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Feuerwehrtechnische Zentren im Landkreis erhitzen Gemüter

Feuerwehrtechnische Zentren im Landkreis erhitzen Gemüter

Die Feuerwehrtechnischen Zentren (FTZ) in Thierbach und Trebsen bieten reichlich Gesprächsstoff. Sie dürften auch gestern Thema gewesen sein, als sich die Wehrleiter der Freiwilligen Feuerwehren des Landkreises zu ihrer regulären Beratung trafen.

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Blick aufs Feuerwehrtechnische Zentrum in Trebsen. Über die Zukunft beider Zentren im Landkreis ist eine Debatte entbrannt.

Quelle: Andreas Röse

Landkreis Leipzig. Zu ihr wurde auch Landrat Gerhard Gey (CDU) erwartet. Die nächste Diskussion steht am 12. Februar im Kreisausschuss an. Dort steht die Zukunft der FTZ auf der Tagesordnung, allerdings im nicht öffentlichen Beratungsteil. Die LVZ fragte Bürgermeister der Region, wie sie sich in dieser Debatte positionieren.

"Hier werden Probleme in die Zukunft verschoben", sagt der Grimmaer Oberbürgermeister Matthias Berger (parteilos). Dass die beiden Feuerwehrtechnischen Zentren (FTZ) nicht kostendeckend arbeiteten, sei schon "vor zwei Jahren offenkundig" gewesen. Fakt sei, dass die großen Städte ihre Feuerwehren maßgeblich selber ausbildeten, Grimma zum Beispiel seine 625 Kameraden. Das sei effizienter, zumal man die Ausbilder in den eigenen Reihen habe. Der Landkreis habe die Unwirtschaftlichkeit der FTZ wissentlich in Kauf genommen, sagt er an die Adresse von Landrat Gerhard Gey (CDU): "Wenn jetzt über Konsens und Konzept gesprochen wird, ist das dieselbe Eierei. In einem Jahr stehen wir vor demselben Dilemma." Denn die Kreisumlage zu erhöhen, um die Zentren zu stützen, komme für die Kommunen nicht in Frage. Allenfalls suche der Kreis jetzt nach Argumenten, doch einen beider Komplexe zu schließen, argwöhnt Berger. Und hat klar vor Augen, welches das sein sollte: Trebsen nämlich. Das werde man nicht akzeptieren, weil das fachlich Unsinn wäre.

Diese Äußerungen könne er nicht nachvollziehen, erklärt Gey dazu, sie seien reine Spekulation. Der Konzeptentwurf, der neben dem Kreisfeuerwehrverband und der Arbeitsgruppe Brandschutz auch schon in einer Bürgermeisterrunde im November vorgestellt worden sei, sehe etwas ganz anderes vor. In der Bürgermeisterrunde sei Berger allerdings nicht dabei gewesen. Beschlossen sei noch gar nicht, so der Landrat, es gebe auch noch Fragezeichen, doch die Lösung könne nur gemeinsam gefunden werden. Letztlich müsse der Kreistag entscheiden.

"Natürlich brauchen wir die Leistungen der Feuerwehrtechnischen Zentren", sagt der Bad Lausicker Bürgermeister Josef Eisenmann (CDU). Aber nicht in jedem Fall: "Wir kooperieren mit den Nachbarstädten bei der Ausbildung, weil die Ausgaben exorbitant gestiegen sind." Mit Geithain, Frohburg, Kohren-Sahlis und Narsdorf verbindet Bad Lausick eine Vereinbarung. Die regelt, dass, "terminlich maßgeschneidert", die eigenen Ausbilder aktiv werden, jede Kommune auf einem speziellen Gebiet: bei der Qualifikation zum Truppführer, zum Funker, zum Maschinisten. Die FTZ brauche man für spezielle Ausbildungen und vor allem für die technische Unterstützung.

"Für uns spielt vor allem das FTZ in Trebsen eine wichtige Rolle, für Schulungen, für die kurzfristige Wartung der Technik", sagt der Wurzener Oberbürgermeister Jörg Röglin (parteilos). Sechs Wehren mit 150 Frauen und Männern stehen im Stadtgebiet bereit. Dass Wurzen bei der Ausbildung mit anderen Kommunen kooperiere, hänge nicht zuletzt mit einem "erheblichen Ausbildungsstau" bei den FTZ zusammen: "Deshalb machen wir es jetzt so, und es läuft richtig gut."

Thomas Pöge (parteilos), seit Jahresbeginn Bürgermeister in Thallwitz und zuvor Gemeindebrandmeister, lässt keinen Zweifel daran, dass die Thallwitzer das FTZ in Trebsen brauchen. Allerdings sieht er auch Handlungsbedarf. "Wo werden die Kosten verursacht und welches FTZ wird wie genutzt?" Diese Fragen müssten gestellt und aus den Antworten die nötigen Schlussfolgerungen gezogen werden, so Pöge.

Wie berichtet, hatte der Kreisfeuerwehrverband vor Weihnachten einen Brief an Kreisräte verfasst und bezüglich der FTZ geschlagen. Der Landkreis Leipzig habe die Zentren, die unverzichtbar seien für Ausbildung und technische Unterstützung der Freiwilligen Feuerwehren, durch ein fehlendes Konzept in Gefahr gebracht. Wegen der hohen Kosten hatten Kommunen wie Grimma die Ausbildung in eigene Hand genommen und damit die Kostensituation der FTZ weiter verschärft.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 05.02.2014
Ekkehard Schulreich/Heinrich Li

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