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Grimma Feuerwehren proben in Grimma den Hochwasserfall
Region Grimma Feuerwehren proben in Grimma den Hochwasserfall
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06:02 07.05.2018
Beim Schließen der tonnenschweren Fluttore ist Muskelkraft gefragt. Quelle: Frank Schmidt
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Grimma

Die Stadt Grimma war am Sonnabend einen ganzen Vormittag im Ausnahmezustand. Etwa 90 Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren aus mehreren Orten der Großen Kreisstadt sowie Angehörige der Wasserwacht und Mitarbeiter der Verwaltung, aber auch 18 Leute der Talsperrenmeisterei und ihr Chef, Axel Bobbe, waren im Einsatz, um den Ernstfall bei drohendem Hochwasser zu proben. Und dafür sind alle bereits fertiggestellten 85 Öffnungen in Form von 35 Toren und 50 Klappen in dem gut zwei Kilometer langen Bollwerk geschlossen worden. 90 Prozent der Schutzmauer sind fertig, die am Ende laut Bobbe um die 50 Millionen Euro kosten werde.

Nicht nur einige Stadträte bekundeten mit ihrer Präsenz Interesse an der Einsatzübung, auch Bürger wie Rosemarie Haufe, die mit dem Fahrrad kam, verfolgten das Treiben besonders an der Großmühle. „Ich will mir mal ansehen, wie das funktioniert“, sagte die Seniorin. In diesem ersten von insgesamt vier Bereichen, welcher sich von der Polizei bis zum Museum in der Paul-Gerhard-Straße erstreckt, hatte Steffen Preuß das Sagen. Und eine klare Botschaft. „Ich sehe dem nächsten Hochwasser gelassen entgegen“, zeigte sich der Gruppenführer nach Schließen aller Tore optimistisch. Gleichwohl gerade dem Tor an der Großmühle bei einer Flut eine besondere Rolle zukomme. „Das befindet sich genau in der Flutrichtung. Und die Herausforderung hier besteht darin“, so Preuß weiter, „dass es mit 15 Tonnen nicht nur das größte und schwerste Fluttor ist, sondern eben auch monatelang in der Position offen steht und dadurch schwergängig wird.“

Grimmas Feuerwehren, Mitarbeiter der Stadt und der Talsperrenverwaltung testen die Hochwasserschutzmauer

Die anderen drei Bereiche erstreckten sich vom Museum bis zum Schloss, von dort bis zum Altbergstollen nahe dem Oberwerder und vom Siel eins bis drei in Dorna. Überall habe das Dichtmachen der Schotten reibungslos funktioniert. Obwohl sich die Einsatzleitung dazu hinreißen ließ, hier und da fiktive Fehler im Ablaufsystem einzubauen. „Da ist operatives Handeln und Improvisation gefragt“, forderte Bobbe und war schlussendlich zufrieden, dass es trotzdem keine Komplikationen gab, was seinen Erwartungen entsprach. Eine gewisse Routine beim Schließen der Tore müsse sich entwickeln, was nach Ansicht von Bobbe im Zusammenspiel aller Beteiligten sehr wichtig sei. Dennoch betonte Oberbürgermeister Matthias Berger (parteilos) in diesem Kontext, dass er keinen Zweifel daran habe, alle Fluttore in der geforderten Zeit zu schließen. „Aber es kommt uns nicht auf Tempo an, vielmehr auf Gründlichkeit.“ Und dafür, ergänzte Bobbe, „müssen die Kameraden mit unseren Leuten kommunizieren.“ Für Berger stellt das Bollwerk ein „großes und komplexes Organ dar, welches nicht nur zu beherrschen, sondern auch zu verstehen ist, und zwar auch über die nachfolgenden Generationen hinweg, egal wer später mal die Verantwortung in der Stadt trägt.“

Etwa 90 Prozent der Hochwasserschutzanlage sind fertiggestellt. Im Rahmen einer Hochwasserübung am Sonnabend, 5. Mai...

Gepostet von Stadt Grimma am Freitag, 4. Mai 2018

Da die Übung in Grimma schon lange vorher kommuniziert wurde, war der Feuerwehrauflauf in der Stadt für die Öffentlichkeit erklärbar. Irritierung kam aber auf, als plötzlich ein Feuerwehrgroßalarm ausgelöst wurde, der selbst die Kameraden überraschte. Auf dem städtischen Bauhof stand die Tischlerei in Flammen. Doch auch das war Bestandteil der Hochwasserschutzübung. „Absolut realitätsnah, denn auch bei Hochwasser müssen wir für andere Einsätze gerüstet sein“, hatte Ortswehrleiter Michael Grimm Verständnis für die zusätzliche Übung, von der er und seine Mannen nach eigenem Bekunden nichts gewusst hätten.

Von Frank Schmidt

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