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Grimma Flugblatt mit Aufruf: Einsatz für Teilortsumgehung in Ammelshain
Region Grimma Flugblatt mit Aufruf: Einsatz für Teilortsumgehung in Ammelshain
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16:30 14.01.2019
Schon mehrfach protestierten Ammelshainer mit Transparenten gegen den Schwerlastverkehr und forderten die Teilortsumgehung. Dieses Schild steht aktuell in der Altenhainer Straße. Quelle: Thomas Kube
Naunhof/Ammelshain

Voll werden könnte es am Dienstagabend im Saal des Feuerwehrgerätehauses Ammelshain, wenn dort der Ortschaftsrat zur öffentlichen Sitzung zusammenkommt. In einem anonymen Flugblatt wird dazu aufgerufen, Unmut über die Sammelklage gegen den Bau der Teilortsumgehung zu äußern. Wegen dieses Verfahrens liegen die Planungen derzeit auf Eis.

Dieses Flugblatt tauchte jetzt in Ammelshain auf. Der anonyme Verfasser bittet, die Ortschaftsratssitzung zu besuchen, um Unmut über die Sammelklage gegen die Teilortsumgehung zu äußern. Quelle: privat

Täglich passieren zahlreiche Lastwagen den dörflichen Ort auf dem Weg vom Altenhainer Steinbruch Klengelsberg zur Autobahnauffahrt Klinga und zurück.

Anwohner der Route wollen die Belastung durch Lärm, Erschütterungen und Abgase nicht länger hinnehmen. Sie fordern – genauso wie die Stadtverwaltung und die überwältigende Mehrheit des Ortschaftsrats – schnellstmöglich eine Teilortsumgehung von der Altenhainer zur Polenzer Straße. Damit ließe sich ihrer Ansicht nach am besten der Schwerlastverkehr aus Ammelshain heraushalten.

Landeigentümer gegen Teilortsumgehung

Jürgen Streller von der Wählergemeinschaft Ammelshain war bislang das einzige Mitglied im Ortschaftsrat, das sich gegen die Straße aussprach. Er weiß mehrere Grundeigentümer hinter sich, die durch den Neubau Land verlieren würden. Diese haben offenbar eine Sammelklage eingereicht, um das Vorhaben zu verhindern. Deshalb, so heißt es aus dem Landratsamt, kann derzeit kein Zeitpunkt für die Fortführung der Planungen genannt werden.

Der neue Radweg von Ammelshain in Richtung Klinga endet hier, weil an dieser Stelle die Teilortsumgehung einmünden soll. Ob und, falls ja, wann sie gebaut wird, ist unsicher. Quelle: Thomas Kube

„Die Diskussionen gehen nun schon mehr als 25 Jahre“, heißt es in dem nun aufgetauchten Flugblatt, das ein „besorgter Bewohner der Lkw-Transittrasse“ verfasst hat, der sich namentlich nicht zu erkennen gab. Er ruft die Bewohner der Altenhainer und Polenzer Straße auf, zur Ortschaftsratssitzung zu kommen. „Jeder, der an dieser Situation eine Änderung anstrebt, sollte an diesem Termin nochmals seinen Unmut zum Ausdruck bringen und Argumente nochmals vorbringen, warum die besagte Gruppe aus unserem Dorf ihre Klage zurücknehmen soll“, heißt es in dem Papier, das Ausschnitte aus mehreren LVZ-Beiträgen enthält. „Wir wohnen alle im selben Dorf und sollten uns nicht weiter das Zusammenleben erschweren!“

Bürger dürfen im Ortschaftsrat Unmut äußern

Ortsvorsteher Lutz Kadyk von der Wählervereinigung Ammelshain verweist darauf, dass das Thema Teilortsumgehung nicht auf der Tagesordnung des Rats steht. Wenn sich aber viele Bürger einfinden, dürften diese gern ihren Unmut kundtun, verspricht er, schränkt aber zugleich ein: „Wenn sie Pech haben, erhalten sie keine Antwort.“

Der Forderung nach einer Teilortsumgehung fiel schon oft ins Auge: 2015 brachten die Bikerfreunde Ammelshain dieses Transparent an der Polenzer Straße an. Quelle: Andreas Röse

Er selbst könne nicht mehr sagen, als was ihm bekannt ist. „Eine Klage liegt vor. Und solange sie noch nicht behandelt wurde, geschieht nichts mit dem Vorhaben“, erläutert Kadyk und schiebt verärgert nach: „Ich bin doch kein Gott und kann die Straße nicht bauen.“

Rathausvertreter soll zum Stand der Dinge sprechen

Er hofft, dass ein Vertreter der Stadtverwaltung zum Stand der Dinge sprechen kann. „Der Bürgermeister war allerdings schon lange nicht mehr bei uns. Ich kann nicht einschätzen, ob er so viele andere Termine hat“, sagt der Ortsvorsteher. Es könnte nach seinem Dafürhalten aber jemand aus dem Bauamt zugegen sein, da unter anderem auch über die Gebietsänderung zwischen Naunhof und Brandis gesprochen werden soll. Die LVZ fragte im Naunhofer Rathaus an, ob jemand zur Sitzung kommt, erhielt aber keine Antwort.

Öffentliche Sitzung des Ortschaftsrats Ammelshain, 15. Januar, ab 19 Uhr, Saal im Feuerwehrgerätehaus Ammelshain

Von Frank Pfeifer

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