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Fred Urban plaudert in Grimma aus Luthers Nähkästchen

Fred Urban plaudert in Grimma aus Luthers Nähkästchen

Was wäre ein Fest der Reformation ohne Martin Luther? Den Reformator wird kein anderer als Fred Urban, Chef des Nimbschener Hotelkomplexes, verkörpern. Damit betritt der 53-Jährige kein Neuland.

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In seinem Element: Fred Urban führt als Martin Luther am Sonntag ab 15 Uhr mit viel Witz und Charme durch die Klosterruine Nimbschen.

Quelle: Thomas Kube

Grimma. 50- bis 60-Mal schlüpft er pro Jahr in das Gewand von Martin Luther. Doch nicht der Reformator allein ist seit 1990 sein Steckenpferd, seitdem er den Hotelkomplex Kloster Nimbschen trotz zweimaliger Flut in ein Schmuckstück verwandelte. Lebensfreude. Gemeinsam mit seiner Frau Grit, die gelegentlich die Katharina von Bora verkörpert, möchte er seinen Gästen vor allem Lebensfreude vermitteln. So soll es auch wieder zum Fest der Reformation am Sonntag von 15 bis 16 Uhr sein. Dann führt er mit Katharina von Bora - dieses Mal alias Simone Mitzschke - Interessierte durch die Klosterruine.

Das Nonnenkloster Nimbschen wurde 1243 vom Wettiner Markgraf Heinrich dem Erlauchten gegründet. Dort wird Luther wieder mal zum Besten geben, dass er die "übrig gebliebene Nonne, die großmäulig, aufsässig und widerborstig" war, zuerst gar nicht als Frau haben wollte. Es aber dann doch tat, um "mit einer entflohenen Nonne die Pfaffen richtig ärgern zu können." Schließlich hielt er jedoch beide Hände über seine Käthe, mit der er sechs Kinder hatte und die das "Unternehmen Luther" mit großem Geschick managte. Stolz ist Fred Urban, dass während der Lutherdekade eine Kapelle auf dem Klostergelände entstand. "Während des Festivals der Reformation wird es eine Ausstellung mit Dokumenten zum Kloster Nimbschen geben", wirbt der Hotelier.

Zu Ostern dieses Jahres konnte auch das Klostergelände gestaltet werden. Wie berichtet, war das Areal auf der Grundlage von 2011 und 2012 durchgeführten archäologischen Ausgrabungen neu gestaltet worden. Dabei war der Grundriss einer einstmals zum Klosterkomplex Marienthron gehörenden einschiffigen, rund 50 Meter langen Halle nachgewiesen worden, deren Mauern jetzt wetterfeste Stahleinfassungen markieren. Abgerundet wurde die Neugestaltung mit mehreren Sitzdecks, auf denen sich Besucher des Areals niederlassen können, sowie mit neuen Informationstafeln über die Geschichte des Klosters und dessen wohl bekannteste Bewohnerin Katharina von Bora, die mit acht Nonnen zu Ostern 1523 floh und sich in den Schutz Luthers begab.

Weniger bekannt dürfte sein, dass Martin Luther nie das Kloster Nimbschen betreten hat, obwohl er öfter nach Grimma reiste und in der Klosterkirche sprach. Eine Legende erzählt, dass die Zisterzienserin Katharina von Bora auf der Flucht einen Schuh verloren haben soll. Dieser ist sowohl im Kreismuseum in Grimma in der Ausstellung "Martin Luther-Spurensuche" zu sehen als auch im Nimbschener Hotelkomplex. "Mittlerweile steht fest: Dieser Schuh stammt nicht von der Frau von Luther - doch die Legende lebt weiter". Davon ist Fred Urban überzeugt.

Der Hotelier ist auch überzeugt, dass die Ehe zwischen Luther und Katharina von Bora zu den bedeutenden Ehen gehört. Aus einer Vernunfts- sei eine Liebesehe geworden. So ist es nicht verwunderlich, dass jedes Jahr im Kloster Nimbschen mehr als 90 Hochzeiten gefeiert werden. "An manchen Wochenenden sind es bis zu fünf Bräute, die in den Klosterruinen ein gutes Omen für eine glückliche Ehe sehen", weiß Urban, der zur Freude der Hochzeitsgäste oft das Gewand des Reformators überstreift und aus seiner Ehe mit Katharina plaudert.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 28.08.2015
Cornelia Braun

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