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Grimma Fluthilfe für Vierpfoten
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16:36 19.05.2015
Gut aufgehoben: Beate Pannicke betreut derzeit Flutopfer Pudel Bobby Lehmann. Sein Herrchen liegt derzeit noch im Krankenhaus. Quelle: Andreas Röse

Da ein Arztbesuch anstatt, schafften sie Casanova zur Mutter nach Grimma-West. Dort entwischte er, als der Essensservice klingelte.

"Wir haben gar nicht gemerkt, dass Casanova genauso fertig war, wie wir", sagte Felicitas Schatz (59). Obwohl der Hund seit dem 23. Juni wieder bei Familie Schatz lebt, hat er sich von seinem "Ausflug" noch nicht erholt. "Casanova ist noch eingeschüchtert und will sich oft verstecken", erzählte die 59-Jährige.

Die Hundesaloninhaberin Pannicke kann das nachempfinden: "Es waren sicher auch für ihn dramatische Tage voller Angst".

Nachdem die Familie Schatz trotz Plakaten und Anzeigen, Anrufen beim Tierheim und der Polizei kein Erfolgserlebnis hatte, bat sie Beate Pannicke um Mithilfe. Denn viele Passanten hatten zwar das Tier gesehen und die Besitzer informiert, doch niemanden war es gelungen, den Terrier einzufangen. "Er kennt mich eigentlich und war im Salon bisher immer sehr folgsam, ließ nun aber auf zehn Meter keinen an sich ran", so die Hundefriseurin. "Ich wohne am Roten Vorwerk und sah ihn, als das große Gewitter über Grimma hereinbrach. Meine Verfolgung mit dem Fahrrad führte jedoch nicht dazu, dass ich den kleinen Kerl schnappen konnte", bedauerte sie. An diesem Tag hatte sie Iris Reuter von der Gaststätte "Am Münchteich", ihren Bekannten Jörg Kühnast und eine Besatzung eines Kleinbusses bei der Suche an ihrer Seite. Erst drei Tage später konnte sie Casanova mit Hilfe des Landwirtschaftsehepaars Bahrmann überlisten und schnappen. "Es war eine Freude mit anzusehen, wie glücklich Familie Schatz ihren Ausreißer wieder in die Arme schloss", sagte sie. Sie freut sich auf die Bäckertorte zur Dankeschönparty für alle beteiligten Fahndungshelfer. Doch sie kennt noch mehr Tierfreunde, die Tieren in Not während der Flutkatastrophe halfen. So nahm Dirk Keller Hunde von Evakuierten in seiner Tierpension in Parthenstein auf. Auch Ricarda Keller vom Tierheim Schkortitz ist derzeit noch unterwegs, um Futterspenden an Tierhalter zu verteilen, die in Ausweichquartieren wohnen müssen.Auf dem Reiterhof im Roten Vorwerk wurden ebenso Flutpferde aus Trebsen betreut.

Die Haarbändigerin Pannicke hat in der Zwischenzeit wieder ihren Hundesalon öffnen können. Sie war zwar nicht von der Flut betroffen, aber der Strom war bei ihr für eine Woche abgestellt. In dieser Zeit half sie Flutopfern und nahm unter anderem Pudel Bobby auf. "Sein Herrchen brachten die Aufräumarbeiten ins Krankenhaus. Bis er fit ist, saust Bobby durch den Garten", denn der quirlige Bobby fühlt sich frisch frisiert bei Familie Pannicke pudelwohl.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 28.06.2013

Cornelia Braun

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