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Frank Sadlowski stellt seine Werke in der Naunhofer Galerie Kugel aus

Eröffnung Frank Sadlowski stellt seine Werke in der Naunhofer Galerie Kugel aus

Zurück in die Stadt seiner Jugend kommt Frank Sadlowski. Zumindest zeitweilig, denn der Grimmaer Maler zeigt vom 3. Mai bis 25. August einen Querschnitt seines Schaffens in Naunhofs Galerie Kugel. „Hier und anderswo“ heißt die Ausstellung.

Frank Sadlowski malt die Bilder in seiner Wohnung. Der Hobby-Künstler stellt nun in Naunhof aus.

Quelle: Thomas Kube

Naunhof/Grimma. Zurück in die Stadt seiner Jugend kommt Frank Sadlowski. Zumindest zeitweilig, denn der Grimmaer Maler zeigt vom 3. Mai bis 25. August einen Querschnitt seines Schaffens in Naunhofs Galerie Kugel. „Hier und anderswo“ heißt die Ausstellung.

„Von Kind an habe ich gepinselt“, sagt Sadlowski. Ein Vierteljahrhundert wohnte er in der Schlossstraße in Naunhof, ließ Schiffchen auf der Parthe fahren, erlebte, wie Sachsenpelz und Baumwollspinnerei die Luft verpesteten und in Lindhardt eine Kaserne entstand, sprang in den Spanner, der jetzt Grillensee heißt. Motive jener Zeit finden sich in seinen Bildern wieder. Zum Teil abstrahiert und nicht unbedingt auf den ersten Blick zu erschließen.

Sadlowski fordert den Betrachter, der sich auf ihn einlässt, heraus. „Ich will ihn zum Nachdenken anregen“, sagt er. Viele seiner Bilder schweben irgendwo zwischen minimalistischer Sichtweise und naiver Malerei. Mit wenigen Konturen und klaren Flächen bringt er Wesentliches zielsicher auf den Punkt.

Der Blick auf das Wesentliche gehört zu seinem Beruf. Als Musiker besucht Sadlowski Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen. Er bringt den Bewohnern Orff-Instrumente näher, lässt es auch mal richtig mit seiner Gitarre und Gesangsstimme krachen. „Jeden Vormittag und Nachmittag komme ich mit anderen Menschen zusammen. Es bedarf einer hohen Konzentration, sich auf sie einzustellen“, beschreibt der Künstler.

Nach Feierabend sucht er den Ausgleich in der Malerei. „Das ist wie Therapie. Es hat etwas Meditatives, vor einem Bild zu sitzen“, bekennt er. Fallenlassen könne er sich dann manchmal. Mitunter sehr tief in sein Innerstes, wie eine außergewöhnliche Zusammenstellung zeigt.

„Ich bin jetzt 54. Also habe ich 27 Jahre vor und 27 Jahre nach der Wende gelebt“, sagt er. Dieses Bewusstwerden löste in ihm die Idee aus, diese gesamte Spanne malerisch darzustellen. Jedes von sechs Bildern besteht aus neun Rechtecken, von denen wiederum jedes einem Lebensjahr entspricht. „So kann ich zeigen, wie es mir beispielsweise 1963 oder 2008 ging“, erklärt der Künstler. Sich selbst gab er die Farbe Rot, während Grün und Blau das symbolisieren, was von seinem Dasein Besitz ergriff. Mitunter, als er zum Beispiel eine schwere Krankheit durchlitt, blieb kaum noch etwas von seinem leuchtenden Ich, von seinem Rot, übrig. Das Werk kann Anstoß sein, über den eigenen Lebensweg nachzudenken. „Wir sind oft so getrieben vom Jetzt“, meint Sadlowski.

In die Tiefe zu gehen ist kein Muss, denn der Autodidakt, der sich auf Aquarelltechniken spezialisiert hat, wenngleich er auch schon mal auf Acryl umschwenkt, bietet auch einfachere Kost. Hier eine Bleistiftzeichnung von Hiddensee, dort ein Akt. Dann wieder Werke, zu denen ihn Lieder von „Karussell“ oder „Keimzeit“ inspirierten. Über 50 Bilder wird er zeigen.

Und das nur, weil seine Partnerin Gabriele Reiche ihn irgendwann überredete, an die Öffentlichkeit zu gehen. „Es bringt doch nichts, nur fürs stille Kämmerlein zu malen“, sagt sie. So stellte Frank Sadlowski im vergangenen Jahr erstmals in der St.-Georgen-Kapelle in Grimma aus und bald danach im Krankenhaus. In Naunhof ist nun die dritte Exposition zu sehen, seine bisher größte.

Ausstellung „Hier und anderswo“ von Frank Sadlowski, Eröffnung am 3. Mai, 19 Uhr, in der Galerie Kugel im Naunhofer Rathaus

Von Frank Pfeifer

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