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Frauenpower in der Reithalle auf dem Roten Vorwerk in Grimma

Ladies-Cup im Polo Frauenpower in der Reithalle auf dem Roten Vorwerk in Grimma

Einen Ladies-Cup wird es am 12. August auf dem Gelände des Roten Vorwerkes geben. Derzeit erwartet der Verein Spielerinnen aus Hamburg, Berlin und Leipzig. Der Verein fährt zuvor zum Low-Goal-Turnier nach Berlin.

Polospiel in der Reithalle: Beim Training zeigten Stephan Plier (l.) , Laura Quring (r.), Luise Hahmann und Andrea Bachmann (3.v. r.) was sie können. Trainerin Marie-Luise Haupt unterstützte die Spieler und Spielerinnen.

Quelle: Thomas Kube

Grimma. Mehr Frauen in die Sattel bringen, will Laura Quiring von der neu gegründeten Polo Liga Sachsen. Deshalb wird es am 12. August einen Ladies-Polo-Cup auf dem Gelände des Roten Vorwerkes geben. Erwartet werden Spielerinnen aus Hamburg, Berlin und Leipzig.

„Derzeit sind in unserem Verein mehr Männer als Frauen. Das soll sich ändern“, ist die Borsdorferin überzeugt. In den Ferien bietet sie deshalb Schnupperkurse an und natürlich trainiert sie mit den Damen für den Ladies-Polo-Cup. Mit von der Partie wird Andrea Bachmann (33) sein. „Ich habe bereits im vergangenen Jahr in Grimma trainiert“, erzählt die Leipzigerin. Doch dann wurde sie schwanger, und nun trainiert sie wieder fleißig auf dem Vorwerksgelände. „Ich habe klassische Dressur gemacht“, erzählt die Pferdefreundin. Als Laura Quiring schwanger wurde, habe sie die Pferde betreut und in den Polosport hineingeschnuppert. „Ich habe Blut geleckt und bin fasziniert von der Teamsportart“, sagt sie. Vom Polovirus ließ sich auch Luise Hahmann (20) anstecken. Die Vielseitigkeitsreiterin liebt am Polosport vor allem, dass es eine Teamsportart ist. „Die Pferde sind ausgeglichen und die Mitarbeiter der Poloschule sind einfach klasse“, meint die angehende Museologin, die noch in Leipzig studiert.

Marie-Luise Haupt (28), die seit Januar die Frauen trainiert, ist begeistert von der Atmosphäre in der Schule. „Ich war drei Jahre als Trainerin in der Schweiz und drei Jahre in Bremen. Das war eine tolle Zeit“, meint sie rückblickend. Doch die Berlinerin ist froh, dass sie jetzt hier in Grimma einen Job bekam. „Ich bin mittlerweile Mutter geworden und meine Eltern wohnen in Berlin, da ist es nicht mehr soweit, zu ihnen zu fahren“, meint sie. Ihr wurde das Polospiel übrigens förmlich in die Wiege gelegt. „Mein Vater hat Polo gespielt. Ich habe es mit Springen und Dressur versucht, doch Polo war spannender“, meint die Trainerin. „Bei uns kann sich jeder in dieser Sportart versuchen. Auch derjenige, der noch nie im Sattel gesessen hat“, erklärt Laura Quiring.

Davon konnte sich auch Stephan Plier (28) aus Halle überzeugen. „Ich war auf der Partner Pferd, und dort hat die Poloschule Werbung gemacht. Nun sind Ferien, und ich habe die Chance genutzt, ein Probetraining zu absolvieren“, erzählt der Erzieher. Es habe ihm viel Spaß gemacht, und er wird wohl wiederkommen.

„Unser Ziel ist ein richtiger Ligabetrieb, dazu haben wir die Pololiga Sachsen ins Leben gerufen“, sagt Laura Quiring. Stück für Stück soll nun am Roten Vorwerk in Grimma alles etwas größer werden. „Derzeit haben wir 15 Schüler, es sollen aber mindestens 50 werden.“ Als Verein Polo Liga Sachsen nehmen wir vom 4. bis 6. August mit elf Pferden und fünf Spielern an einem Low-Goal Turnier in Berlin teil. „Hier wollen wir Wettkampferfahrungen sammeln“, sagt sie.

„Polo ist die älteste Teamsportart der Welt“, erklärt Quiring. Gespielt wird mit zwei Mannschaften mit jeweils vier Reitern, die mit Schlägern den Ball treffen wollen. Dabei kann es richtig schnell werden. „Profis bringen den Ball auf bis zu 250 Kilometer pro Stunde“, erklärt Quiring. Die Pferde sind eher kleinere Exemplare mit einem Stockmaß bis 1,60 Meter. „Die müssen mutig und stark im Antritt sein“, meint die junge Mutter. Für diesen Zweck wurden sogar zwölf spezielle Polopferde aus Argentinien geholt. Derzeit gibt es in Grimma drei verschiedene Trainingsgruppen, je nach der reiterischen Erfahrung der Spieler. Spitzen-Reiter müssen Polospieler aber nicht unbedingt sein. „Es gibt Leute, die können toll reiten, kommen aber mit den Schlägern nicht so gut zurecht “, weiß sie. „Wir wollen Polo zu einem Breitensport machen, und das zu günstigen Preisen, ohne dabei pleite zu gehen“, beschreibt Quiring ihr Anliegen.

Von Cornelia Braun

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