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Grimma Forstlehrlinge holen den Wald auf die Messe „Jagd & Angeln“
Region Grimma Forstlehrlinge holen den Wald auf die Messe „Jagd & Angeln“
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20:00 28.09.2017
Die unmittelbare Nähe der Colditzer Lehrstätte zum Colditzer Forst kommt zupasst: Ausbilder Andreas Schwientek (Mitte) unterweist das dritte Lehrjahr im richtigen Setzen des Fällkerbs. Quelle: Sachsenforst
Colditz

Etliche Quadratmeter Waldboden holt der Sachsenforst zur Leipziger Messe Jagd & Angeln auf die Agra: Ein Themenschwerpunkt lautet Waldverjüngung. Die angehenden Forstwirte, die in der Lehrstätte Colditz ihre Ausbildung absolvieren, bauen dort ein großes Beet, auf dem Pflanzverfahren, Baumauswahl und Kulturpflege demonstriert werden. „Unsere Lehrlinge sind für den Betrieb enorm wichtig, nicht nur auf den Messen“, sagt Andreas Padberg, der den Forstbezirk Leipzig leitet. Ob Naturschutzprojekte oder Waldjugendspiele, ob Borkenkäfer-Beobachtung oder Waldführungen – in vielen Bereichen sei der Berufsnachwuchs eine unverzichtbare Stütze. Dass die Ausbildungsstätte in Colditz, unmittelbar am gleichnamigen Forst gelegen, die mit Abstand frequentierteste in ganz Sachsen ist, freut Padberg: „Die Zahl der Bewerber steigt seit Jahren.“ An die 90 Interessenten gebe es für die vier, fünf Plätze.

Förster zu werden – das ist das Ziel, das Alexander Nagel klar vor Augen hat. Seine Ausbildung zum Forstwirt schließt der Leipziger im Sommer 2018 ab. Danach will er mit einem Studium der Forstwirtschaft nachlegen. Einen Namen macht sich der 28-Jährige schon jetzt: Nicht nur, dass er 2016 im Berufswettbewerb der Deutschen Landjugend in Sachsen siegte und im Bundesvergleich Platz 7 erreichte. Er trägt seit wenigen Tagen den Titel Nordwestsächsischer Waldarbeiter-Meister.

„Die Ausbildung hat eine hohe Qualität, und die Rahmenbedingungen stimmen“, folgert Andreas Padberg. Seit 2006 hätten 42 junge Frauen und Männer die Lehrstätte durchlaufen. „Ich kenne nicht einen, der danach nicht einen guten Einstieg in das Arbeitsleben geschafft hätte.“ Vor allem private Baumpflege- und Forstunternehmen und der Garten- und Landschaftsbau wüssten die gut Qualifizierten und Motivierten zu schätzen; einen Teil habe der Staatsbetrieb selbst übernommen.

„Mir war gar nicht bewusst, wie vielseitig die Forstausbildung ist“, sagt Alexander Nagel, im ersten Beruf, Kfz-Mechatroniker. Noch einmal umzusatteln, sei die richtige Entscheidung gewesen. Über die unmittelbare Ausbildung hinaus an Berufswettbewerben teilzunehmen, motiviere und erweitere den Horizont – vor allem wenn man wie in Colditz einen Ausbilder habe, der selbst für solche Wettkämpfe brenne. „Wenn einer von meinen Jungs es sogar bis auf die Bundesebene schafft und sich dort hervorragend behauptet, freut mich das besonders“, sagt Andreas Schwientek, der die angehenden Forstwirte am Rand des Colditzer Forstes betreut und der selbst gern als Wettkämpfer antritt („Ein bisschen großes Kind sind wir Männer alle.“).

Die unbedingte Praxisnähe der Ausbildung schätzt Christian Jonas (19) aus Kleinbardau, drittes Lehrjahr wie Nagel. Künftig möchte er im elterlichen Forstunternehmen tätig sein. Benedikt Pollner (24), Thüringer von Haus aus, möchte nach der Ausbildung als Baumkletterer tätig sein, hat dieses Spezialgebiet während der Ausbildung in Colditz für sich entdeckt.

Der Leipziger Aron Weiss, der ursprünglich Museologie studierte, dann aber seiner Begeisterung für die Botanik und dem Wald nachgab, will sich nach dem Abschluss auf Ökologie und Umweltschutz konzentrieren. Der 27-Jährige sieht sich später im Nationalpark-Management oder in der Umweltpädagogik – und in der Ausbildung „gefordert und gefördert“. Dafür steht der mit dem Agra-Innovationspreis ausgezeichnete Phytofilter, der Nährstoffe bindet. Die Lehrlinge des damals noch zweiten Lehrjahres entwickelten ihn gemeinsam und installierten einen Prototyp nahe der Bad Lausicker Waldmühle in einem Bach. Weiss: „Ausbilder und Forstbezirk haben uns dabei sehr stark unterstützt.“ Für Forstdirektor Andreas Padberg versteht sich das von selbst, weiß er doch, was er an den Forstwirten in spe hat. „Ohne deren Engagement könnten wir vieles, das uns wichtig ist, gar nicht abdecken.“ Diesen Bedarf sehe er unbedingt auch in den nächsten Jahren.

Von Ekkehard Schulreich

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