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Grimma Ferienspaß: Wäsche waschen wie vor 200 Jahren im Göschenhaus in Grimma
Region Grimma Ferienspaß: Wäsche waschen wie vor 200 Jahren im Göschenhaus in Grimma
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05:00 20.07.2011
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. Doch die stürzen sich schon auf die im Garten des Göschenhauses aufgestellten Utensilien für die große Wäsche. Jasmin greift gleich zur Seife, reibt ein Wäschestück damit ein und bearbeitet es kraftvoll mit einer Bürste.

„Zu Hause helfe ich meiner Mutter auch bei der Wäsche", erzählt das Mädchen. Zu Hause sieht die große Wäsche heutzutage allerdings ganz anders aus als zu Zeiten der Verlegerfamilie Göschen vor 200 Jahren auf deren Sommersitz in Hohnstädt. Damals wurde das Wasser in Eimern herbeigeschleppt, die Wäsche in einer Schüssel eingeweicht, mit Hand Bürste und Waschbrett gewaschen, ausgewrungen, gemangelt... „Waschtag", erzählt Petra Lehman den rund 40 Ferienkindern vom Hort „An der Sternwarte in Wurzen", „war schwere Arbeit und immer montags". Das hatte einen ganz praktischen Grund: Montags aß man die Reste vom Sonntagsessen, so war die Küche frei für Waschzuber und Mangelbrett.

Während die ersten Wäschestücke an der Leine im Wind flattern und die meisten Kinder an den verschiedenen Stationen fleißig und mit viel Spaß die Geräte ausprobieren, lümmeln ein paar Jungs auf einer Bank. „Da macht man sich die Hände schmutzig", sagt Nico, und auch Flori hat keine Lust zum Waschen. Beide würden viel lieber Fußball spielen. „Das ist doch langweilig", nörgelt auch Kevin. Unterdessen lassen sich Fabiane und Lukas von Göschenhaus-Mitarbeiterin Bärbel Jahn erklären, wie die altertümlichen Wäschemangeln funktionieren, die an einen Tisch geschraubt sind: Nasse Wäsche zwischen die beiden Rollen, kräftig kurbeln – so wird das Wasser herausgepresst.

Ein paar Schritte weiter liegt ein noch älteres Modell bereit: Hier wird das feuchte Wäschestück um eine Rolle gewickelt, darauf wird ein dickes Brett mit Griff gelegt und die Rolle nun damit auf dem Tisch hin und her bewegt. Um mehr Druck zu haben, wurde früher ein Kind auf das Brett gesetzt, erklärt Petra Lehmann, lässt es aber vorsichtshalber niemanden ausprobieren. Die Mangeln, das Rollenbrett, Holzwannen und andere Geräte, die die Kinder benutzen dürfen, sind echte Museumsstücke, tragen noch die SF-Inventarnummern von Gründerin Renate Sturm-Francke. „Sie wollte, dass wir ein Museum zum Anfassen bleiben", sagt Petra Lehmann.

Auch ein schweres altes Bügeleisen gehört zu den Museumsstücken. Das schwenkt jetzt der vorhin noch lustlose Kevin munter über ein altes weißes Kleid. „Ist wie in der Muckibude", sagt er, und die anderen Jungs schauen zu und wollen auch mal. Dem Zauber der großen Wäsche im Göschenhaus kann sich niemand entziehen.

André Neumann

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