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Feuerwehr Threna enttäuscht: Vorerst kein neues Gerätehaus

Feuerwehr Threna enttäuscht: Vorerst kein neues Gerätehaus

Mit dem Umbau der ehemaligen Schule zum Feuerwehr-Gerätehaus sollte im Winter begonnen werden. Vor einer reichlichen Woche sah es, wie berichtet, so aus, als könnte bald losgelegt werden.

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Nachbarschaftskonflikt: Die ehemalige Schule (links) will die Gemeinde als Eigentümer zum Feuerwehrgerätehaus ausbauen. Dadurch würde sich an der Größe des Gebäudes zwar nichts wesentliches ändern, trotzdem müssten die Nachbarn im rechten Gebäude ihr Einverständnis erteilen, weil die Schule, gemessen an ihrer Höhe, zu nahe an der Grundstücksgrenze steht.

Quelle: Frank Pfeifer

Belgershain/Threna. Doch jetzt ist das Vorhaben blockiert. Bürgermeister Thomas Hagenow (parteilos) musste die Vergabe erster Arbeiten von der Tagesordnung der jüngsten Gemeinderatssitzung nehmen.

"Da durch das Gebäude wegen dessen Höhe der Mindestabstand zu den östlichen und nördlichen Nachbarn nicht eingehalten wird, müsste bei ihnen eine Baulast eingetragen werden", sagt er. "Das heißt, sie dürften ihre betroffenen Grenzbereiche nicht überbauen." Der eine Anrainer, die Kirchgemeinde, habe dem zugestimmt; die anderen Nachbarn, ein Ehepaar, hätten abgelehnt. Hagenow: "Ihr Argument war, die Kommune solle die Eigenmittel von 180 000 Euro für den Umbau anderweitig verwenden."

Am 9. Dezember war laut Hagenow ein Termin zur Eintragung ins Grundbuch im Bauordnungsamt angesetzt gewesen. "Ich setzte mich mit den Eheleuten am 6. Dezember nochmals in Verbindung, an diesem Tag sagten sie mir, sie würden nicht unterschreiben", erklärt er. Für ihn sei das überraschend gekommen, denn es habe seit September Vermessungen, Beratungen und Vor-Ort-Besprechungen gegeben, bei denen auch die Anlieger zugegen gewesen seien.

Als neue Variante, so Hagenow, bot das Bauordnungsamt an, das Ehepaar möge einen Lageplan unterschreiben. "Damit wäre der weitere Fortgang auch gesichert gewesen, denn durch den Umbau werden keine gravierenden Veränderungen am Baukörper vorgenommen", erläutert er. "Ich bat die Eigentümer um eine Entscheidung bis 12. Dezember. Am 13. Dezember teilten sie mir mit, dass sie auch das nicht unterschreiben würden." Die LVZ versuchte das Ehepaar für ein Gespräch oder eine Stellungnahme zu den Vorgängen zu gewinnen - ohne Erfolg.

Die Gemeinde indessen will nun einen dritten Lösungsweg angehen. "Wir werden beim Bauordnungsamt im Landratsamt einen Antrag auf Abweichung nach Paragraf 67, Absatz 1 der sächsischen Bauordnung stellen. Dann soll die Behörde die Eigentümer anschreiben, sie mögen sich in einer vorgegebenen Frist zum Sachverhalt äußern. Am Ende befindet das Amt, ob ihre Argumente ausreichend sind und der Bau zum Erliegen kommt, oder ob er umgesetzt wird."

Enttäuscht zeigt sich Feuerwehrleiter Helmut Kupke. "Wir brauchen dringend etwas Neues, denn für unser jetziges Gerätehaus gilt nur noch eine Ausnahmegenehmigung bis zu einem Ausbau oder Umzug", erklärt er. "Seit einem Jahr reden wir darüber. Der Bürgermeister hätte das Problem mit den Nachbarn eher klären müssen."

Das Verhalten der Eigentümer des Grundstücks nebenan findet Kupke "nicht in Ordnung". Auch bei ihnen könne es brennen, dann sei das Geschrei groß, wenn es im Ort keine Feuerwehr geben sollte. "Wir sind gezwungen umzuziehen", sagt er. "Im Moment sehe ich aber noch nicht, dass das nächstes Jahr geschieht, wenn überhaupt." Zu erwarten sei im Umfeld der alten Schule keine übermäßige Lärmbelästigung. "Klar, wir haben unsere Dienste und Einsätze. Aber bei Nacht müssen wir in der Ortschaft beispielsweise ohne Sirene ausrücken", betont der Feuerwehrchef.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 18.12.2013
Pfeifer, Frank

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