagt er. Das bedeute, dass die Anlage extrem gefährdet sei. Zum anderen habe ihm Fritz Jaeckel, der Leiter des sächsischen Wiederaufbaustabes in Dresden, mitgeteilt, es gebe jetzt noch einmal Mittel zur Schadenbeseitigung, danach aber nie wieder. "Unter diesen Voraussetzungen an gleicher Stelle zu investieren und damit erneut das Risiko von Millionenschäden auf sich zu nehmen, das ist in meinen Augen nicht zu vertreten", so Pape. Als Vorsitzender des FC sehe er sich in der Verantwortung, alle Möglichkeiten auszuloten, um eine zukunftssichere Lösung für den Verein zu finden.

Die Machbarkeit ist für ihn inzwischen keine Utopie mehr. Um die Wunschvorstellung - ein auch für Open-air-Veranstaltungen geeignetes Stadion für 2500 bis 3000 Zuschauer - zu realisieren, seien etwa 3,7 Millionen Euro nötig, erklärt der Klubchef. Diesen Preis habe das Architekturbüro Näther aus Markranstädt für eine Anlage errechnet, die im Bereich Lausicker Straße/Wasserwerksweg entstehen könnte. Angedacht sind dabei ein Rasen- und ein Kunstrasenplatz, dazwischen eine Kombination aus Tribüne, Funktionsgebäude und Klubheim. Im Finanzierungspuzzle fehlt nach Papes Einschätzung nur noch ein Teilstück. Etwa 3,2 Millionen Euro betrage laut Gutachten der aktuelle Schaden an der momentanen Heimstätte des FC, diese Summe würde aus dem Fluthilfefonds des Bundes fließen. Bei der fehlenden halben Million kommt Rewe ins Spiel. Der Handelskonzern will bekanntlich am Volkshausplatz einen Einkaufsmarkt errichten. Dagegen regte sich auch Widerstand, unter anderem, weil wertvoller Parkraum für die Innenstadt verloren gehen könnte. Hier sieht Pape die Chance, zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen: "Wenn Rewe den Kunstrasenplatz kauft und dort seine Planungen umsetzt, bleibt der Volkshausplatz erhalten und die Finanzierungslücke ist geschlossen." Außerdem könnte das Stadion der Freundschaft für den Schulsport erhalten bleiben, was die Stadt stets gefordert hatte.

Den Vereinsmitgliedern werden die Pläne auf einer Versammlung vorgestellt. "Das Projekt bietet uns die vermutlich einmalige Chance, eine vor Hochwasser absolut sichere schmucke Anlage zu bekommen. Aber es ist wichtig, dass es die Akzeptanz der Mitglieder findet." Die allein reicht allerdings nicht aus. Da sowohl das jetzige als auch das künftige Stadion der Stadt gehören, ist das grüne Licht des Stadtrates erforderlich. Eine Empfehlung der Polizei, das Signal entsprechend zu stellen, gibt es dazu. Nahe am Bahnhof, raus aus der Innenstadt - für Grimmas Revierleiter Frank Gurke wäre die Verlegung auch unter Sicherheitsgesichtspunkten ein echter Fortschritt.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 12.10.2013
Heinrich Lillie

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