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Grimma Fledermäuse blockieren Abriss der Papierfabrik Golzern bei Leipzig
Region Grimma Fledermäuse blockieren Abriss der Papierfabrik Golzern bei Leipzig
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15:36 04.06.2016
Die historische Papierfabrik Golzern soll abgerissen werden - doch Fledermäuse blockieren das Vorhaben. (Archivbild) Quelle: dpa
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Grimma

Die historische Papierfabrik Golzern in Grimma (Kreis Leipzig) soll aus Gründen des Hochwasserschutzes abgerissen werden. Doch laut Grimmas Oberbürgermeister Matthias Berger (parteilos) gibt es ein Problem: «Es ist ja nicht so, dass es in unserem Land zu wenig Fledermäuse gäbe», sagte Berger. Nach seinen Worten nistet das Große Mausohr im Fundament der Fabrikgebäude. Deswegen verlange die Landesdirektion Sachsen eine naturschutzrechtliche Prüfung, eine sogenannte FFH-Verträglichkeitsprüfung. Für den Stadtchef ist das ein Grund zum Ärger. «Es wird nur noch zerredet», sagte Berger. Wann das Gutachten vorliegen wird, sei offen.

Die Landesdirektion hatte den Abriss 2014 genehmigt. Zuvor hatte es schon Streit mit dem Denkmalschutz gegeben, weil die Papierfabrik als Kulturdenkmal eingestuft war. Die Behörde entschied dennoch zugunsten des Überschwemmungsschutzes. Die Fabrik wirke bei einem Hochwasser der Mulde wie ein Staudamm. Allerdings sei die Abrissgenehmigung schon damals mit einer naturschutzrechtlichen Auflage verbunden worden, sagte Behördensprecherin Jana Klein. Seit Ende vorigen Jahres stehe fest, dass eine FFH-Verträglichkeitsprüfung her muss.

Der Grimmaer Oberbürgermeister hat dafür wenig Verständnis. Er spricht davon, dass die Fledermäuse instrumentalisiert würden. Die Tiere hätten sich zudem im Fundament angesiedelt. Abgerissen werden sollten aber nur die Gebäude. Die Fundamente würden gar nicht angetastet.

Berger geht es um den Hochwasserschutz. Die Fabrik steht auf zehn Hektar Fläche an der Mulde. «Wir erhoffen uns durch den Abriss eine hydraulische Entlastung. Es kann einige Zentimeter weniger Hochwasser bedeuten, wenn das Wasser schneller durchfließt.» 2002 und 2013 war Grimma schwer vom Hochwasser getroffen worden. Die Papierproduktion wurde daraufhin am historischen Standort aufgegeben und in neue Hallen im Ortsteil Mutzschen verlegt.

LVZ

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