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Grimma Freistaat pumpt halbe Million Euro zusätzlich in Schulsozialarbeit des Landkreises Leipzig
Region Grimma Freistaat pumpt halbe Million Euro zusätzlich in Schulsozialarbeit des Landkreises Leipzig
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00:19 01.05.2017
Radioprojekt mit Schulsozialarbeiter Matthias Röthig in der Grundschule Markkleeberg-West. Quelle: Kempner
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Landkreis Leipzig

Einen Spitzenplatz belegt der Landkreis Leipzig bei der Schulsozialarbeit in Sachsen. „Wir bekennen uns schon sehr lange zu dieser Aufgabe“, erklärte Jugendamtsleiterin Ines Lüpfert im vorgestrigen Jugendhilfeausschuss. Weil der Kreis weiß, was er an den Ansprechpartnern für die Schüler hat, ist die Erleichterung über Neuerungen im Sächsischen Schulgesetz groß. „Die Landespolitik trägt den Forderungen nach einem stärkeren finanziellen Engagement endlich Rechnung“, unterstrich auch Landrat Henry Graichen (CDU). „Im Landkreis haben wir schon frühzeitig Strukturen aufgebaut und sind nunmehr in der Lage, diese noch weiter zu entwickeln.“ Andere Landkreise hingegen würden jetzt erst vor der Herausforderung stehen, in aller Eile Stellen auszuschreiben. Aktuell sind an allen 37 staatlichen Oberschulen und Gymnasien, an den vier Schulen zur Lernförderung sowie den Förderschulen mit Schwerpunkt geistige Entwicklung Sozialarbeiter tätig. Außerdem verfügen die vier größten Grundschulen in Borna, Grimma, Wurzen und Markleeberg über einen Ansprechpartner. Weitere drei Sozialarbeiter sind für die Berufsschulen zuständig.

Bei der Finanzierung legt das Land bekanntlich eine ordentliche Schippe drauf. Ab dem Schuljahr 2018/2019 sollen an allen sächsischen Oberschulen Schulsozialarbeiter wirken – zu hundert Prozent vom Freistaat finanziert. Die Förderhöhe an den anderen Bildungseinrichtungen soll geringer ausfallen. Bereits in diesem Jahr reicht Dresden weitere Gelder aus, die mit dem Doppelhaushalt beschlossen wurden. „Gemäß der Schülerzahl stehen für den Landkreis zusätzlich 510 000 Euro zur Verfügung“, informierte Jugendamts-Mitarbeiterin Natalie Träger. Ein moderater Ausbau wurde auf Grund der zusätzlichen Finanzspritze vom Jugendhilfeausschuss einstimmig befürwortet. Demnach soll ab 1. August der Stellenumfang an den vier bereits jetzt bedachten Grundschulen von 0,5 auf 0,75 steigen. An den Oberschulen Groitzsch und Pegau wird es jeweils eine eigene Fachkraft geben. Zudem wird das Evangelische Schulzentrum Großbardau mit einem Stellenumfang von 0,75 berücksichtigt.

Allerdings gibt es auch Abstriche, auf die Natalie Träger hinwies. So laufe die Förderung für Projekte zur Kompetenzentwicklung von Schülern, die die Schulsozialarbeit bislang ergänzten, zum 31. Juli aus. Aus diesem Topf wurden bisher an sieben Standorten Mitarbeiter beschäftigt. „Die Verwaltung kann einen Bedarf an diesen Projekten über die bestehende Jugendhilfeplanung hinaus nicht bestätigen“, heißt es im Beschluss zur Weiterentwicklung der Strukturen. „Lediglich das Evangelische Schulzentrum, das bis dato auf einen Sozialpädagogen zurückgreifen kann, wurde im Gesamtkonzept berücksichtigt“, so das Jugendamt in seiner Vorlage. Vor allem mit Blick auf die Größe der Bildungsstätte - in Großbardau werden inzwischen fast 300 Grund- und Oberschüler sowie Gymnasiasten unterrichtet - sah man hier Anlass für eine Ausnahme. Unterm Strich bedeute dies im Landkreis eine Aufstockung von 1,75 Stellen gegenüber der bisherigen Planung vorerst bis zum Jahresende. Insgesamt fließen 2017 damit 1,5 Millionen Euro in die Schulsozialarbeit der Region.

Von Simone Prenzel

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