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Grimma Festival der Reformation:"Grimmaer Kasten" verteilt Spenden
Region Grimma Festival der Reformation:"Grimmaer Kasten" verteilt Spenden
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00:38 16.07.2015
Grimmaer Kasten: Tobias Jahn (44) von der Diakonie und Pfarrer Torsten Merkel bereiten die Aktion auf dem Grimmaer Marktplatz am 29. August vor. Quelle: Thomas Kube
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Grimma

Die beiden Partner möchten zum Reformationsfest vom 28. bis 30. August die Leisniger Kastenordnung zu neuem Leben erwecken. "Die Ordnung, zu der Martin Luther das Vorwort verfasste, gilt als ältestes Sozialpapier der Welt", sagt Tobias Jahn (44) von der Diakonie Leipziger Land. Sie regele als Dokument und Sozialordnung theologische, wirtschaftliche, kommunale sowie soziale Fragen. "Ihren Namen hat sie von einem mit mehreren Schlössern gesicherten Geldkasten, in den die Stadt, die Kirchgemeinde, Bürger, Handwerk und Zünfte Geld für soziale Zwecke einlegten", informiert Pfarrer Torsten Merkel (53). Sie war die erste evangelische Sozial- und Kommunalordnung, die weit über die Grenzen von Sachsen in Gemeinden und Städten Bedeutung erlangte. Nun zum Reformationsfest, 500 Jahre später, nimmt diese Idee wieder Gestalt an. Tobias Jahn schrieb dazu Geschäftsleute, Institutionen und Bürger an, um den "Grimmaer Kasten" mit Spenden zu füllen. "Nun rufen wir Vereine, Gruppen, Initiativen oder Schulklassen in der Stadt auf, sich mit Vorhaben zu bewerben", sagt Tobias Jahn. Gefördert werden vor allem Projekte aus den Bereichen Soziales, Bildung oder Engagement. Dazu reicht ein kurzer formloser Antrag mit einer Beschreibung des Vorhabens und der Darstellung der Kosten sowie der Finanzierung. Pro Projekt können 250 bis maximal 500 Euro vergeben werden.

Zum Festival der Reformation am Sonnabend, 29. August, wird ein Rat "stadtbekannter Persönlichkeiten" öffentlich darüber entscheiden, welche Projekte gefördert werden, so wie man es zu Luthers Zeiten tat. Zuvor können sich die Besucher im Rathaus über die Entstehung der Kastenordnung informieren. Dazu werden Mitarbeiter vom Stadtgut Leisnig, in der sich eine Dauerausstellung zur Leisniger Kastenordnung befindet, Informationen anbieten. Außerdem wird sich an gleicher Stelle die Diakonie vorstellen. In ein Familienzentrum verwandelt sich am 29. August die historischen Räume der ehemaligen Superintendentur am Baderplan 1 und der Garten.

Das Gebäude hatte seinen Ursprung als Elisabethkapelle, Hospital und Sitz der Zisterzienserinnen vor dem Bau des Klosters Nimbschen. Genau wie die Leisniger Kastenordnung leistete das Hospital damals den Armen und Schwachen Hilfe. Das Hospital wurde 1241 von Heinrich III. gegründet. Er schenkte dem Hospital den Obstgarten, der von der Stadtmauer an der Mulde bis zur Leipziger Straße, die am Pappischen Tor hinausging, von der Gatterburg und dem Stadtgraben begrenzt wurde.

Anträge an Diakonie Leipziger Land, Projekt "Grimmaer Kasten", Bockenberg 3, 04668 Grimma, Abgabe-Termin: 14. August.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 14.07.2015
Cornelia Braun

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