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"Fällung in Grimma mit Hochwasserschutz nicht zu begründen"

"Fällung in Grimma mit Hochwasserschutz nicht zu begründen"

Eine nicht unerhebliche Fläche des Grimmaer Auwaldes ist verschwunden. "Beim nächsten Hochwasser zählt jeder Zentimeter. Wir als Stadt werden weiterhin jede Möglichkeit nutzen, die Hochwassergefahr für Grimma zu minimieren", begründete Oberbürgermeister Matthias Berger (parteilos) die Fällaktion.

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Umstritten: Die Landestalsperrenverwaltung erwartet durch die Baumfällaktion der Stadt Grimma keine positiven Auswirkungen auf den Hochwasserschutz.

Quelle: Andreas Röse

Grimma. Eine Aussage, die Axel Bobbe nicht nachvollziehen kann. "Mit Hochwasserschutz ist die Fällung nicht zu begründen", sagte der Betriebsleiter der Landestalsperrenverwaltung (LTV).

Die "Durchforstung des Stadtwaldes einschließlich der Entfernung der als Wildwuchs in die Promenade eingewachsenen Bäume soll zur Optimierung des Abflusses des Muldenwassers" dienen, erklärte Berger. Das Abholzen könne dazu beitragen, dass der Wasserspiegel im Bereich der Mühle im Hochwasserfall "im Zentimeterbereich" niedriger ausfalle, so Bobbe, Allerdings führe diese Absenkung zu einem Anstieg in gleicher Größenordnung in der Mitte der Schutzmauer, auf Höhe von Kirche und Gymnasium. 2003/2004 sei eigens ein hydraulisches Modell angefertigt worden, um die Auswirkungen verschiedener Maßnahmen zu untersuchen. Berger kenne die Ergebnisse, sagte Bobbe. Mit der LTV sei die Abholzaktion nicht abgesprochen worden.

Gleiches hatte am Freitag vergangener Woche Wolfgang Klinger, der Erste Beigeordnete des Landratsamtes, geäußert. Weil der Verdacht eines erheblichen Eingriffs in einen Lebensraum vorliege, habe der Landkreis den Vorfall an die Staatsanwaltschaft melden müssen. Von diesem Verhalten sei er "tief enttäuscht", so Berger. "Statt unserer Stadt beim Hochwasserschutz zu helfen, wird unter Behauptung angeblicher Unkenntnis die Staatsanwaltschaft eingeschaltet." Anders als vom Landkreis behauptet seien drei Mitarbeiter des Landratsamtes bei den Durchforstungsmaßnahmen mit vor Ort gewesen. Der Naturschutzbeauftragte des Staatlichen Forstamtes Leipzig, hinzugezogen durch die Stadtverwaltung, habe der Maßnahme ausdrücklich zugestimmt. "Sich nun hinter einer angeblichen Unkenntnis zu verstecken, ist einfach heuchlerisch", attackiert Berger das Landratsamt scharf. Was Grimma zum Hochwasserschutz beitrage, werde dort zerredet.

Berger habe es versäumt, eine Fällgenehmigung einzuholen, erklärte Felix Ekardt, Professor für Umweltrecht und Landesvorsitzender des BUND Sachsen. Die etwa 1,5 Hektar große Waldfläche der Hartholzaue liege vollständig innerhalb des europarechtlich geschützten Fauna-Flora-Habitat-Gebietes. "Die Rodung des Hartholzauwaldes im FFH-Gebiet wäre allenfalls dann gerechtfertigt, wenn diese Maßnahme aus Gründen des Hochwasserschutzes notwendig gewesen wäre, und zwar derart dringend, dass die hierfür notwendige Genehmigung nicht zuvor beantragt werden konnte. Der BUND Sachsen zweifelt sowohl die Notwendigkeit als auch die Dringlichkeit an." Der Eingriff sei wahrscheinlich rechtswidrig, so Ekardt, der BUND fordere eine Ersatzpflanzung. Das Landratsamt wies gestern darauf hin, dass es sich beim Stadtwald nicht nur um ein FFH- sondern auch um ein Denkmalschutzgebiet handele und deshalb eine schriftliche Genehmigung zwingend nötig gewesen wäre.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 04.03.2014
Heinrich Lillie

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