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Freie Wähler überzeugt von der Knochenstruktur – Rewe-Ansiedlung ist ganz wichtig

Grimma Freie Wähler überzeugt von der Knochenstruktur – Rewe-Ansiedlung ist ganz wichtig

Die Ansiedlung des Rewe-Marktes am nördlichen Rand des Grimmaer Stadtzentrums „ist ganz wichtig“, sagt der Vorsitzende der vierköpfigen Stadtratsfraktion der Freien Wähler, Johannes Heine. Der Discounter werde als Magnet gebraucht, um Menschen in die Innenstadt zu locken. Seine Fraktion ist vom Nutzen der Knochenstruktur überzeugt.

Johannes Heine, Fraktions- und Vereinschef der Freien Wähler in Grimma.

Quelle: Frank Prenzel

Grimma. Die

Heine befürwortet auch eine Vergrößerung des Aldi-Marktes auf dem sogenannten Alma-Dietzsch-Gelände am südlichen Innenstadtrand. Wie berichtet, stehen entsprechende Überlegungen im Raum. Dann hätte Grimma endlich „die Knochenstruktur, von der alle reden“ und an beiden Enden einen Einkaufsmagneten. „Dann gibt es auch die Chance, die obere Lange Straße zu beleben“, glaubt der Fraktionschef.

Alle Themen zur Handelsstruktur in Grimma beschäftigen die Stadtratsfraktion der Freien Wähler besonders. Kein Wunder. Immerhin ist die Wählervereinigung 1998 als politischer Ableger des Gewerbevereins gegründet worden, der seine Interessen in der Stadt schlecht vertreten sah. Die Freien Wähler agieren als eingetragener Verein, dem Heine in Personalunion vorsteht und der 2018 sein 20-jährige Bestehen feiern kann.

mit wachem Auge. Wie berichtet, will der Einkaufstempel am Rande der Stadt seinen Leerstand bekämpfen und an Konkurrenzfähigkeit gewinnen. Heine findet zwar, dass nach der Wende vieles falsch lief, als solche Einkaufszentren an die Peripherie gesetzt wurden und man so Kaufkraft aus den Innenstädten abzog. Der Pep sei aber nicht nur Konkurrent, sondern habe auch eine belebende Struktur und ziehe Leute nach Grimma. „Der Einzelhandel kann ja nicht alles abdecken.“

In Grimma wird offenbar darüber nachgedacht, ob Innenstadthändler, Pep und die zukünftigen Märkte von Rewe und Aldi gemeinsam eine Art City-Management auf die Beine stellen. So ein Manager müsste Durchschlagskraft haben, sagt Heine und beklagt in dem Zusammenhang, dass die Händler im Zentrum der Stadt bislang nicht zu einheitlichen Öffnungszeiten zu bewegen sind. Sie seien auch schwer zu überzeugen, ihre Läden mal zu öffnen, „wenn sie nichts verdienen“, etwa zum Stadtfest.

Dachdeckermeister Heine sitzt auch im Vorstand des Gewerbevereins mit seinen 150 Mitgliedern. Damit bildet er die Schnittstelle zwischen beiden Vereinen. Bei den Freien Wählern, die lediglich 15 Köpfe zählen und ihr Tätigkeitsfeld ausschließlich im Stadtratsmandat sehen, stehen 2018 wieder Vorstandswahlen an.

Ein anders wichtiges Thema für die Freien Wähler ist in der Bildungslandschaft angesiedelt. „Der Neubau der Oberschule Böhlen steht obenan, hier besteht Handlungsbedarf“, bekräftigt Heine. So eine Schule wie in dem Ortsteil dürfe man nicht zerschlagen. Sie genieße einen sehr guten Ruf und könne sich vor Bewerbern kaum retten. Dass Colditz um seine Oberschule kämpfe, sei in Ordnung. Den Neubau der Böhlener Schule zu verhindern, sei aber der falsche Weg. „Colditz muss selbst Schüler akquirieren“, betont der Fraktionschef, dessen Stadträte auch der Erhalt der Grundschule in Mutzschen wichtig ist.

Die Pläne zur Verlagerung der Fußballplätze an die Lausicker Straße seien erst möglich geworden, „weil Rewe einen guten Preis für das Grundstück zahlt“. Wie berichtet, sollen die 1,6 Millionen Euro für den jetzigen Kunstrasenplatz an der Mulde zur Finanzierung der neuen Sportstätte mitverwendet werden. Heines Fraktion würde es auch gern sehen, wenn neben den neuen Plätzen eine Mehrzweckhalle für die Stadt entstünde. „Zur Zeit sehe ich aber nicht, dass wir uns die leisten können“.

Von Frank Prenzel

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