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Grimma Förderung abgelehnt: Denkmalschmiede Höfgen droht das Aus
Region Grimma Förderung abgelehnt: Denkmalschmiede Höfgen droht das Aus
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05:00 22.02.2012
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. Seit dieser Woche droht dem kulturellen Leuchtturm des Muldentals sogar das Aus. Denn der Kulturraum hat jetzt die gesamte Jahresförderung für 2012 abgelehnt.

Es geht dabei um knapp 300 000 Euro. Die Denkmalschmiede Höfgen ist ein seit Jahrzehnten gewachsener Kulturbetrieb, der von Uwe Andrich unter dem Dach einer gemeinnützigen GmbH geführt wird. Hundertprozentiger Gesellschafter ist der Förderverein „Gesellschaft für Landeskultur". Sie bietet deutschlandweit anerkannte Kultur in Form von Konzerten, Ausstellungen, Lesungen, Kunstprojekten, sie unterhält eine anspruchsvolle Kinder- und Jugendarbeit und sie bietet Künstlern aller Genres aus dem In- und Ausland in Gast-Ateliers die Chance, an ihren Projekten zu arbeiten.

Die Denkmalschmiede erhält eine so genannte institutionelle Förderung, wie sie etwa auch die im Landkreis ansässigen Orchester bekommen. Im Gegensatz zur Projektförderung wird dabei der gesamte Kulturbetrieb mit einer pauschalen Jahressumme gefördert. Mit dieser pauschalen Förderung habe der Kulturraum seit Jahren Probleme, sagt Kultursekretär Manfred Schön. „Wir müssen ausschließen können, dass wir nichts fördern, das nicht förderfähig ist", betont Schön, der gleichzeitig Kulturamtsleiter im Landratsamt des Landkreises Leipzig ist. Wegen massiver Zweifel ließ der Kulturraum die Denkmalschmiede in den vergangenen Wochen durch das Rechnungsprüfungsamt des Landkreises Nordsachsen überprüfen. Nicht vor Ort, sondern ausschließlich nach Aktenlage. Zum Ergebnis sagt Schön: „Jetzt ist ein Punkt erreicht, an dem wir keinen Ermessensspielraum mehr haben". Am Freitag verschickte der Kulturraum den siebenseitigen Ablehnungsbescheid für die Förderung von 2012.

Den hatte Uwe Andrich gestern im Kaditzscher Vierseithof noch nicht in der Hand, sagte aber: „Wenn wir keine Zahlung erhalten, werden wir Insolvenz beantragen." Was das für die Denkmalschmiede und die Region bedeuten würde, ist noch gar nicht absehbar. Der Chef der Denkmalschmiede kündigte für den Fall an, sich rechtlichen Beistand zu nehmen. Dabei läuft vor dem Verwaltungsgericht bereits ein Verfahren. Bei dem geht es noch um den Antrag für die Jahresförderung. Die Denkmalschmiede sollte ihren Antrag im Sinne der vom Kulturraum damals noch vorgesehenen Kürzung der Förderung formulieren, sagt Andrich, der in dem Zusammenhang von Erpressung spricht.

Nach der Absage der Jahresförderung schließt Schön weitere Überprüfungen der Denkmalschmiede nicht aus. Was das bedeuten könnte, ließ er offen.

André Neumann

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