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Grimma Flutübung am Hotel Nimbschen – erfolgreicher Test für neue Schutzanlage
Region Grimma Flutübung am Hotel Nimbschen – erfolgreicher Test für neue Schutzanlage
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17:54 15.07.2016
Exemplarisches Beispiel für Eigenvorsorge: Am Hotel Kloster Nimbschen findet eine Hochwasserschutzübung statt. Quelle: Foto: Frank Schmidt
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Grimma/Nimbschen

Seit gut einem Jahr verfügt die Hotelanlage Kloster Nimbschen über eine eigene Hochwasserschutzanlage. Wie berichtet, wurde ein etwa 600 Meter langer und bis zu 160 Zentimeter hoher Deich aufgeschüttet, in dem drei mobile Schutzwandanlagen sowie ein Pumphebewerk baulich integriert sind. Erstmals wurde eine Hochwasserschutzübung initiiert, wie sie im Frühjahr von der Stadt Grimma an deren etwa zwei Kilometer langem Bollwerk durchgeführt wurde. Zwar sind beide Schutzanlagen vom Umfang her nicht miteinander zu vergleichen, wohl aber das Ansinnen.

Quelle: Frank Schmidt

Jeder Handgriff muss passen und jedes mobile Balkensegment muss an der richtigen Stelle eingesetzt werden. Das zu wissen, ist schon die halbe Miete. Christian Rückert, hochwassererprobter Mitarbeiter im städtischen Ordnungsamt, weiß, worauf es noch ankommt und vermittelt vor Ort seine Erfahrungen. Zumal es sich um das gleiche Dammbalkensystem handelt, wie es in der städtischen Hochwasserschutzmauer als sogenannte zweite Schutzebene eingebaut wurde. „Hier liegt die Priorität auf ruhigem Handeln. Die Balken werden trotz gebotener Eile und ohne Hektik sicher und nicht verkantet eingesetzt. Darüber hinaus kommt es darauf an, die Balken vorsichtig zu transportieren und zu lagern, damit diese in ihrer sehr leichten Aluminiumausführung nicht beschädigt oder deformiert werden“, mahnte Rückert. Und schließlich sei für gutes Abdichten eine gründliche Reinigung der Bereiche wichtig, wo die mobilen Dammbalkenelemente zum Einsatz kommen.

Alles musste raus: Nach der Juniflut 2013 sind die Hotelzimmer vom gequollenem Mobiliar entkernt worden. Quelle: Frank Schmidt

Ganz unbeleckt waren die Mitarbeiter der Hotelanlage offenkundig nicht, denn es hatte sich bei der Übung eine Art Speerspitze herauskristallisiert, die sich mit dem System recht gut auskennt und entsprechende Anweisungen gab. Hotelier Fred Urban beschränkte sich daher mehr auf die Beobachterrolle. Und darin hatte er genügend Freiraum, noch einmal auf den Ursprung dieser Schutzanlage einzugehen. „Wir erfüllen damit eine Auflage der Versicherung. Dafür wurde von einem autorisierten Dresdener Ingenieurbüro ein Gutachten erstellt, aus dem hervorgeht, dass diese Hochwasserschutzanlage dem technischen Standard entspricht und einer Flut wie im Jahr 2002 standhalten würde“, verkündete Urban.

Alles musste raus: Nach der Juniflut 2013 sind die Hotelzimmer vom gequollenem Mobiliar entkernt worden. Quelle: Frank Schmidt

Einziger Wermutstropfen auf der Abschlussrechnung von reichlich einer halben Million Euro Baukosten: „Uns sind Fördermittel in Aussicht gestellt worden, die aber bis heute nicht gekommen sind“, konstatierte Urban. Seinen Ärger darüber überspielte er mit dem ironischen Hinweis, dass die Hochwasserschutzanlage fürs Hotel Kloster Nimbschen über „Schnitzel und Bier“ finanziert werden muss. Die Aussichten dafür sind gut, denn nach eigenen Angaben hat der Geschäftsbetrieb nach der Flut 2013 und einjähriger Zwangspause sein vorheriges Niveau wieder erreicht und in einzelnen Bereichen übertroffen.

Oberbürgermeister Matthias Berger (parteilos) hat mit dem Nimbschener Bollwerk „eine Sorge weniger“. Mehr noch sieht er darin ein „exemplarisches Beispiel von Eigenvorsorge“, wie diese von allen potenziell bedrohten Hochwasseropfern erwartet wird. Und er widersprach vehement dem Irrglauben, dass diese Hochwasserschutzanlage negative Auswirkungen auf den Pegel in Grimma habe. „Nicht nur die Menge ist entscheidend, sondern auch die Fließgeschwindigkeit.“

Von Frank Schmidt

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