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Grimma Firebirds holen die gute alte Zeit ins Schloss Trebsen
Region Grimma Firebirds holen die gute alte Zeit ins Schloss Trebsen
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06:06 02.07.2018
Die Firebirds brauchen nur den ersten Akkord spielen – schon tobt das Haus. Quelle: Frank Schmidt
Trebsen

Musik nonstop sowie Rock-’n’-Roll-Tanz in allen Räumen gar bis tief in die Nacht hinein. So lässt sich das dreitägige Erlebnis beim 7. Firebirds Festival auf Schloss Trebsen kurz umschreiben. Ob mit Petticoat oder im coolen Rockabilly-Outfit, gut die Hälfte der Besucher flog buchstäblich auf die Feuervögel ab und kam schon entsprechend kostümiert, um sich vollends mit diesem Lifestyle der Fifties und Sixties, der 50er und 60er Jahre) zu identifizieren. Und wer sich noch von diesem Spirit infizieren lassen wollte, dem boten sich dafür alle Möglichkeiten. Clevererweise standen gleich hinter dem Eingang die Händlerzelte, in denen Mann und Frau sich von Kopf bis Fuß ein- und umkleiden konnten. Und auch Marc Bamberger als The Rolling Barber (rollender Friseur) bot als einer von vielen dieser Zunft im Schloss seine Dienste für ein perfektes Hairstyling an.

„Mit dem Festival zelebrieren wir hier zwar die 50er und 60er Jahre. Doch ob alt oder jung, auch die Frisuren der 20er und 30er Jahre sind besonders stark nachgefragt – Scheitel, kurz und nach hinten gelegt“, sagte der 48-jährige Barbier.

Tanzen bis zum Gehtnichtmehr

Vom Abtanzen völlig gar, verließen Simone und Matthias Dorn die Kapelle für eine Verschnaufpause im Freien. Beide gehörten zu den mehr als einem Dutzend Tanzpaaren, die zur Musik von DJ Atomic Mo tanzten. „Ein echt geiles Festival“, schwärmten die beiden aus Frankfurt an der Oder kommenden Fans. „Vom Hörensagen und über Freunde haben wir die Empfehlung bekommen und sind deshalb schon das vierte Mal hier.“ Die Frage nach dem Warum stelle sich gar nicht. „Du bist hier und triffst Leute, die du noch nie gesehen hast, und nach zwanzig Minuten sind wir die besten Freunde, weil die Musik der 50er und 60er Jahre verbindet“, fasste Matthias seine Begeisterung zusammen.

Rock ’n’ Roll und das Gefühl der 50-/60er-Jahre – im Schlosspark Trebsen war das am Wochenende angesagt.

Für Regina Katzer aus Leipzig war noch ein anderer Aspekt wichtig. „Schau dich um, hier bist du unter Gleichgesinnten und hast das Gefühl, zu Hause angekommen zu sein. Hier ist keiner auf Zank und Streit aus, hier wollen alle nur dem Alltag die kalte Schulter zeigen“, sagte die 57-Jährige im knallroten Petticoat mit weißen Punkten. „Den Firebirds sei es gedankt, mit diesem Festival haben die Jungs den Nerv der Menschen getroffen, die für ein Wochenende zurück wollen in eine Zeit, in der die Welt noch in Ordnung war“, triumphierte Roland Förster aus Gera.

Besucher loben Campingangebot

Aber woher will er das mit gerade einmal 26 Jahren wissen? „Meine Eltern sind doch Kinder dieser Zeit. Sie haben mir viel darüber erzählt, das färbte natürlich ab“, sagte er, der mit Freundin Beatrice sein Zelt im Park hinter dem Schloss aufgeschlagen hatte. Nebenan saßen Roswitha und Peter Lochmann vor ihrem betagten aber schicken VW-Bully mit Suhler Kennzeichen. „Das Campingangebot ist prima, weil es sich nicht lohnt, für nur einen Tag das Festival zu besuchen“, sagten sie. „Aber weniger die Firebirds, mehr die Musikrichtung haben uns angelockt, denn damit wird eine entspannte und zufriedene Stimmung unter den Leuten erzeugt“, fügte Roswitha an.

Ami-Schlitten ziehen Blicke auf sich

Eine andere Attraktion des Festivals waren Oldtimer einer Carshow, die viele Besucher zum genaueren Hingucken animierten und zum Fachsimpeln einluden. „Nee, das ist doch kein Autohaus, wo du dich in jeden Wagen mal reinsetzen kannst“, ermahnte eine Frau ihren Mann, der genau das zu gerne getan hätte. Davon wäre Guido Sulz auch tatsächlich nicht begeistert gewesen, der mit seinem 51er Buick Special Eight aus Teltow angereist war. „Stimmt, der Wagen ist 17 Jahre älter als ich“, lachte der Oldtimerfan. Sein Kumpel Lars Herrmann präsentierte stolz seinen Oldsmobile Ninety Eight Baujahr 54 und hätte gar nichts dagegen, wenn man sein Auto einfach nur „Amischlitten“ nennen würde. Denn: „Das ist ja auch einer“.

Von Frank Schmidt

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