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Grimma Filme über Grimmaer Schwanenteich um 1900 und den Abzug der Russen 1992
Region Grimma Filme über Grimmaer Schwanenteich um 1900 und den Abzug der Russen 1992
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06:00 31.03.2017
Hat ein Buch über Fußball in Grimma geschrieben, dreht aber auch gern Filme zu heimathistorischen Themen: Matthias Seifert. Quelle: Christian Fest
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Grimma

Heimatgeschichte kann, muss aber nicht immer zwischen zwei Buchdeckeln stecken. Auch laufende Bilder sind möglich. Matthias Seifert aus Grimma versteht sich im Hobby auf beides. Der 64-Jährige ist ein bekannter Mann in der Stadt. Er war Betriebsratsvorsitzender der großen MWL Apparatebau GmbH, in Grimma MAG genannt, er engagierte sich im Fußballverein, leitete die Muldentalhalle – schrieb ein Buch über den erfolgreichen Fußballverein der Stadt, das gut ankam, und drehte schon einige Filme über seine Heimat. „Das ist eins meiner Hobbys. Gleich nach der Wende habe ich mir eine Videokamera gekauft“, erzählt er.

Im Februar 1992 hielt er den Abzug der russischen Armee aus Grimma fest. Die Aufnahmen von den Ereignissen am Bahnhof und den Kasernen hat er ergänzt durch einen Mitschnitt der damaligen Berichterstattung im ZDF. Darin findet sich auch ein Hinweis auf das Schicksal des Panzers, der bis kurz vor dem Abzug auf dem Sockel am Bahnhof in Grimma stand. „Die wollten mich da eigentlich mit meiner Kamera nicht dabei haben, aber ich finde, das war einige einmalige Sache, die es verdiente, festgehalten zu werden“, so Seifert. Knapp 21 000 Klicks bekam der Streifen im Video-Portal Youtube bis jetzt. Gefreut hat er sich über die positiven Kommentare, sogar aus Russland meldete sich jemand.

Auch die etwas ältere Historie, die einst vor der eigenen Haustür stattfand, findet er spannend. So gefiel ihm das Buch „Grimma – als die Schornsteine noch rauchten“ des Freundeskreises des Museum so gut, dass er mit einigen der Ansichten einen Film kreierte. Der Zuschauer begibt sich darin auf einen Spaziergang in die Geschichte der Stadt, sieht zum Beispiel die Brückenstraße 1885 und den Schwanenteich um 1900. Aber auch Aufnahmen aus DDR-Zeiten wie eine lange Schlange beim Feuerwerksverkauf 1979 oder einen Marktstand mit lauter Kohlköpfen tauchen auf. „Ich habe den kleinen Film meiner Frau gezeigt, ihr hat er gefallen und sie meinte, das würden bestimmt auch noch andere gern sehen“, sagt Matthias Seifert und fügt gleich hinzu: „Ich bin gar kein Profi, nur Hobbyfilmer.“ 16 Streifen von ihm sind derzeit im Netz zu sehen.

Viel Spaß machte ihm auch der Film über den Grimmaer Fußball. 1984 wurde die BSG Motor Grimma Bezirksmeister. Fünf Jahre lang spielten das Team zweite DDR-Liga. Viele Spielszenen von damals sind in dem 13-minütigen Streifen zu sehen. So mancher findet es gelungen. „Sehr schönes Video. War ’ne schöne Zeit!“, heißt es in einem Kommentar.

Ein Film sei geeignet, auch jüngere Leute mehr für Geschichte, sei es die jüngere oder die ältere, zu interessieren, meint der Videofan. Heimathistorie sei ein wichtiges Feld – egal mit welchem Medium es bespielt wird.

Von Claudia Carell

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