Volltextsuche über das Angebot:

7 ° / 0 ° Regenschauer

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Flutübung am Hotel Nimbschen – erfolgreicher Test für neue Schutzanlage

Halbe Million Euro Baukosten Flutübung am Hotel Nimbschen – erfolgreicher Test für neue Schutzanlage

Seit gut einem Jahr verfügt die Hotelanlage Kloster Nimbschen über eine eigene Hochwasserschutzanlage. Mit einer Hochwasserschutzübung wurde das Bollwerk am Hotel Kloster Nimbschen von deren Mitarbeitern getestet.

Exemplarisches Beispiel für Eigenvorsorge: Am Hotel Kloster Nimbschen findet eine Hochwasserschutzübung statt.

Quelle: Frank Schmidt

Grimma/Nimbschen. Seit gut einem Jahr verfügt die Hotelanlage Kloster Nimbschen über eine eigene Hochwasserschutzanlage. Wie berichtet, wurde ein etwa 600 Meter langer und bis zu 160 Zentimeter hoher Deich aufgeschüttet, in dem drei mobile Schutzwandanlagen sowie ein Pumphebewerk baulich integriert sind. Erstmals wurde eine Hochwasserschutzübung initiiert, wie sie im Frühjahr von der Stadt Grimma an deren etwa zwei Kilometer langem Bollwerk durchgeführt wurde. Zwar sind beide Schutzanlagen vom Umfang her nicht miteinander zu vergleichen, wohl aber das Ansinnen.

Jeder Handgriff muss passen und jedes mobile Balkensegment muss an der richtigen Stelle eingesetzt werden. Das zu wissen, ist schon die halbe Miete. Christian Rückert, hochwassererprobter Mitarbeiter im städtischen Ordnungsamt, weiß, worauf es noch ankommt und vermittelt vor Ort seine Erfahrungen. Zumal es sich um das gleiche Dammbalkensystem handelt, wie es in der städtischen Hochwasserschutzmauer als sogenannte zweite Schutzebene eingebaut wurde. „Hier liegt die Priorität auf ruhigem Handeln. Die Balken werden trotz gebotener Eile und ohne Hektik sicher und nicht verkantet eingesetzt. Darüber hinaus kommt es darauf an, die Balken vorsichtig zu transportieren und zu lagern, damit diese in ihrer sehr leichten Aluminiumausführung nicht beschädigt oder deformiert werden“, mahnte Rückert. Und schließlich sei für gutes Abdichten eine gründliche Reinigung der Bereiche wichtig, wo die mobilen Dammbalkenelemente zum Einsatz kommen.

Alles musste raus

Alles musste raus: Nach der Juniflut 2013 sind die Hotelzimmer vom gequollenem Mobiliar entkernt worden.

Quelle: Frank Schmidt

Ganz unbeleckt waren die Mitarbeiter der Hotelanlage offenkundig nicht, denn es hatte sich bei der Übung eine Art Speerspitze herauskristallisiert, die sich mit dem System recht gut auskennt und entsprechende Anweisungen gab. Hotelier Fred Urban beschränkte sich daher mehr auf die Beobachterrolle. Und darin hatte er genügend Freiraum, noch einmal auf den Ursprung dieser Schutzanlage einzugehen. „Wir erfüllen damit eine Auflage der Versicherung. Dafür wurde von einem autorisierten Dresdener Ingenieurbüro ein Gutachten erstellt, aus dem hervorgeht, dass diese Hochwasserschutzanlage dem technischen Standard entspricht und einer Flut wie im Jahr 2002 standhalten würde“, verkündete Urban.

Alles musste raus

Alles musste raus: Nach der Juniflut 2013 sind die Hotelzimmer vom gequollenem Mobiliar entkernt worden.

Quelle: Frank Schmidt

Einziger Wermutstropfen auf der Abschlussrechnung von reichlich einer halben Million Euro Baukosten: „Uns sind Fördermittel in Aussicht gestellt worden, die aber bis heute nicht gekommen sind“, konstatierte Urban. Seinen Ärger darüber überspielte er mit dem ironischen Hinweis, dass die Hochwasserschutzanlage fürs Hotel Kloster Nimbschen über „Schnitzel und Bier“ finanziert werden muss. Die Aussichten dafür sind gut, denn nach eigenen Angaben hat der Geschäftsbetrieb nach der Flut 2013 und einjähriger Zwangspause sein vorheriges Niveau wieder erreicht und in einzelnen Bereichen übertroffen.

Oberbürgermeister Matthias Berger (parteilos) hat mit dem Nimbschener Bollwerk „eine Sorge weniger“. Mehr noch sieht er darin ein „exemplarisches Beispiel von Eigenvorsorge“, wie diese von allen potenziell bedrohten Hochwasseropfern erwartet wird. Und er widersprach vehement dem Irrglauben, dass diese Hochwasserschutzanlage negative Auswirkungen auf den Pegel in Grimma habe. „Nicht nur die Menge ist entscheidend, sondern auch die Fließgeschwindigkeit.“

Von Frank Schmidt

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Grimma
Grimma in Zahlen

Bundesland: Sachsen

Landkreis: Leipzig

Fläche: 218,32 km²

Einwohner: 28.480 Einwohner (31.12.15)

Bevölkerungsdichte: 130 Einwohner je km²

Postleitzahl: 04668

Ortsvorwahlen: 03437,034382, 034384, 034386

Stadtverwaltung: Markt 16/17, 04668 Grimma

Luftbildaufnahme des Zentrums von Grimma.
Ein Spaziergang durch die Region Grimma
  • Zeitung in Schulen

    Herzlich willkommen bei den Schulprojekten der Leipziger Volkszeitung und ihrer Regionalausgaben. mehr

  • Leserreisen
    Leserreisen

    Kreuzfahrt in der Karibik, Städtetour durch die Toskana oder Busreisen in Deutschland - die Leserreisen der LVZ bieten für jeden Anspruch genau das... mehr

  • LVZ-Kreuzfahrtmesse
    Infos zur LVZ-Kreuzfahrtmesse

    Willkommen an Bord: Am 22. Oktober 2017 luden LVZ und Vetter Touristik zur 1. Kreuzfahrtmesse ein. Hier gibt es einen Rückblick. mehr

  • LVZ-Fahrradfest 2017
    Logo LVZ-Fahrradfest

    Das 13. LVZ-Fahrradfest lud am 14. Mai 2017 wieder Radler ein, gemeinsam in die Pedalen zu treten. Fotos, Videos und Infos finden Sie in unserem Sp... mehr

18.11.2017 - 17:25 Uhr

Vier Tore, zwei Elfmeter, eine Rote Karte: Die Partie bei Bayer Leverkusen bot jede Menge Unterhaltung, aber für RB Leipzig keine zufriedenstellende Punkteausbeute.

mehr
  • Zoo Leipzig
    Zoo Leipzig

    Infos und Events aus dem Zoo Leipzig sowie zahlreiche Bilder aller Vierbeiner und der geflügelten Zoobewohner. mehr

  • Panometer Leipzig - Dresden
    Panometer Leipzig: Alle Infos zum "Titanic" und den weiteren Panoramaprojekten von Yadegar Asisi

    Erfahren Sie im Special von LVZ.de alles zu den Panoramen "Titanic" und "Dresden im Barock" mehr

  • Touristik & Caravaning
    Themen, Tickets, Öffnungszeiten: Die wichtigsten Infos zur Messe Touristik & Caravaning (TC) 2017 im Special auf LVZ.de

    Urlaubsstimmung im Novembergrau: Alle Infos und News zur Reisemesse Touristik & Caravaning (TC) 2017 in unserem Special. mehr

  • Jahrtausendflut 2002

    Entlang von Mulde, Elbe und Pleite brach im August 2002 eine verheerende Flutkatastrophe herein. Die LVZ zeigt eine Bestandsaufnahme. mehr