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Grimma Fahrzeuge behindern Feuerwehr in Belgershain
Region Grimma Fahrzeuge behindern Feuerwehr in Belgershain
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05:05 08.11.2018
Symbolbild - Die Feuerwehr im Einsatz ist auf jede Sekunde angewiesen. Trotzdem wird sie oft von anderen Fahrzeugen behindert. Quelle: David Young/ dpa
Belgershain

Wenn der Notruf eingeht, haben Michael Freitag und seine Kameraden zwölf Minuten Zeit. Zwölf Minuten, um die Uniform anzulegen, den Weg zu planen, den Wagen zu starten und zum Einsatzort zu fahren. Normalerweise, so erzählt Michael Freitag, Wehrleiter der Freiwilligen Feuerwehr in Belgershain, könne man diese vorgeschriebene Hilfsfrist gut einhalten. Acht bis zehn Minuten braucht sein Team im Schnitt für die Anfahrt. Um das zu schaffen sind die Einsatzkräfte jedoch darauf angewiesen, dass auch die Bevölkerung achtsam ist und mitdenkt. „Es ist schon mehrfach vorgekommen, dass wir zum Beispiel in Wohnstraßen stecken geblieben sind“, sagt Freitag. Er will deshalb die Bürger sensibilisieren.

Feuerwehr von Belgershain braucht mehr als drei Meter

Was auf Autobahnen ein bekanntes Problem ist, trifft auch auf die engen Straßen im Belgershainer Gemeindegebiet zu – Fahrzeuge versperren die Durchfahrt zur Einsatzstelle. Etwa 2,55 Meter breit ist das Löschfahrzeug der Feuerwehr, 3,05 Meter Platz braucht es zum Rangieren. An Stellen, an denen diese Durchfahrtsbreite nicht gewährleistet werden kann, ist das Parken laut Straßenverkehrsordnung verboten. Eine Tatsache, die viele Bürger entweder nicht kennen, oder nicht beachten. „Viele gehen nur von ihrem PKW aus und rechnen nicht damit, dass auch ein größerer Wagen mal um die Ecke muss“, sagt Michael Freitag. Besonders aufgefallen sei das in den Wohngebieten „Am Naunhofer Forst“ in Köhra und in der Straße „Siedlung“, wo Anwohner und ihre Besucher ihre Wagen gern direkt vor der Haustür abstellen.

Abschleppen kostet Zeit

„Es ist uns durchaus bewusst, dass einige Straßen baulich sehr eng gefasst sind“, heißt es in einem Appell der Freiwilligen Feuerwehr im Amtsblatt der Gemeinde. Im schlimmsten Falle könne diese Unachtsamkeit für Betroffene aber lebensgefährlich sein. Zwar ist die Feuerwehr berechtigt, widerrechtlich parkende Fahrzeuge abschleppen zu lassen, das dauere aber mit bis zu einer Stunde viel zu lange, so Freitag. Sein Team hätte in solchen Situation nur zwei Möglichkeiten: Entweder den Wagen zu räumen und das benötigte Equipment, Leitern, Schläuche und ähnliches, zu Fuß zum Einsatzort zu tragen. Oder aber einen Umweg zu nehmen – und auch dabei keine Garantie auf freie Wege zu haben.

+++Aktion #jedesekundezählt - Freie Wege für die Feuerwehr+++ -Mit der Bitte zum Teilen!- Jeder kennt es: "Nur mal...

Gepostet von Freiwillige Feuerwehr Hohnstädt am Mittwoch, 26. September 2018

Kameraden wollen aufrütteln

Etwa 15 bis 20 Mal muss allein die Belgershainer Feuerwehr im Jahr ausrücken. Dazu kommen ungezählte Einsätze des Rettungsdienstes, der mit seinen Fahrzeugen einen ähnlichen Rangierabstand braucht. „Bisher sind wir zum Glück nur in Übungssituationen nicht weiter gekommen“, sagt Freitag. Den Ernstfall will er aber dringend vermeiden, ebenso wie auch andere Feuerwachen im Muldental. Die Freiwillige Feuerwehr Hohnstädt etwa klärt deshalb unter dem Hashtag #jedesekundezählt in den sozialen Netzwerken auf. Ziel ist, wie auch in Belgershain, die Bürger aufzurütteln. „Jeder könnte in die Situation kommen, einen Rettungsdienst zu brauchen“, sagt Michael Freitag. Im Umkehrschluss müsse jeder darauf achten, Helfer nicht zu behindern.

Von Hanna Gerwig

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