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Grimma Filmriss soll für 100-jähriges Kino ein weiterer Anziehungsmagnet werden
Region Grimma Filmriss soll für 100-jähriges Kino ein weiterer Anziehungsmagnet werden
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00:19 30.07.2017
Kinobetreiber Thomas Hildebrand hat eine Café-Bar Filmriss eingerichtet. Dort kann man vor und nach dem Film über die laufenden Streifen plaudern. Quelle: Foto: Thomas Kube
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Grimma

Eine historische Filmrolle erhielt Thomas Hildebrand nach der Flut 2013 vom Grimmaer Stadtoberhaupt Matthias Berger (parteilos). Inzwischen läuft im über 100-jährigen Kino alles digital. Mit Flutgeldern des Freistaates Sachsen und Eigenmitteln hat der 54-Jährige ein modernes Kino geschaffen. Seit 2015 können die Besucher dort mit Brillen ihre Filme schauen – 3-D-Technik hielt Einzug. Dafür hat er tief in die Tasche greifen müssen. Denn der sogenannte 3D-Filmvorsatz kostet etwa 10 000 Euro. „Um diese Technik überhaupt nutzen zu können, braucht man einen Digitalprojektor, der in Grimma schon vor 2013 installiert wurde. Zum Glück hatte das Gerät im Juni 2013 hoch genug im Vorführraum gestanden, sonst wären 81 000 Euro die Mulde runtergeschwommen. Eine Investition, die damals über eine Stadtfestaktion von den Grimmaer Bürgern akquiriert werden konnte, aber auch von der Filmförderung bezuschusst wurde.

Sei diesem Jahr gibt es nicht nur zwei Kinosäle, sondern auch das neue Café Filmriss. „Die Idee für das Café kam spontan. Wir nutzten das gegenüberliegende Geschäft seit dem Hochwasser 2013 als Abstellraum. Oft warteten Eltern im Auto auf ihre Sprößlinge auf das Ende der Kinovorstellung. „Wir fanden, dass sich da was ändern muss“, meinte der Kinobetreiber. Die drei kleinen Räume sind filmspezifisch eingerichtet. Hier fehlen die Minions, die gelben Bengel, natürlich nicht. Hier kann man den Abend auch bei einem Bier oder Wein in entspanntem Ambiente ausklingen lassen. Aber auch personell hat sich etwas getan. Mit der Eröffnung konnte eine weitere Mitarbeiterin eingestellt werden, so dass nun mittlerweile das Kino und die Cafébar “ von zwei Mitarbeitern betreut wird.

Filme sind das Lebenselixier von Thomas Hildebrand, sie wolle er nie missen. Mit dem Kino wuchs er schon als Kind auf. „Ich verkaufte damals die Programmhefte für wenige Pfennige. Ich war der Beste“, sagte er verschmitzt. Er habe stets gesagt, dass der Film nicht eher beginnt, bevor alle Programmhefte verkauft sind, verriet er.

Mit 18 Jahren machte er seinen Vorführschein, wirkte in mehreren Kinos mit und leitete einige später. So war er im Regina-Palast oder im Zeitkino am Hauptbahnhof in Leipzig tätig. 1993/94 übernahm er das Filmtheater am Kulkwitzer See, leitete es, bis es in Flammen stand. Dann spezialisierte er sich auf Vorstellungen in Kindergärten- und Schulen. Ende 1995 erhielt er den Tipp, dass das Kino in Grimma einen Betreiber sucht. Er nutzte die Chance. Als er es gerade in Schuss hatte, kam die Flut 2002. Die Folge: Totalschaden. Doch damals wie auch jetzt sieht Thomas Hildebrand es als eine Chance, den Grimmaern noch besseres Kino anzubieten. „Das hat sich ausgezahlt.“ 40 000 Besucher kommen derzeit pro Jahr. Gegenwärtig bietet er für die Ferienzeit spezielle Filme für Kinder an.

Eigentlich gibt es keinen Grund für die Grimmaer mehr, ins Kino nach Leipzig zu fahren“, ist Hildebrand optimistisch. Nicht zuletzt auch wegen der umfangreichen Sanierung nach der Flut. „Denn nach jeder Flut ist das Kino moderner und schöner geworden. Ich denke, das Kino in seiner jetzigen Ausstattung mit knapp 140 bequemen Plätzen im großen Saal und 42 im Kleinen lässt keine Wünsche offen“, findet der Kinobetreiber.

Von Cornelia Braun

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