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Finanzamt im Grimma eingeweiht: Unland lobt Fusion der Behörden im Landkreis

Aus Schandfleck wird Schmuckstück Finanzamt im Grimma eingeweiht: Unland lobt Fusion der Behörden im Landkreis

Wo früher Soldaten ein und aus gingen, hat der Fiskus Einzug gehalten. Sachsens Finanzmister Georg Unland (CDU) übergab am Mittwoch den Erweiterungsbau des Grimmaer Finanzamtes. Das Land hat hier rund elf Millionen Euro investiert und damit die Voraussetzung für die Fusion der Finanzbehörden von Borna und Grimma geschaffen.

Im Beisein von Sachsens Finanzminister Georg Unland (mitte) wurde der Erweiterungsbau des Finanzamtes Grimma feierlich eingeweiht. Rechts von ihm der Grimmaer Amtsvorsteher Christian Holzhey.

Quelle: Thomas Kube

Grimma. Eine alte Militärliegenschaft hat der Fiskus in Grimma in eine moderne Behörde verwandelt. Nachdem im Juni bereits die Fusion der Finanzämter Borna und Grimma in der Stadt an der Mulde erfolgte, übergab Sachsens Finanzminister Georg Unland (CDU) das erweiterte und sanierte Finanzamt Grimma am Mittwochnachmittag auch offiziell an die Mitarbeiter.

„Jeder Euro, den wir ausgeben, darf nicht nur eine Funktion erfüllen“, spielte Unland vor Vertretern aus Politik und Verwaltung auf die Rolle öffentlicher Investitionen an. So sei es nicht nur darum gegangen, in der Lausicker Straße am Standort der ehemaligen König-Carola-Kaserne moderne Arbeitsbedingungen für die nunmehr 300 Mitarbeiter zu schaffen. „Wir haben auch unseren Beitrag dazu geleistet, dass ein Stück historische Bausubstanz in Grimma gerettet werden konnte.“

Als Heimstätte der blauen Husaren entstanden, war die Kaserne später unter anderem von der Reichswehr, der Wehrmacht und der Roten Armee genutzt worden. Wo früher Soldaten campierten, habe jetzt die sächsische Finanzverwaltung Einzug gehalten. Unland, der von nächtlichen Koalitionsverhandlungen in Dresden noch leicht übermüdet in Grimma eintraf, erinnerte noch einmal an die Gründe der Fusionsentscheidung. Sachsen habe sich mit Blick auf den demografischen Wandel selbst ein Standortkonzept verordnet. „Das besagte, dass pro Landkreis nur noch ein Finanzamt existieren wird.“

Johann Gierl, Präsident des Landesamtes für Steuern und Finanzen, hob die Vorreiterrolle des Grimmaer Finanzamtes hervor: „Die Zusammenlegung der Ämter Borna und Grimma ist Vorbild für alle anderen anstehenden Fusionen.“ Der Umzug der rund 115 Mitarbeiter aus der Kreisstadt an die Mulde sei ein enormer organisatorischer Kraftakt gewesen, so Gierl weiter. “Immerhin mussten 93 000 Steuerfälle und 80 000 weitere Bewertungsfälle umgestellt werden.“ Dies alles sei nur durch das große Engagement der Mitarbeiter zu bewerkstelligen gewesen.

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Finanzminister Georg Unland beim Rundgang

Finanzminister Georg Unland beim Rundgang. Links von ihm Amtsvorsteher Christian Holzhey, rechts Vizelandrat Gerald Lehne.

Quelle: Thomas Kube

mtsvorsteher Christian Holzhey betonte, dass es jetzt gelte, die Amtskultur und die Beschäftigten zusammenzuführen. Denn durch den Umzug und die Neustrukturierung sei doch ein wenig Arbeit liegengeblieben, räumte der Chef der knapp 300 Grimmaer Finanzbeamten ein. „Wir müssen jetzt versuchen, diesen Rückstand aufzuholzen. Ohne der Versuchung zu erliegen, Dinge einfach so durchzuwinken.“

Gäste der offiziellen Eröffnung konnten sich gestern von den beeindruckenden Dimensionen des neuen Behördengebäudes überzeugen. Auf rund 6100 Quadratmetern Nutzfläche gehen die Bediensteten ihrer Arbeit nach, davon nehmen die Archive etwa 1400 Quadratmeter in Anspruch. Unland war noch wichtig zu betonen, dass die Wertschöpfung in der Region geblieben sei. „90 Prozent der Aufträge gingen an Firmen aus Sachsen.“

Die Gesamtbaukosten betrugen 11,2 Millionen Euro. Zehn Prozent mehr, als die Planer des Staatsbetriebes Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB) ursprünglich kalkuliert hatten. Die Steigerung ging auf das Konto der historischen Bausubstanz, die mit maroden Decken und etlichen Altlasten doch einige böse Überraschungen bereithielt.

Von Simone Prenzel

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