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Faulbrut: Landratsamt lässt Bienen in Döben töten

Faulbrut: Landratsamt lässt Bienen in Döben töten

Nach dem Auftreten der Amerikanischen Faulbrut in einem Bienenbestand im Grimmaer Ortsteil Döben haben Veterinäre des Landratsamtes dort sämtliche Bienen getötet.

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Sachverständige nehmen eine Probe aus einem Bienenstand.

Quelle: Peter Gerson

Grimma/Döben. Bei Imkern in Neunitz, Grechwitz und Dorna wurden von allen amtlich bekannten Bienenvölkern Proben genommen, die jetzt auf Befall untersucht werden.

„Ich hätte heulen können", sagt der 74 Jahre alte Hobbyimker aus Döben und gibt zu, dass er wohl auch ein paarmal laut geworden sei, als die Mitarbeiter des kreislichen Veterinäramtes sich an seinem Bienenhaus zu schaffen machten. Am Montagabend wurden seine zehn Völker in den Beuten vergast. Kummervoll sagt die Frau des Imkers: „Die Bienen können gar nichts dafür und man bringt sie um."

Am Dienstag kamen erneut Mitarbeiter des Landratsamtes und verbrannten alles, was sich an Arbeitsgeräten und Material im Bienenhaus befand, außerdem die toten Bienen und den Honig. Gestern sollte alles Übrige desinfiziert werden, dann müssen noch die Beuten, wie der Imker die einzelnen Bienenkästen nennt, ausgebrannt und gereinigt werden. Dabei wollen dem Döbener am Wochenende Imkerkollegen helfen. Der Aufwand ist nötig, um die Sporen, die die Krankheit verbreiten, möglichst komplett zu vernichten, damit benachbarte Bienenvölker nicht infiziert werden.

Denn die Seuche, wenn ihr nicht sofort begegnet wird, „verbreitet sich so schnell wie Bienen fliegen", sagt Henry Seifert. Der Vorsitzende des Imkervereins Grimma und Umgebung ist zugleich amtlich bestellter Bienenseuchensachverständiger. Mit einem Imkerkollegen und einem Mitarbeiter des Landratsamtes nahm er am Montag innerhalb der vom Veterinäramt verhängten Sperrzone von 25 gemeldeten Bienenvölkern so genannte Futterkranzproben. Ob ein weiterer Fall von Amerikanischer Faulbrut vorliegt, wird das Labor erst nach rund einer Woche mitteilen. Peter Gerson, zweiter Sachverständiger im Proben-Team, hatte zumindest optisch keine Anzeichen für einen weiteren Befall ausgemacht. Auch das Landratsamt bestätigte gestern, es gebe vorläufig keinen weiteren Verdacht.

Laut Seifert seien Verdachtsanzeichen der Faulbrut normalerweise recht früh erkennbar. Dem betroffenen Imker wirft er daher vor, nicht rechtzeitig reagiert zu haben. Schon im Verdachtsfall besteht die Pflicht zur Anzeige beim Veterinäramt. „Und wenn man am Sonnabend etwas bemerkt, wenn die Behörde nicht erreichbar ist, muss man eben zur Polizei gehen", macht er deutlich, wie groß der Handlungsbedarf bei dieser Seuche ist. Denn die Faulbrut tötet alle Nachkommen eines Bienenvolkes.

Der Döbener Imker hatte derartige Anzeichen offenbar nicht bemerkt oder gekannt. Erst ein Kollege machte ihn vor rund zwei Wochen auf Verdachtsmomente aufmerksam. Das positive Ergebnis aus dem Labor kam am Donnerstag voriger Woche. Seifert und Gerson appellieren jetzt an die Imker in der Sperrzone, mit ihren Sachverständigen im Verein und mit dem Veterinäramt zusammenzuarbeiten. Nur so könne das Ausbreiten der Seuche erfolgreich verhindert werden.

André Neumann

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